Insomnia Roadkill (Part 3)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 16.12.2013 um 09:00 Uhr

[Part 1 | Part 2]

Und dann ruft mich erneut meine Bank an. Der Mensch, der mein Geld aus dem Automaten nahm, bevor es wieder eingezogen werden konnte, hätte sich nun gemeldet. Er habe das Geld ja nur genommen, weil er es dem Eigentümer (= mir) zurückgeben wollte, er hätte sich draußen extra nochmal umgesehen. Dann hat er halt noch zwei Wochen überlegt und ist erst dann zur Bank gegangen und hat das Geld abgegeben, man hätte es mir in der Zwischenzeit bereits zurücküberwiesen. Was die Herrschaften meiner Bank mir jedoch verschwiegen verschwugen:

Der Mann kam erst zurück zur Bank, nachdem er ermittelt wurde. Die Polizei hat das Videomaterial ausgewertet und hat den Täter gesehen. Fun-Fact: in Kiel sind die Menschen sogar für einfachste Diebstahlsdelikte zu doof. In jeder anderen Stadt Deutschlands (vermutlich sogar in Leipzig) hätte der Täter mit ins Gesicht gezogener Mütze und leicht gebeugter Haltung sofort mit dem Geld das Gebäude verlassen. In Kiel holt man sich sicherheitshalber nach dem Diebstahl noch Geld vom eigenen Konto und lässt sich so überführen. Das ist so himmelschreiend uberdumm, das ist bei Weitem kein Kavaliersdelikt mehr, der Mann (oder die Frau) sollte für 25 Jahre in nordkoreanische Einzelhaft kommen, hermetisch abgeriegelte Schallschutzdunkelkammer mit eigenem Zigarettenautomaten, aber ohne Kleingeld.
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Insomnia Roadkill (Part 2)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature, Netzkram | 09.12.2013 um 09:00 Uhr

[Teil 1 hier]

Also der Mittwoch der vorletzten Woche, mitten in der Nacht um halb neun – kein Chinese, es ist der Heinzungs-Dude. War angekündigt. Einige Heizungen der 18 zu diesem Wohnkomplex gehörenden Apartments würden nicht mehr richtig warm werden, man müsse einmal entlüften. Wenn ich um halb neun entlüfte, dann stelle ich vorher sicher, dass ich alleine bin. Wie unsozial ist es, da andere Menschen mit reinzuziehen? Um diese Uhrzeit?! “Herr Winkelsen, wir müssten nur mal eben alle Heizungen bei Ihnen voll aufdrehen. Können sie aber auch gerne selbst machen!”, “Natürlich mach ich das selbst, aber warum hat man das nicht vorher erzählt?”, “Aber wir waren doch angekündigt?!”, “Ja, doch aber wohl nicht nur, um die Heizung voll aufzudrehen? Warum hat man das nicht angekündigt, das hätte ich dann doch Nachts noch machen können?!”. Ein Schulterzucken. Typ war noch jünger, ich nehme an, er wusste genau, was ich meinte, konnte es aber ja auch nicht ändern. “Also in 2 Minuten sind Heizungen hier aufgedreht, wie lange brauchen Sie dann?”. “Bis zum Nachmittag.”. An ein erneutes Einschlafen war natürlich nicht mehr zu denken.

Der Donnerstag dann zunächst ohne größeren Struggle. Insgesamt vielleicht etwas zu kalt, auch wenn die Heizung jetzt wieder einwandfrei funktioniert. Auf dem Weg zum Mittagessen hole ich dann Geld aus dem Automaten, welches ich direkt dort vergesse (die Müdigkeit dieser Mammutwoche hat mich ein wenig aus den Bahnen gelotst), nach dem Mittagessen inklusive des peinlichen Geständnisses, trotz Geldabhebung broke zu sein (ich war dann nochmal bei einem anderen Scheinwerfer und hab nachgeordert) hatte ich dann noch einen Arzt-Termin. Wer einen nervösen Magen hat, der möge an dieser Stelle bitte nicht weiterlesen und bis zum letzten Absatz vordringen. Denn krank bin ich (bis auf die offensichtliche Midlifecrisis und all die Neurosen) aktuell nicht, es geht um eine Vorsorgeuntersuchung, die ich mir für den Dezember eingetragen hatte, beim: Urologen.
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Insomnia Roadkill (Part 1)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature, Funny Shizznits, Streetstyle | 02.12.2013 um 09:00 Uhr

Gute Vorraussetzung für die beginnende Woche: diese kann nur besser werden. Die letzte Woche war die vermutlich Schlimmste in 2013, sie begann mies, wurde zur Mitte hin schlimmer und endete in einem Desaster, welches die gesamte Sklaverei in den Vereinigten Staaten vom 16. bis ins 19. Jahrhundert dagegen aussehen lässt, wie eine Tupper-Party mit Hans Beimer im IKEA Kinderparadies. Seit dem Wochenende bin ich kuriert, aber ich hatte einen Traum. In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag besuchten mich Jim Morrison, Jimi Hendrix, Kurt Kobain, Janis Joplin und Robert Enke, sie kamen und brachten Bienenstich, Trostkarten und einen ganzen Bauschuttcontainer voller Tapferkeitsmedallien. Sie knieten auf dem Boden vor mir, falteten ihre Hände und sprachen mir kopfschüttelnd den allerhöchsten Respekt aus. Nicht einer von ihnen hätte jemals damit gerechnet, dass ich überhaupt den Mittwoch ohne Teppichmesser in der Halsschlagader überleben würde – und dann sogar bis Freitag durchgezogen?! Fantastisch. Leider erwachte ich, als die 5 damit begannen, Nate Doggs “Hardest Man in Town” im Kanon zu singen, was aber okay war, Joplinski lag eh die ganze Zeit einen halben Ton drüber.

Es begann am Montag, als ich um 8.15h immer noch Rest-gejetlagt im warmen Wasserbettchen verweilte und es an meiner Wohnungstür klingelte. Ich stehe selten vor 9:30h auf, vor 8:30h nie. Schon gar nicht gejetlagt und schon garnichter an einem Montag. Keine Ahnung, was für ein Swank der Typ vor meiner Türe fuhr, aber er hörte nicht auf zu klingeln. Ich kenne das von der Post, meine gesamte Nachbarschaft hält es für lustig, jedem Postzusteller mitzuteilen, dass mein Fahrzeug auf dem Parkplatz stehen würde und ich somit auf jeden Fall vor Ort wäre – jedoch vermutlich noch im Bett, ich faules Stück Darkroom-Diarrhö, alles für die Alliteration. Und daher klingelte der Mann, der sich später als Rauchmelde-Prüfungsjackson entpuppen sollte, bestimmt 10 Minuten am Stück, bevor ich ihn gegensprechanlingual Hausverbot erteilte. Mit geschätzen 400 Dezibel und einer Halsschlagader, in der ein 24er-Pack Teppichmesser Platz gefunden hätten, inklusive Blister.
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Rauchschluss und der Kontoauszugs-Lieferant

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Fashion / Lifestyle, Streetstyle | 04.11.2013 um 09:00 Uhr

Ich hab mir neulich irgendwann mal vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich bin Genussraucher, seit etwas mehr als 20 Jahren. Genuss ist hierbei ernstzunehmen, ich rauche nämlich wirklich nicht täglich und schon gar nicht rund um die Uhr, ich rauche entweder auf Feierlichkeiten, in Gesellschaft oder eben aus purem Genuss. Freitag oder Samstag Abend, so 21 Uhr, Feierabend, ein kühles Bier oder ein guter Rotwein in der Hand, die richtige Serie/den richtigen Film für die Abendunterhaltung gepickt, Füße hoch, Kippe an. Unvorstellbar, so ein Abend ohne Rauchwerk. Doch leider treffen hier – übrigens zum ersten Mal in meinem Leben – Genuss und Eitelkeit hart aufeinander. So hart, dass ich mich in absehbarer Zeit wohl entscheiden muss.

Auch wenn es sich nicht um große Massen an Nikotin handelt, das was da auf den Packungen steht und was man sonst so hört – das ist ja nicht Alles gelogen. Auf der einen Seite würde ich ja wirklich schrecklich gerne meine Lunge und ein paar sonstige Zellen re-energizen, darüberhinaus wäre es toll, wenn meine Haut durch etwaigen Nikotinverzicht so ein ganz kleines bißchen blumiger daherkäme, halt so, wie ich mit 29 noch aussah. Wobei, das ist jetzt auch Quatsch – sagen wir wie 22, man muss ja Ziele haben. Auf der anderen Seite: ein Leben ohne Pafferinski im Gesicht, das wohlige Gefühl des Filters zwischen den Lippen, der erste Zug, bei dem man richtig hören kann, wie das brennende Kraut sich über den Hals seinen Weg Richtung Lungenbläschen knistert – ich will das. Aber noch mehr will ich die Rosenhaut, also musste etwas passieren. Ich hielt es für einen gelungenen Move, mir während der letzten Reisen an den Flughäfen im Dutyfree-Bereich keine Kippen mehr zu besorgen. Hier kosten die Lungenbrötchen im Schnitt nämlich so 1,50 bis 2€/Schachtel und wenn ich keine Zigaretten mehr zuhause habe, dann kaufe ich mir bestimmt Keine für das Dreifache.
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Banksy – “Better Out Than In” in New York City – Days 14-20 Recap (12 Pictures + 1 Clip)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Paintings, Streetstyle, urban art | 20.10.2013 um 17:35 Uhr

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Tag 14: Queens

Auch wenn ich unter der Woche immer kurz davor war, den aktuellen Banksy zu posten (Oktober ist Banksy-Monat in New York, wie Ihr wisst), so konnte ich mich doch immer gerade noch zurückhalten. Und all das nur, um Euch dieses geballte Sammelposting anzubieten. Eine komplette Woche ist vergangen und der Mann, dessen Identität bis heute geheim ist, war wieder enorm fleißig. Hier sind die Artworks, die er uns vom 14.10. bis heute, den 20.10.2013 (ist soeben erst geleakt worden, noch nicht einmal auf seiner Seite) beschert hat. Alles typische Banksys. Erstaunlich, wie man erst eine ganze Zeit lang gar nichts von dem Mann gehört hat und plötzlich, so aus dem Nichts, zeigt er mit so einem Projekt, warum er immer noch einer der wichtigsten, interessantesten Streetartists der Welt ist. Ich bin Banksy:

“Some people criticize me for using sources that are a bit low brow (this quote is from ‘Gladiator’) but you know what? “I’m just going to use that hostility to make me stronger, not weaker” as Kelly Rowland said on the X Factor.” – Banksy – Day 14

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Cis Dur

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 09.09.2013 um 09:00 Uhr

Ich habe mir vor ein paar Wochen fest vorgenommen, ein besserer Mensch zu werden. Also, besser im Sinne von erträglicher für mein Umfeld, weil, so schlecht finde ich mich ja nun auch nicht. Ich zahle meine Steuern, töte keine Menschen und werde am 22. September wählen gehen, mehr wird von mir ja hier nicht erwartet. Aber seitdem ich selbstständig bin (am 01.10. sind es übrigens 4 Jahre, da werde ich dann nochmal ausführlich auf das gesamte Ding zu sprechen kommen) habe ich mich verändert. Der Volksmund, Karriere-orientiere Menschen und sonstige, konventionelle Arschlöcher würden sagen zum Positiven, ich selbst weiß das aber noch nicht genau.

Opfer der Umstände

Zwei Umstände, die maßgeblich an einer leichten Veränderung meiner Persönlichkeit beteiligt waren: 1. ich trinke so wenig wie nie. Die Brände, die ich mir in diesem Jahr zufügte, kann man an einer Hand abzählen. Vor 10 Jahren hatte ich Stand Anfang September ganz sicher so um die 50 Brände, jedes Wochenende war man 1x feiern, alle 2 Wochen doppelt. Und diese neue Energie führt dazu, dass ich plötzlich (Punkt 2.) disziplinierter, zielorientierter, strategischer und leider auch ein Stück verbissener geworden bin. Ich pimmel’ jetzt nicht mehr so lange an Dingen herum, die mich irgendwie nicht weiterbringen. Ich versuche, jede Art von Termin so effizient wie möglich zu gestalten, habe klare Zeitvorstellungen und drei Hände voll Ausreden, sollten diese massiv überzogen werden. Jetzt könnte man sagen: ah, guck mal, er wird doch noch erwachsen. Was natürlich nicht stimmt, erwachsen werden zu wollen sollte von Jedem das höchstvermeidbarste Bestreben der Welt sein, vernünftig geht vielleicht als Adjektiv gerade noch so klar. Wobei vernünftig auch immer gleich spießig und unsympathisch bedeutet, und das wollte ich doch auch nie werden.
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Hypochondricus Impatiente – Ich werde sterben

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 02.09.2013 um 08:30 Uhr

Ich kann Euch jetzt schon den Grund meines Todes nennen, sterben werde ich an Hypochondricus Impatiente, das ist eine kongeniale Diskrepanz zwischen Hypochondrie und Ungeduld, gekoppelt mit großen Portionen Mimosentum, Größenwahn und Altklugismus – Charaktereigenschaften, die mich seit meiner Pubertät begleiten. Vermutlich trage ich die mich zu Grunde richtenden Gebrechen bereits dieser Tage in mir, allein: ich werde es nie erfahren. Ich sehe die mich zerberstenden Symptome, kann sie jedoch aufgrund meiner Ungeduld weder diagnostizieren noch behandeln lassen. Dabei handelt es sich im Detail um mutmaßlich heilbare Erkrankungen, die mich letztlich trotzdem niederreissen werden. Angefangen mit einem

Gerstenkorn

Glaube ich. Also ich hab’ da vor knapp 10 Tagen eine kleine Unebenheit auf dem linken Unterlid festgestellt. Nichts, was man ohne Lupe gesehen hätte; zumindest bevor ich wie ein Irrer daran herumdrückte und -quetschte. Ich tat das, was man bei Krankheiten auf gar keinen Fall machen sollte, was aber trotzdem jeder tut: ich googelte es. Wikipedia ist ja immer noch recht neutral, aber das reicht einem ja nicht. Man will Bilder von Eiterbeulen in der Größe Zambias am Auge sehen, mann will ja hören, dass man Streptokokken-infiziert ist und dass etwaig austretender Eiter über die Bindehaut direkt ins Hirn geleitet und dort zu einer naziurinalen Kotzblutimplosion führen wird. Man will entzündete Abszesse sehen, neue Begriffe hören und nach diesen bei Youtube und in Bodybuilder-Foren suchen. Eigentlich will man sterben, nur halt nicht in der laufenden Bundesliga-Saison. Was ich sagen will: diese Unebenheit ist seit 10 Tagen unverändert, ich habe mir in der Apotheke eine antispetische Creme besorgt, Wirkstoff: Bibrocathol. Ich schmier’ mir das jetzt seit einer Woche ins Auge, um ehrlich zu sein ins ganze Gesicht, viel hilft viel. Ergebnis: keine Veränderung. Ich sag’s Euch, alles außer Kortison und Penicillin ist große Kackscheiße, alles nur Marketing, alles Homöopathie (hier steht nochmal, wie Homöopathie wirkt), ich will Chemokeulen und einen glatten Lidrand, ist denn das zu viel erwartet? Nächste Todesursache:

Rotzbrockstein

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Altweibersommer

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Feature | 19.08.2013 um 09:00 Uhr

Nun gibt es ja jede Menge Männer, die unheimlich viele Gefälligkeiten einsetzen, um – nennen wir das Kind beim Namen – irgendwie zum Vögeln zu geraten. Da werden Blumen gekauft, Komplimente gemacht, ganz hoffnungslose Fälle kaufen sogar Musical-Karten. Muss ich kurz sagen: Musicals sind wirklich das Allerletzte, eine Beleidigung an jedweden Unterhaltungs-Anspruch, geschmackloser als Eiswürfelsuppe. Was ich aber eigentlich erzählen wollte: es gibt auch einige, wenige Typen, die den Gefälligkeits-/Herumvögel-Algorithmus komplett umgedreht haben und sich eben durch das Herumvögeln Benefits verschaffen. Einer davon war Hansen. Er vögelte seine Friseurin und bekam jahrelang kostenlose Haarschnitte Haarschnitts Frisuren. Er vögelte Event-Tanten und Barkeeperinnen und kam auf jede Gästeliste, er vögelte die Assistentin seines Vermieters, die Mitarbeiterin im T-Punkt, einmal sogar eine Taxifahrerin. Das waren jetzt vielleicht nicht alles sooo die Supereinsen, dennoch kannte ich Keinen, der mehr vögelte und weniger Ausgaben hatte.

Es war im Herbst 1992, wir saßen wie so oft am Vorabend in einer Wartehalle am Bahnhof und tranken … Sekt. Muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen, wir saßen mit jeweils drei halben Holsten und einer Flasche Söhnlein Brilliant in unseren bunten Sakkos am Bahnhof. Wie unreflektiert konnte man nur jemals gewesen sein, wenn ich heute so einen wie mich damals sehen würde, ich würde mich bewusstlos lachen. Ein weiteres Problem war die Frage nach der upcoming Lokalität, ich hatte gerade Hausverbot in meinem Stammclub bekommen und hatte keine Ahnung, wo man die Nacht denn nun ausklingen lassen würde. “Lass’ uns doch mal zu Gary!”, brach es aus Hansen heraus, der zwar grinste, es aber durchaus ernst meinte. Kieler wissen: das “Garys” (“Garys Tanztreff”) ist der schäbigste Altweibersommer südlich von Rieseby. Eine Anlaufstelle sämtlicher Milfhunter (damals noch “junger Mann mit Faible für die reifere Dame”) der Region, das Durchschnittsalter der Damen lag bei 45, das der Herren bei 19. “Ach Hansen, Mensch! Das riecht das da immer so nach schuppigen Ellenbogen und Halsfaltenlauge.” gab ich zu bedenken. Hansen guckte mich an, ich ihn. Natürlich waren wir im Partnerlook unterwegs, nur dass er seinen Scheitel auf der anderen Seite trug. Mir wurde erneut die Erbärmlichkeit unseres Daseins bewusst und mir war klar, dass es viel schlimmer eigentlich nicht mehr kommen könnte. Also willigte ich ein, “Na gut, ins Garys. Aber nur heute und wenn’s Scheiße ist, hauen wir sofort wieder ab!”. “Natürlich, Lil’ MC! Wir wollen uns doch amüsieren!”.
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Neue Waschmaschine

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 15.07.2013 um 09:00 Uhr

Vor ungefähr einem halben Jahr fing meine Waschmaschie an, auszulaufen. Nach dem Waschvorgang war da auf einmal so ein Pfütze, kein Weltuntergang, aber doch schon ein wenig beunruhigend. Beim Menschen gibt es genau vier Gründe, warum sie auslaufen: sie sind geil, Bluter, bei der Marine oder tot. Ich verglich das mit meiner Waschmaschine und stellte fest, dass nichts davon auf sie zutreffen würde und auch wenn das gute Stück inzwischen 15 Jahre auf dem Buckel hatte: Duct Tape. Das Allheilmittel. Was ich schon alles mit Duct Tape wieder zum Laufen brachte, respektive neu zum Leben erweckte, ein Irrsinn. Wenn’s einem einmal an etwas fehlt: Bindfaden, Bier und Duct Tape, mehr braucht man nicht. Na gut, hin und wieder vielleicht noch etwas Fugenfit.

Auf jeden Fall lief die Kiste dann erstmal wieder, die leicht vorstehende Frontwand klebte ich einfach etwas fester an den Korpus und schon stoppte das Auslaufen. Fast. Von vier Wachschgängen passierte es maximal noch ein mal, aber kein Grund zur Beunruhigung – einfach nachgeduct, dann hielt das erstmal wieder. Natürlich schämte ich mich etwas, ein sonst so formvollendeter Jackson wie ich ductaped seine Waschmaschine, wenn das rauskommt, war’s das mit der Web-Karriere. Und da ich am Samstag vormittag nichts Besseres zu tun hatte, ging ich mal zum Elektofachcooperator meiner Verachtung, was ich allein aufgrund der Flutbeleuchtung in solchen Etablissements stets zu vermeiden versuche, aber bei Weißware lässt sich das kaum vermeiden. Faustformel: alles, was größer ist als Peter Maffay, sollte man vor dem Kauf gesehen und angefasst haben.

Ich wollte die Kiste vom Flyer. Erste Seite, sah gut aus und stand Siemens drauf. A+++, 1.400 Umdrehungen, 7kg Füllmenge – und spätestens bei der Gerätearbezeichnung “Frontlader” hatten sie mich. Zugegeben: ich hab’ keine Ahnung von Waschmaschinen. Ich will ein 30° und ein 60°-Waschprogramm, welches mit nur 2 Schritten über die Menüführung einzustellen ist, außerdem soll das Ding schnell und leise sein – und all das sollte die Maschine können, wie mir der freundliche Fachberater, der kurz vor mir einen weiteren Interessenten verabschiedete, bestätigte. “Und gucken sie mal hier, das Waschprogramm super15 verkürzt für kleinere Wäscheposten den Programmablauf in der Hauptwäsche auf 15 Minuten!”. Das. Ist. Mein. Baby!
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The KoolNOT-Chronicles: Abteilungsübergreifendes Quergewämsel

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Diary, Feature | 24.06.2013 um 09:00 Uhr

Die Firma, für die ich vor ein paar Jahren mal gearbeitet habe, wird nach einer klassischen Heuschrecken-Übernahme gerade ziemlich hart auseinandergepflockt. Es war wirklich eine der besten Entscheidungen meines Lebens, dort vor 4 Jahren gegangen zu sein. Auch wenn wirklich nicht alles Scheiße war, es gab ja schon auch ein paar lustige Dinge. Allerdings eher unfreiwillig lustig. Man muss sich vorstellen: in Spitzenzeiten waren 30% des gesamten Personals miteinander liiert. Hab’ ich in dieser Form wirklich noch nie erlebt/gehört, da wurde in der Firmenküche gefummelt, im Lager geknutscht und im Parkhaus gespleast. Das lag einfach daran, dass die Mitarbeiter bored-out waren. Jede Abteilung war hoffnungslos überbesetzt, die Arbeit hätte man auch mit 60% der Belegschaft verrichten können – und aus dieser Langeweile heraus wurd’ halt Abteilungs-übergreifend quergewämselt.

Ich hielt mich da aus drei Gründen raus, a) hatte ich den Mist ja gerade erst hinter mir, b) nutzte ich freie Zeitfenster lieber zum Bloggen, weil ich vor 10 Jahren schon wusste, dass mir dieser Bullshit ein Leben bringen wird, welches mich in einem Jahr nach Mauritius, auf die Seychellen und auf die Malediven bringen wird im Internet ein paar mehr ähnlich gesinnte Menschen kennenlernte und c) gab es politische Gründe. Ich will ehrlich sein: die Kleine aus dem Kundenservice (kleine Füße, große Brüste), da wär’ ich zur Not schon einmal beigegangen. Aber war nicht drin, weil sich sowas herumspricht wie Kommunizierende links und rechts von einer Litfaßsäule. Und wenn ihre Abteilungs-Kollegin, mit der ich aus niederen Bequemlichkeitssicherungsgründen flirtete, davon erfahren würde, dann wären in Zukunft wieder Tagesberichte Trumpf gewesen – mein sicherer Untergang. Am Rande: ich liess mir sogar auf der Weihnachtsfeier nichts anmerken, als sie mich unsittlich berührte (unter dem Tisch mit dem Fuß. Sie hatte nur leider vegessen, ihre Cowboy-Stiefel (!) auszuziehen. Only @ KoolNOT) und mir im Bus auf der Rückfahrt von ihren Toys erzählte. Das war Mobbing, sexuelle Belästigung, seelischer Magna Carta. Zum Betriebsrat konnte ich damals nur nicht, weil, der war sie.
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