Montagskolumne: Mehr Text und neue Vlogs vom Smalltown Trottelface in 2017

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War er büschen lazy, nä. Aber ja auch mit Vorsatz und aus Gründen und wo wir gerade von Vorsätzen sprechen: die kleine, kreative Ruhepause des letzten Jahres ist hiermit offiziell beendet! 2017 wird es wieder deutlich mehr eigenproduzierten Kram von mir geben, sowohl im Blog als auch auf einigen, zuletzt eher stiefmütterlich betreuten SocialMedia-Netzwerken wie Instagram oder Youtube. Was war nur los & how come? Lasst mich kurz erklären:

Social Media Blues

Ich glaube, es gibt kaum eine andere Zunft mit höherer Ausbrenngefahr als die unsere; also Blogger, SocialMedia-Worker, Youtuber, Influencer oder eben alles auf einen Nenner gebracht: Selbstdarsteller im Netz. Ein Begriff, der auch schonmal negativer konnotiert war. Die Menschen haben nicht zuletzt durch facebook oder Instagram erkannt, dass Jeder ein Selbstdarsteller ist, es gibt lediglich Unterschiede im Sendungsbewusstsein. Als jüngerer Mensch haut man eben raus, ohne zu sehr darüber nachzudenken, was man eigentlich will. Wofür man einsteht, was für eine oder ob man überhaupt eine Haltung hat oder haben möchte. Mir war das immer wichtig und ich habe versucht, meinen Followern eine (Netz-)Persönlichkeit zu präsentieren, mit der man sich identifizieren kann. Die man vielleicht sympathisch findet, bestenfalls sogar mag. Trotz all der Weirdness, aller Selbstgefälligkeiten, einer gewissen Arroganz aber eben auch einer großen Portion Selbstironie und dem ernstgemeinten Mindstate, bei aller Überheblichkeit eben schon genau zu wissen, dass man letztlich auch nur ein gewöhnlicher Kleinstadt-Trottel ist, der beim täglichen Arschabwischen seine Ruhe haben möchte.

Das Ding ist: mir gefällt die Entwicklung in den meisten Bereichen des sogenannten Social Media schon seit geraumer Zeit nicht mehr so wirklich gut. Wohin das besagte Selbstdarstellen inzwischen gekommen ist… Digger! Die Geister, die wir riefen. Früher hat man sich die Haare gekämmt, bevor man sich vor eine Kamera gestellt hat, heute operiert man sich die gesamte Schnauze. Die Instagirls sehen alle gleich aus und wenn eine mal durch’s Raster fällt, wird der Druck erhöht. Ich hatte es als Brillenträger mit dünnen Beinen und Marmel-seitig freakösen Tendenzen ohnehin schon nicht leicht als Jugendlicher, musste mich damals aber glücklicherweise noch nicht im Internet messen und bewerten lassen. Ich hätte aufgrund meiner zahlreichen optischen und psychischen Deformationen quasi gar nicht existiert. Und jetzt täglich mitzubekommen, dass das künstliche Team Tattoos & Turnshoes gegen die mittelhübsche Inhaltsbande gewinnt und dass es eines Tages offensichtlich erstrebenswert sein würde, It-Girl oder It-Boy zu werden – also zwar nichts zu sagen, dafür aber geile Knuckletatts und vom Kokain durchporösierte Nasenscheidewände zu haben – das kann einen bei aller Liebe zu seinem Job schon so ein bisschen frustrieren. Aber ich ändere das jetzt und sorge dafür, dass alles wieder geiler und erträglicher wird.

Dream Fulfillment & Relaxation Of Death

Der Hauptgrund für meine letztjährige, kreative Schaffenspause war aber wohl die Erfüllung meines Lebenstraumes, die Anschaffung und das Einrichten meiner Crib in der Sonne und das Genießen ebendieser – was ich im vergangenen Jahr wirklich to the fullest zelebrierte. Meine Snapchat-Follower (add mc_winkel) konnten sich davon ausreichend überzeugen, ich war im letzten Jahr deutlich weniger unterwegs (eigentlich nur in Nizza, Amsterdam, auf Kreuzfahrt, in New York und in Köln), in den vergangenen Jahren war ich hingegen jeden Monat mindestens einmal auf Reisen. Die restliche Zeit des Jahres habe ich größtenteils in meiner neuen Wahlheimat Marbella verbracht. Ich lag wochenlang in der Sonne oder habe in einem meiner drei Pools gebadet. Siehe oben, ich bin ein arrogantes Angeberschwein aber auch ein Smalltown Trottelface, weswegen ich sowas sagen darf.

Ich habe mich eingelebt, mit dem Lernen der Sprache angefangen *hrmhrm* und diese wunderschöne Stadt erkundet. Ich hatte bereits viel Besuch, im nächsten Jahr wird das sogar noch mehr. Und naja, anstatt mein Blog Online-Magazin wie gewohnt mit persönlichen Inhalten zu befüllen oder Vlogs zu drehen, habe ich aufgrund der vorteilhaften, spanischen Gesetzeslage in Bezug auf Cannabis am Abend hin und wieder auch mal einen weggepafft. Aber wirklich in Maßen und don’t do that at home, Kinnings! Das Alles war aber genau richtig und ich würde es immer wieder so machen. Was ich nämlich auch nach 12 Jahren im Netz gelernt habe: kein Abenteuer ist wirklich schön, wenn man ihm nicht ausreichend Zeit gibt. Es würdigt, durchatmet, genießt, sacken lässt – und dann erst darüber schreibt. Die meisten der persönlichen (Reise-)Geschichten im Internet lassen sich auf eine Satz reduzieren: „Ich bin da und da hin geflogen, es war alles supergeil und fancy, Danke an den Sponsoren und ich bin voll glücklich, hier 12 Fotos.“. Aber so funktioniert die Scheiße für mich nicht, da hab‘ ich andere Ansprüche und deshalb passiert jetzt Folgendes:

Wöchentliche Kolumne // Monatliche Vlogs

Gelebt habe ich ja nun wirklich sehr gut die letzten Jahre. Ich bin so viel gereist, dass ich noch bis 2019 den Senatoren-Status im Vielflieger-Programm habe. Mein alter Reisepass ist voll mit Stempeln und die Birne voll mit Geschichten. Geschichten, die ich bisher noch nicht aufgeschrieben habe (teilweise auch aus Respekt vor den Veranstaltern – aber Ihr wisst ja: Zeit heilt Wunden und kleinere Ungesetzlichkeiten hier und da verjähren. Es hat sich so viel aufgestaut, was jetzt raus muss und – das Wichtigste – ich hab‘ wieder Bock. Ab sofort wird es also wieder jeden Montag eine Kolumne geben, thematisch wird es sehr bunt. „Der junge MC“ ist wieder zurück, in Form von Geheimnissen & Absurditäten aus den letzten Jahren des Reisens – Ihr werdet Euch wundern. Und weil ich meine Telegenität nicht mehr nur auf Snapchat verheizen möchte, werde ich monatliche Vlogs produzieren. Ein Video im Monat ist angedacht, das Erste wird Ende Januar kommen und wird sich hautpsächlich mit meiner andalusischen Zweitheimat beschäftigen. Darüber hinaus würde ich gerne einen regelmäßigen Podcast produzieren, wofür ich noch prominente Co-Moderatoren suche, weil meine Monologe selbst mich hart nerven – und das soll schon was heißen.

tl;dr = Nachdem 2016 für die meisten Menschen nicht das allergeilste Jahr war (ich selbst darf mich da nicht beschweren), wird 2017 richtig lit: mehr Text, mehr Video, mehr Alles! Heute Abend fliege ich zurück nach Marbs, die Wärme und das Licht werden mir die nötige Energie für oben Genanntes geben und sollte der angekündigte, sibirische Winter mit -20° tatsächlich Einzug in nordeuropäische Gefilde halten, dann seid mir ob der über 40 Grad Temperaturunterschied bitte nicht böse. Denkt einfach an mein Gesicht und wie es aussähe, wenn herauskommt, dass die Frontkamera des Smartphones auch beim Kacken an den Geheimdienst streamt.

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Kommentare

11 Antworten zu “Montagskolumne: Mehr Text und neue Vlogs vom Smalltown Trottelface in 2017”

  1. Rico sagt:

    Freut mich – Vorwärts Frankfurt!

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  2. Timo sagt:

    Saugut MC! Ich bin gespannt und freue mich auf oldschool Geschichtenschreiberei und ab und zu den Kopfkissencheck in Kombination mit der Bierprobe vor dem Spiegel!

    Mehr Content der bleibend ist könnte man es nennen – nicht nur all die kurzweiligen Snaps und Tweets – die auch gut sind, leider aber meistens am nächsten Tag wieder aus dem Horizont verschwinden!

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  3. MC Winkel sagt:

    @Rico: Und wie!
    @Timo: Damn right! Machen wir wieder mehr, was bleibt… :)

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  4. Geri Amazon sagt:

    Yay, ich freu mich wieder auf deine Ergüsse, also textliche!!!

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  5. Tabea sagt:

    Gut, das du wieder da bist! Endlich! Grüß mir meine alte Heimat Spanien!
    …und wer ist eigentlich dieser Snapchat….

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  6. singhiozzo sagt:

    Oh Mann, Emser is back! Hab gerade mal unsere Konversation von 03/15 (so lange ist es her) angeschaut – schön dass du sie als neuen Plan umsetzt. ? Spaß beiseite, freu mich tierisch dass du wieder da bist. Snapchat war/ist cool, aber eben kein Vlog.

    Welcome back!

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  7. Olaf Koch sagt:

    Moin MC,

    frohes Neues und schöne Grüße aus good old Kiel. (Hier regnet es gerade, NUR ZUR INFO) :-)

    Deine persönlichen Geschichten sind und waren immer das, was diesen Blog reich gemacht hat, warum ich ihn regelmäßig gelesen habe, daher war ich – zugegeben – in den letzten Monaten auch nicht mehr viel auf whudat.de unterwegs. Whudat war eben nicht so weichgespült wie viele Teile des It-Girl/Boy Internets. Schön, dass Du das wieder angehen willst!

    Mein Vorsatz fürs neue Jahr daher: Daily whudat.de :-)

    Stay as you are und hau rein, Digger!

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  8. MC Winkel sagt:

    @Geri Amazon: Right in yo face! #textlich :)
    @Tabea: Snap sollte man neben Text / Vlog auf jeden Fall auch im Auge behalten…
    @singhiozzo: War länger schon geplant, aber 2016 wird für mich immer „das Jahr in dem ich nach Spanien kam und chillte“ sein. :)
    @Olaf Koch: Moin Olaf, Danke für die Info, aber ich hab‘ kielmonitor immer im Auge, aus fun-Gründen. :) Daily 1x aufrufen ist auf jeden Fall eine gute Sache, 1x die Woche (Montags) ist versprochen, der Rest optional. :) LG

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  9. Flo sagt:

    Sehr schön! Freut mich das zu lesen!

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  10. Freue mich ungemein auf wieder mehr MC hier in der Bude! :) Das hat whudat seit jeher ausgemacht und ich fand sehr schade, dass es mit der Zeit immer weniger wurde. Welcome back!

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  11. Nafets sagt:

    Grossartig dass ‚Der junge MC‘ wiederkommt, einer der Gründe warum ich mich öfters hier rumtreibe…
    Alles richtig gemacht in 2016, felicidades! Hab ich vor 9 Jahren auch und es nie bereut. Sonne, Meer und vor allem der mediterrane Lifestyle helfen durchaus beim creativ arbeiten.
    Prost Neujahr, freue mich schon auf nächsten Montag, Grüsse von der Sonneninsel…

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