“Be my Parkometer!” – Verwirrung am Hängeregistraturschrank
Ein Bekannter berichtete mir neulich über ein paar Besonderheiten innerhalb seiner Firma (mit Sitz in Kehl, Metier: Energieversorung, 80 Mitarbeiter). Unglaubliche Einmaligkeiten, die ich in dieser Form zuvor noch nie gehört habe, ich muss Euch das heute mal erzählen.
In den letzten paar Jahren seien dort drei Mitarbeiter Marmel-seitig durchgeschnalzt. Also, kein einfacher, Rangnick’scher Ausbrenner mit drei Wochen Ausschlafen und alles läuft wieder – nein, so richtig mit Einweisung, Kur und anschließender, psychologischer Langzeitbetreuung. Überboten werden kann dieses Phänomen noch vom innerbetrieblichen Paarbilderism – 27 der 80 Mitarbeiter (33,75%) haben in den letzten paar Jahren miteinander herumgedietschert, aktuell würde es resultierend daraus immer noch ein halbes Dutzend (17,5%) funktionierende Beziehungen geben, ein Irrsinn. Gerade bei Angestellten ist doch das Büro die einzige Rückzugsmöglichkeit vom/von der zahnbehaarten PartnerIn. Ich fragte, wie es denn so wäre, wenn jeder Dritte in dem Laden eine/n oder mehrere KollegInnen bereits einmal knieend von hinten gesehen hätte – und ich sollte es erfahren:
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Mit Nicole und mir lief es zu Schulzeiten immer so halbschlüpfrig. Was unsere Biologie betraf, hingen wir beide genau wie der Reservereifen eines Jeeps etwas hinterher, wir wuchsen bis zu unserem 19 Lebensjahr nur in die Höhe. Hinzu kam bei mir die meine überdurchschnittlich große Zunge, die einen leichten Sigmatismus auslöste, was mein Leben als Brillenträger überdies erschwerte. Nicoles Zahnspange, ihr Mäcki-Haarschnitt und die eher knabenhafte Figur machten uns aber zu gleichrangigen Behinderten. Hin und wieder flirteten wir, auf der Abschlussfeier brachte ich dann nach schüchternen zwei Jahren Herumangedeute meine konkrete Anfrage hervor: “Niggi ey! Hier, das Ding mit uns ist lang noch nicht durch, nä!? Eines Tages finishen wir das noch, nä!?”. “Ja, hihi, einverstanden. Finishen wir!”. Top! Da war sie, die Zusage. Endlich hatte ich sie, jetzt konnte ich bei den Anderen herumprotzen und in Ruhe all das Hefeweizen austrinken.
Jedenfalls kam ich seinerzeit immer nur vormittags kurz ins Büro. Ich kümmerte mich nur schnell um die dienstlichen E-Mails, dann etwas ausführlicher um die Privaten, las noch 10-20 Blogs und fuhr dann zum ersten Außentermin. Manchmal hatte ich im Anschluss noch etwas Luft, also so 2-3 Stunden zum nächsten Termin zu überbrücken. Wenn das Wetter schön war, fuhr ich gerne an den Strand, kaufte mir ein schönes Mandelhörnchen und einen Becher Kaffee, setzte mich auf eine Bank an der Promenade und rauchte eine Filterzigarette. Manchmal zog ich die Packungsfolie ein Stückchen vor, brannte mit der Glut seitlich ein Löchlein in die Folie und pustete dann etwas Rauch hinein. Wenn ich dann mit dem Zeigefinger vorsichtig gegen die Folie klopfte, kamen kleine Rauchringe aus der Packung, was lustig aussah und auch nur gemacht wurde, weil es weder Smartphones noch UMTS gab.
Rafaels Bettnässerism ereignete sich nicht jede Nacht, vielleicht so 2-3x die Woche. Er litt darunter, konnte sich auch nicht erklären, warum er seinen nächtlichen Harndrang nicht in den Griff bekam. Ich glaube, er war einfach zu entspannt. Er war ein sorgenfreier Mensch, der sich niemals beklagte, selten traurig war und erst recht nie weinte. Mit 16 wurde er beim Fußballspeilen einmal unsanft von den Beinen geholt. Der Gegner trat ihm auf den Fuß und walzte ihn nieder, das Ergebnis war ein komplizierter Bruch des Sprunggelenkes, sämtliche Bänder waren durch, der Fuß zeigte seinerzeit orthogonal vom Knöchel Richtung Lattenrost, er konnte im Liegen mit ausgestrecktem Bein seine Sohle sehen, es roch nach Blut und Eiter, vom bloßen hinsehen wurde mir schwindelig. Rafel guckte nur kurz, schaute dann zu uns auf, guckte nochmal kurz und erklärte “das muss sicher geröntgt werden!”. In der Klinik blieb er nach der OP nur 4 Tage, trotz Einzelzimmer und Gummimatte.
Nehmen wir diesen einen Typen da neulich vor mir in der Taxi-Warteschlange, der dem Hotel-Cooperator, welcher die Taxis heranwinkt und einem die Tür aufhält, einen Dollar in die Hand gedrückt hat. Die 10 wartenden Menschen vor ihm taten es nicht und ich sah das auch irgendwie nicht ein. Türaufhalten für ‘nen Nickel, top Geschäftsmodell – stell’ ich mich am Montagmorgen in der Einkaufsmall vor den Haupteingang und bin am Freitagabend Billionär! Als ich dann unvertippter Dinge losfuhr, guckte er bestürzter als Jemand, der bei einem Erdbeben in Pisa links vom Turm
Leider wohnte Harry auch mit Mitte 30 immer noch zuhause, Ayran scheckt halt nirgendwo besser als bei Müddi. Nun war es ihm aber leider wegen Respekt, Religion und ein paar weiterer Kulturlügen nicht möglich, eine neue Bekanntschaft mit nachhause zu bringen. Pfiffig wie er aber war, hatte er sich rechtzeitig Abhilfe verschafft: zum Einen gab es das zentral gelegene Büro eines Freundes (mit Couch) und zum Anderen waren die Ledersitze seines Dreiers upwashalble. Dieses kleine Waldstück an der Kieler Forstbaumschule hat seit der letzten
Aber auch unter der Woche war es dramatisch, besonders so 1992/1993 herum. Ich hatte damals eine Freundin, deren Eltern nicht zuliessen, dass ich bei ihnen zuhause übernachtete, was nichts mit mir persönlich zu tun hatte, höchtens ein bißchen. Ähnliches bei mir zuhause. Meine Mutter signalisierte Bereitschaft, sich bezüglich einer nächtlichen Obhut meiner weiblichen Gäste einverstanden zu erklären. Jedoch erwartete sie im Gegenzug, dass die Nachtgäste sich aktiv mit in den Haushalt einzubeziehen hätten. Abwasch gegen Beischlaf, quasi. Staubwischen, was ja wesentlich extensiver zu verrichten war, hätte dann vermutlich nur ein Verbleiberecht bis Mitternacht zugelassen. Eine WC-Komplettreinigung dann höchstwarscheinlich AccessAllArea, will ich meinen – hab’ das aber niemals wirklich konkretisiert.
Wobei, persönlich kannte ich den besagten Herren und ehemaligen Arbeitskollegen nicht wirklich näher. Ein ganz normaler Kieler, 9to5 und 2x Sport unter der Woche (Tischtennis! Bei absoluter offthehook-Tagesform und der Sonne im Zenith auch gerne Federball), am Samstag Wagenwäsche und ficken, Sonntags Tatort. Ein paninöses Abziehbild mit Phil Collins im Autoradio (nur die neuen Sachen, als er schlecht wurde), HTC-Handy und Güddelmusszudenschuhebasse. Jemand, den man sogar aus versehen rechts überholt und wenn ein durchschnittliches Menschenleben nur ein Furz im Raum-Zeit-Kontinuum ist, so ist sein Leben der im Nichts verschwindende Nachhall ebendieses in der Subkontraoktave C2. Was ich dennoch an ihm mochte: nichts. Na gut, er räumte oft den Firmen-Geschirrspüler aus, das war okay, wenn mir bisweilen aber auch etwas zu laut.

So unerträglich wie Esther Schweins mir heute in Talkshows auffällt, so geil machte mich Frau Byttner mit diesem albernen Gehabe damals. Ich war wohl seinerzeit Zielgruppe für sowas, Kleinstadt-Vertreter im 200DM-Anzug, alle 14 Tage Solarium und mehr Gel auf der Birne als in Ringeldingeldongel. Natürlich traf ich mich anschließend nochmal mit ihr, auch wenn meine privaten Akquise-Vorhaben zunächst nicht so glücklich anliefen. Woher sollte ich auch wissen, dass die Handynummer auf ihrer Visitenkarte die Nummer des einzigen Mobilfunkgerätes der Firma war und ihr Chef mit meinem „Ich kann Unterlippen-Jiu Jitsu, soll ich zeigen?“ nicht besonders viel anfangen konnte.
Das Schlimme ist: viele Männer wollen einfach ihre Ruhe haben, machen dieses Gebaren aus Harmonie-Gründen mit und merken gar nicht, dass sie sukzessive entskrotumisiert werden/wurden. Ist es dann erst einmal zu spät, wirken die Betaisierten auf ihr Umfeld wie ferngesteuert. Sie kaufen sich Nickelbrillen, geben Interviews nur noch zusammen mit ihren Frauen aus dem Schlafzimmer heraus. Sie tragen den Namen ihrer Herrin in mieser Gold-Typo um den Hals und ganz ehrlich: was Dieter Bohlen der deutschen Musikkultur angetan hat (und immer noch antut) ist unverzeihlich, aber davor, dass er diese Nora-Kuh seinerzeit nicht auslöschte, ziehe ich meinen Hut. Massive Props, er muss gelitten haben wie Albinos in den Freibädern Ugandas, die Mittags ein Sonnencreme-, Schirm- und Hut-Verbot aussprechen.
Natürlich kenn ich noch die Namen, ist ja auch erst 



