“Be my Parkometer!” – Verwirrung am Hängeregistraturschrank

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature, Gossip | 20.02.2012 um 00:00 Uhr

Ein Bekannter berichtete mir neulich über ein paar Besonderheiten innerhalb seiner Firma (mit Sitz in Kehl, Metier: Energieversorung, 80 Mitarbeiter). Unglaubliche Einmaligkeiten, die ich in dieser Form zuvor noch nie gehört habe, ich muss Euch das heute mal erzählen.

In den letzten paar Jahren seien dort drei Mitarbeiter Marmel-seitig durchgeschnalzt. Also, kein einfacher, Rangnick’scher Ausbrenner mit drei Wochen Ausschlafen und alles läuft wieder – nein, so richtig mit Einweisung, Kur und anschließender, psychologischer Langzeitbetreuung. Überboten werden kann dieses Phänomen noch vom innerbetrieblichen Paarbilderism – 27 der 80 Mitarbeiter (33,75%) haben in den letzten paar Jahren miteinander herumgedietschert, aktuell würde es resultierend daraus immer noch ein halbes Dutzend (17,5%) funktionierende Beziehungen geben, ein Irrsinn. Gerade bei Angestellten ist doch das Büro die einzige Rückzugsmöglichkeit vom/von der zahnbehaarten PartnerIn. Ich fragte, wie es denn so wäre, wenn jeder Dritte in dem Laden eine/n oder mehrere KollegInnen bereits einmal knieend von hinten gesehen hätte – und ich sollte es erfahren:
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78′s – Carved Vinyl Artworks by Scott Marr (6 Pictures)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Musik, Sculptures | 14.02.2012 um 12:45 Uhr

Der aus Blue Montain/Australien stammende Künstler Scott Marr hatte da offensichtlich ein paar zu sehr zerkratze Platten, was ihn dazu bewegte, ein paar künstlerisch gestaltete Vinylschnitzereien anzufertigen. Können sich sehen lassen, oder wie wir sagen – ornamentös:

“Artist Scott Marr had a number of scratched records, so he decided to carve on them. The end result is a crochet-inspired series entitled 78′s.”


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Reunion: Lil’ MC auf dem Klassentreffen 1992

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Feature | 13.02.2012 um 00:00 Uhr

Eigentlich war es gar kein wirkliches Klassentreffen, eher eine Party von ehemaligen Schülern, die auch 2 Jahre nach der Schulzeit noch zusammen rumhingen wie Basketballkörbe. Unsere damalige Paderborner Ruler-Clique wurde auch eher geduldet als herbeigesehnt, aber seinerzeit lief es so, als würde man einen halben Kasten Bier kaufen: einen eingeladen, 12 bekommen. Der Gastgeber kam aus Melsdorf, einer Ortschaft für Betuchtere, die direkt an unseren eher rustikalen Sadtteil grenzte. Sein Vater hatte eine Firma mit größeren Lagerräumen, wo auch die Feierlichkeit stattfinden sollte und ich war gleich vierfach aufgeregt: a) TGIF b) Freibier in Melsdorf (hatte für uns Mettenhofer den Flair einer Hollywood’schen Aftershowparty) c) traf man nach 24 Monaten endlich den alten Schulhof wieder und d) Nicole, von deren Zusage ich aus sicherer Quelle hörte.

Mit Nicole und mir lief es zu Schulzeiten immer so halbschlüpfrig. Was unsere Biologie betraf, hingen wir beide genau wie der Reservereifen eines Jeeps etwas hinterher, wir wuchsen bis zu unserem 19 Lebensjahr nur in die Höhe. Hinzu kam bei mir die meine überdurchschnittlich große Zunge, die einen leichten Sigmatismus auslöste, was mein Leben als Brillenträger überdies erschwerte. Nicoles Zahnspange, ihr Mäcki-Haarschnitt und die eher knabenhafte Figur machten uns aber zu gleichrangigen Behinderten. Hin und wieder flirteten wir, auf der Abschlussfeier brachte ich dann nach schüchternen zwei Jahren Herumangedeute meine konkrete Anfrage hervor: “Niggi ey! Hier, das Ding mit uns ist lang noch nicht durch, nä!? Eines Tages finishen wir das noch, nä!?”. “Ja, hihi, einverstanden. Finishen wir!”. Top! Da war sie, die Zusage. Endlich hatte ich sie, jetzt konnte ich bei den Anderen herumprotzen und in Ruhe all das Hefeweizen austrinken.
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Manchmal muss es halt auch mal ein Mandelhörnchen sein

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 06.02.2012 um 00:00 Uhr

Anfang dieses Jahrhunderts, im Büro war die Stimmung gerade nicht die Allerbeste. Die kleine Liaison mit meiner damaligen Assistentin musste ich mehr oder weniger stunden, da sie partout nicht einsehen wollte, dass ich eine Bibämsualität im Rahmen unserer gemeinsamen Zeit nicht dulden wollte, auch wenn es dabei um ihren Freund ging. “Ramona, wie stellst Du Dir das vor? Erst läuft da was bei Euch und wir sehen uns später? Wenn ich auf Cremelawinen stünde, wäre ich Konditor geworden.”. Sich von ihrem Freund trennen konnte sie aber auch nicht. Er war Millionär, sie wohnten in seiner Villa am Stadtrand, mit einer täglichen Haushälterin, die sogar kochte. Ramonas einziger Job war es also, 24/7 libidös und abrufbereit zu sein. Naja, und hin und wieder Blumengießen.

Jedenfalls kam ich seinerzeit immer nur vormittags kurz ins Büro. Ich kümmerte mich nur schnell um die dienstlichen E-Mails, dann etwas ausführlicher um die Privaten, las noch 10-20 Blogs und fuhr dann zum ersten Außentermin. Manchmal hatte ich im Anschluss noch etwas Luft, also so 2-3 Stunden zum nächsten Termin zu überbrücken. Wenn das Wetter schön war, fuhr ich gerne an den Strand, kaufte mir ein schönes Mandelhörnchen und einen Becher Kaffee, setzte mich auf eine Bank an der Promenade und rauchte eine Filterzigarette. Manchmal zog ich die Packungsfolie ein Stückchen vor, brannte mit der Glut seitlich ein Löchlein in die Folie und pustete dann etwas Rauch hinein. Wenn ich dann mit dem Zeigefinger vorsichtig gegen die Folie klopfte, kamen kleine Rauchringe aus der Packung, was lustig aussah und auch nur gemacht wurde, weil es weder Smartphones noch UMTS gab.
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Nightshiffing

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 30.01.2012 um 00:00 Uhr

Grundschulzeit, Fußballverein, Konfirmandenzeit, ein paar Jahre auf dem Gymnasium – mein damaliger Buddy Rafael begleitete mich eine ziemlich lange Zeit in meinem Leben. Das beinhaltete natürlich auch sämtliche Ausflüge, in der vierten Klasse nach Amrum, Ferienlager, Konfirmandenfahrt – nur eine Sache machte mich gleich stutziger als Haartrimmer: während wir übrigen Schüler/Konfirmanden freie Platzwahl bei den Etagenbetten hatten, wurde für Rafael stets ein Untenliegen angeordnet. Der Grund dafür zeigte sich am zweiten oder dritten Abend, er war gelb und roch nach Spargel.

Rafaels Bettnässerism ereignete sich nicht jede Nacht, vielleicht so 2-3x die Woche. Er litt darunter, konnte sich auch nicht erklären, warum er seinen nächtlichen Harndrang nicht in den Griff bekam. Ich glaube, er war einfach zu entspannt. Er war ein sorgenfreier Mensch, der sich niemals beklagte, selten traurig war und erst recht nie weinte. Mit 16 wurde er beim Fußballspeilen einmal unsanft von den Beinen geholt. Der Gegner trat ihm auf den Fuß und walzte ihn nieder, das Ergebnis war ein komplizierter Bruch des Sprunggelenkes, sämtliche Bänder waren durch, der Fuß zeigte seinerzeit orthogonal vom Knöchel Richtung Lattenrost, er konnte im Liegen mit ausgestrecktem Bein seine Sohle sehen, es roch nach Blut und Eiter, vom bloßen hinsehen wurde mir schwindelig. Rafel guckte nur kurz, schaute dann zu uns auf, guckte nochmal kurz und erklärte “das muss sicher geröntgt werden!”. In der Klinik blieb er nach der OP nur 4 Tage, trotz Einzelzimmer und Gummimatte.
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Tipping Struggle – Immer Ärger mit dem Trinkgeld

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 23.01.2012 um 00:09 Uhr

Muss ich leider zugeben: bin ein radikaler Tipping-Trottel. Zuhause, noch viel schlimmer aber wie zuletzt in den USA. Ich verstehe nicht, was dieses ewige Herumgetippe soll. Irgendwelche ungeschriebene Gesetze, von denen die Welt erwartet, dass man sie kennt. Jeder Dienstleistungs-Dude, der Einem hier aus 500m freundlich entgegenwinkt, erwartet Bargeld – warum? Ich bin ja auch immer freundlich, höflich, zuvorkommend – zumindest zu Menschen, die ich nicht kenne (wo ich also noch noch nicht weiß, ob es sich ggfls. um ein Arschloch handelt) und zu Menschen, die freundlich zu mir sind oder eine freundliche Aura haben – mich bezahlt dafür aber ja auch niemand. Wer mich mit einem Gesicht wie 7 Tage offenes Raucherbein begrüßt, flapsig wird oder sonstwie nervt, der kriegt natürlich auch keine Liebe zurück, so einfach ist das. Aber warum muss man hier mit Dollar-Noten um sich werfen, als hätte es die Subprime-Krise nie gegeben?

Nehmen wir diesen einen Typen da neulich vor mir in der Taxi-Warteschlange, der dem Hotel-Cooperator, welcher die Taxis heranwinkt und einem die Tür aufhält, einen Dollar in die Hand gedrückt hat. Die 10 wartenden Menschen vor ihm taten es nicht und ich sah das auch irgendwie nicht ein. Türaufhalten für ‘nen Nickel, top Geschäftsmodell – stell’ ich mich am Montagmorgen in der Einkaufsmall vor den Haupteingang und bin am Freitagabend Billionär! Als ich dann unvertippter Dinge losfuhr, guckte er bestürzter als Jemand, der bei einem Erdbeben in Pisa links vom Turm steht stand. Sünde.
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Meet Haydar (“Harry”)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Feature | 02.01.2012 um 00:00 Uhr

Es ist eigentlich kaum zu glauben, dass ich Euch noch nie von meinem alten Buddy Haydar berichtet habe. Haydar kam, genau wie der Name, aus arabischen Gefilden, wollte aber eigentlich nie Haydar genannt werden, er stellte sich lieber überall mit “Harry” vor. Ferner stellte er sich vor, er sähe ein wenig so aus wie Antonio Banderas, was natürlich richtig war. So richtig, wie beispielsweise auch Steve Buscemi aussieht wie Bradley Cooper. Beide weiß, blaue Augen, brünett – zum Verwechseln ähnlich! Und Hobbies hatte Harry auch: Autos (natürlich bayowarischer Herkunft) und Mädchen. Mehr so die Jüngeren.

Leider wohnte Harry auch mit Mitte 30 immer noch zuhause, Ayran scheckt halt nirgendwo besser als bei Müddi. Nun war es ihm aber leider wegen Respekt, Religion und ein paar weiterer Kulturlügen nicht möglich, eine neue Bekanntschaft mit nachhause zu bringen. Pfiffig wie er aber war, hatte er sich rechtzeitig Abhilfe verschafft: zum Einen gab es das zentral gelegene Büro eines Freundes (mit Couch) und zum Anderen waren die Ledersitze seines Dreiers upwashalble. Dieses kleine Waldstück an der Kieler Forstbaumschule hat seit der letzten Holstein-Meisterschaft kein KFZ häufiger gesehen als Harrys, wenn auch immer nur für 6 1/2 Minuten.
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Durst ist schlimmer als Heimweh

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Feature | 19.12.2011 um 00:00 Uhr

Dass ich heutzutage so eine große Sympathie für eine ausgedehnte Nachtruhe hege, liegt vermutlich in den 90ern begründet, die Schlafloseste all meiner bisher durchlebten Dekaden. Die Anzahl der Stunden, die ich in den Neunzigern schlief, düfte irgendwo im unteren, dreistelligen Bereich angesiedelt sein. Besonders nach Wochenenden war ich massivst unausgeruht, ich weiß nicht, ob sich bis heute etwas daran geändert hat, aber bei Teenagern beginnt das Wochenende ja bereits am Donnerstag Abend, glücklicherweise war Montags immer Berufsschule.

Aber auch unter der Woche war es dramatisch, besonders so 1992/1993 herum. Ich hatte damals eine Freundin, deren Eltern nicht zuliessen, dass ich bei ihnen zuhause übernachtete, was nichts mit mir persönlich zu tun hatte, höchtens ein bißchen. Ähnliches bei mir zuhause. Meine Mutter signalisierte Bereitschaft, sich bezüglich einer nächtlichen Obhut meiner weiblichen Gäste einverstanden zu erklären. Jedoch erwartete sie im Gegenzug, dass die Nachtgäste sich aktiv mit in den Haushalt einzubeziehen hätten. Abwasch gegen Beischlaf, quasi. Staubwischen, was ja wesentlich extensiver zu verrichten war, hätte dann vermutlich nur ein Verbleiberecht bis Mitternacht zugelassen. Eine WC-Komplettreinigung dann höchstwarscheinlich AccessAllArea, will ich meinen – hab’ das aber niemals wirklich konkretisiert.
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Corpus Becacti

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 14.12.2011 um 00:02 Uhr

Mein heutiger Beitrag ist dem Arschloch gewidmet und damit meine ich nicht Uwe Voigt. Gemeint ist eher das Anatomische, das ist viel sensibler als Uwe Voigt und obwohl es im Laufe eines Lebens mehr Stuhl produziert als IKEA noch lange nicht so braun. Gemeinhin gilt ja der Mythos, es gibt auf der Welt nichts, was mehr verarscht wird als Toilettenpapier. Mit Ausnahme von Windeln und Sesselliften vielleicht, die aber ja mehr so saisonal. Heute muss ich diese Illusion beenden, ich kenne da nämlich Jemanden, bei dem das Toilettenpapier den Spieß umgedreht hat wie Selçuk von Döner Clausen zur Rush-Hour:

Wobei, persönlich kannte ich den besagten Herren und ehemaligen Arbeitskollegen nicht wirklich näher. Ein ganz normaler Kieler, 9to5 und 2x Sport unter der Woche (Tischtennis! Bei absoluter offthehook-Tagesform und der Sonne im Zenith auch gerne Federball), am Samstag Wagenwäsche und ficken, Sonntags Tatort. Ein paninöses Abziehbild mit Phil Collins im Autoradio (nur die neuen Sachen, als er schlecht wurde), HTC-Handy und Güddelmusszudenschuhebasse. Jemand, den man sogar aus versehen rechts überholt und wenn ein durchschnittliches Menschenleben nur ein Furz im Raum-Zeit-Kontinuum ist, so ist sein Leben der im Nichts verschwindende Nachhall ebendieses in der Subkontraoktave C2. Was ich dennoch an ihm mochte: nichts. Na gut, er räumte oft den Firmen-Geschirrspüler aus, das war okay, wenn mir bisweilen aber auch etwas zu laut.
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“Worst Wurst” – Rat Shit Miniature Installation by Slinkachu (5 Pictures)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Funny Shizznits, Installationen, Streetstyle, urban art | 13.12.2011 um 11:33 Uhr

Ihr erinnert Euch an die süßen “Little People”-Miniatur-Installationen von Slinkachu? Nun, das hier ist jetzt auch süß, aber auf einer anderen Ebene. Vielleicht eher nussig. Der aus London stammende Künstler präsentiert hier sein neuestes Werk: “Worst Wurst”, Miniatur-Wurstverkäufer meets Rattenkacke – aufgenommen an einer Mülltonne in Stuttgart:

“The London-based miniature installation artist Slinkachu shows us one of his newest works, ‘Worst Wurst’.”


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Reminiszenz: Die Dosenfabrik und der Doppel-Mofaritt

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 12.12.2011 um 00:14 Uhr

Rückblickend war das vermutlich die schönste Zeit im Leben, es lief auf so vielen Ebenen perfekt. Keine Existenzängste, weil man bei Muddi lebte, hungrig auf das ganze Leben, was noch vor einem lag und durstig sowieso. Aber in Maßen durstig, weil man die Grenze zwischen angenehm einen im Schuh haben und einem zwanghaften Speireiz noch nicht final ausloten konnte und somit auch mal vier Biere reichten, um einen guten Abend zu haben. Na gut, fünf.

Wir waren 16 Jahre alt, saßen in Markus’ großzügigem Kinder-Kellerzimmer fernab seiner Eltern, tranken Paderborner für 39 Pfennig die Dose und guckten “Ein Fall für Zwei”. Ich glaube, zu der Zeit fand man Josef Matula sogar noch cool, obwohl bis heute nicht geklärt wurde, was zwischen ihm und Dr. Renz wirklich lief, die waren ja eigentlich immer ganz süß zueinander. Aber geile Lederjacke und Billard pieksen konnte er auch. Nach der Ausstrahlung und dem Ende der letzten Paderborner-Dose verspürte ich erstmals in meinem Leben eine auch heute noch innewohnende Feier-Rastlosigkeit und sagte den Satz, den man an jedem Freitag um 14.30h aus sämtlichen Versicherungsbüros der Welt hört: “Lass uns zum Puff runter und noch ein Bier trinken!”. Bullseye! Markus’ Augen funkelten wie Friedhelms bei Auswärtssiegen, so ein Angebot abzulehnen fällt schwerer als einbeinige Epileptiker auf öligen Drahtseilen im Auge eines Wirbelsturmes.
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Nur zu Deiner eigenen Sicherheit

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 05.12.2011 um 00:00 Uhr

Ich erinnere mich ungern an eine alte Kollegin zurück, deren Hauptargument bei der Übermittlung unvorteilhafter Arbeitsanweisungen immer ein “ist ja nur für Deine eigenen Sicherheit!” war. Als Freiheits-bevorzugender Mensch pfiff ich damals bereits auf Alles, was mir angeblich mehr Sicherheit verschaffen würde, ich fühlte mich eigentlich ganz wohl so, wie es gerade war, nahm so lästige Sicherheitsmaßnahmen wie Kondome, Anschschnallgurte und Schluckimpfungen gelegentlich in Kauf, dann war aber auch gut. Beispielsweise sollte erstmals eine elektronischen Zeiterfassung installiert werden, natürlich “zur eigenen Sicherheit”. Dass sowas ausschließlich der Mitarbeiterüberwachung und vorsätzlichen Abmahnabsichten aufgrund kleincojonöser Machtausübungsherumhurereien dient, weiß vermutlich selbst die Putzfrau – in diesem Zusammenhang aber auch ein Paradoxon, weil diese eh cleverer war als 6 von 8 Abteilungsleiter, zusätzlich aber auch noch Fugenfit und SchimmelEx konnte.

Dann kam sie eines Tages mit eine Wisch daher, auf dem ich etwaige Nebenjobs zu deklarieren hatte. Ich selbst hielt diesen Move für fruchtloser als Capri Sonne, so’n büschen Bloggen und Musizieren nebenbei – warum musste sowas dokumentiert werden? Natürlich zu meiner eigenen Sicherheit. Auf Rückfrage, welcher meiner lieber Kollegen denn darum gebeten hätte, gab es keine Auskunft. Kein Wunder, dass Deutschlands Angestellte ausbrennen, Paranoid werden und/oder Andrea Berg hören, man wird da ja mit Anlauf hineingetrieben.
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Frühstück bei Herrn Byttner

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Feature | 21.11.2011 um 00:00 Uhr

Es war im April 2001, als ich im Rahmen meiner dienstlichen Tätigkeit als Außendienstmitarbeiter das erste Mal auf Frau Byttner traf. Den Vornamen habe ich vergessen, ich erinnere mich nur an ihren Blick während des Beratungsgespräches. Schwer zu beschreiben, so eine Art Esther Schweins mit erschöpfter Kiefermotorik. So von unten und mit erzwungenem Schlafzimmerblick guckend, den Mund­ dabei einen Hauch von auf. Dazu die gebogene Außenhand leicht angedeutet unter dem Kinn, ich habe noch nie verstanden, wozu das gut sein soll? Zum Kaschieren vom Doppelkinn würde es Sinn machen, nach einem Sturz vom Longboard auf der bolivianischen Yungas-Straße oder als Folge eines unfreiwilligen Kanntsteinbisses vielleicht noch, dann war’s das aber auch schon. Fürchterlich.

So unerträglich wie Esther Schweins mir heute in Talkshows auffällt, so geil machte mich Frau Byttner mit diesem albernen Gehabe damals. Ich war wohl seinerzeit Zielgruppe für sowas, Kleinstadt-Vertreter im 200DM-Anzug, alle 14 Tage Solarium und mehr Gel auf der Birne als in Ringeldingeldongel. Natürlich traf ich mich anschließend nochmal mit ihr, auch wenn meine privaten Akquise-Vorhaben zunächst nicht so glücklich anliefen. Woher sollte ich auch wissen, dass die Handynummer auf ihrer Visitenkarte die Nummer des einzigen Mobilfunkgerätes der Firma war und ihr Chef mit meinem „Ich kann Unterlippen-Jiu Jitsu, soll ich zeigen?“ nicht besonders viel anfangen konnte.
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Trockenbau-Fugenkelle: Victims of Betaisierung

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 14.11.2011 um 00:35 Uhr

Lasst Pabba Winkelsen heute doch bitte nochmal Einen aus seinem reichhaltigen Portfolio an zwischenmenschlichem Sozialknowledge kicken, denn wenn ich eines im Leben gelernt habe: die größten Arschlöcher der Welt sind immer verbetaisierte Männer, denen zufällig etwas Macht in den Schoß fiel, welche auf das Asozialste missbraucht wird, um eigene Hilflosigkeiten zu vertuschen. Zunächst: Betaisierung. Alle Ein eher kleiner, prozentualer Anteil an Frauen haben im Leben nur eine Aufgabe: sich ein männliches Alphatier zu schnappen und es psychisch und seelisch zu zerstören, zu betaisieren. Das fängt mit demütigenden Einkaufsbefehlen an (“bringst Du bitte feuchtes Toilettenpapier und Tampons mit?”), geht über verächtliche Haushaltsinstruktionen (“Entferne den Urinstein. Und reinige doch bitte meine Hornhautraspel. Mit dem Mund.”) und endet bei Einschränkungen seiner persönlicher Vorlieben (“Schon wieder Stammtisch? Das war doch erst vor 8 Monaten!”). Es soll sogar Frauen geben, die bis zum Äußersten gehen und Fussmassagen einfordern.

Das Schlimme ist: viele Männer wollen einfach ihre Ruhe haben, machen dieses Gebaren aus Harmonie-Gründen mit und merken gar nicht, dass sie sukzessive entskrotumisiert werden/wurden. Ist es dann erst einmal zu spät, wirken die Betaisierten auf ihr Umfeld wie ferngesteuert. Sie kaufen sich Nickelbrillen, geben Interviews nur noch zusammen mit ihren Frauen aus dem Schlafzimmer heraus. Sie tragen den Namen ihrer Herrin in mieser Gold-Typo um den Hals und ganz ehrlich: was Dieter Bohlen der deutschen Musikkultur angetan hat (und immer noch antut) ist unverzeihlich, aber davor, dass er diese Nora-Kuh seinerzeit nicht auslöschte, ziehe ich meinen Hut. Massive Props, er muss gelitten haben wie Albinos in den Freibädern Ugandas, die Mittags ein Sonnencreme-, Schirm- und Hut-Verbot aussprechen.

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Endlich 17: “Moin Lil’ MC, alles Gude noma’ und stell mal kalt.”

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 07.11.2011 um 00:10 Uhr

Tagsüber in der Schule verhielten sich alle normal, es schien mir so, als würde weiter nichts Ungewöhnliches passieren an meinem heutigen, siebzehnten Geburtstag, den sogar ein paar meiner Freunde offensichtlich vergessen hatten. Mit einer Überraschungsparty rechnete ich zwar, aber nicht fest. Wie ihr vielleicht wisst, verlebte ich einen Teil meiner Jugend in einer eher rohen Gegend Kiels. Bei uns in der Hood standen die Freunde bei Überraschungsparties nicht mit Pullunder und Konfetti im dunklen Wohnzimmer und warteten auf den nichtsahnenden Geburtstägler, der beim Einschalten des Lichtes hochlebend besungen und mit Sachertorte begrüßt wird – in meinem Fall war es (zur großen Freude meiner lieben Frau Mama) die komplette Paderborner-Ruler Gang, die mich mit 12 Mann und 6 Paletten Bier mit “Moin Lil’ MC, alles Gude noma’ und stell mal kalt.” beglückwünschte. “Ach wie lieb, Cadden. Aber, … aber warum 144 Bier, wir sind 13 Leute und es ist Dienstag!”, “Ja ich weiß, Dings kommt nach und wenns eng wird soll er noch an die Tanke hab’ ich gesagt”.

Natürlich kenn ich noch die Namen, ist ja auch erst 20 10 Jahre her: Cadden, Svenny, MHW, Olli, Lumpi, Todden, Moser, Jerry, Hansen, Stasenberger, Ähne, Stehwe und Dings und an Dings echten Namen kann ich mich einfach nicht erinnern, weil Dings ein eher langweiliger Zeitgenosse war. Außerdem war der Name etwas komplizierter, was auch so eine Unart ist. Langweilige Menschen sollten per se kürzere Namen haben, damit man sie sich leichter merken kann. Am besten wäre, sie bestünden nur aus zwei Buchstaben, oder einem Vokal. Wobei einige Menschen noch nicht einmal einen Buchstaben verdient hätten, mein ehemaliger Vorgesetzter zum Beispiel. Der war so beliebig, der hätte nicht mal einen Konsonanten, was rede ich, nicht ein Apostroph verdient. Allerhöchstens einen angedeuteten Sprachlaut aus dem nordchinesischen Mandarin, dann ist aber auch gut. Aber zurück zur Party, wir steigen bei Bier 70 nochmal ein.
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