NNS 041: Drowsy Dawn – Jazz, Dub und World mit Lily im NoNations Studio
Wenn die flüchtige Nacht langsam verblasst und die erste Kühle des Morgens einer sanften Wärme weicht, beginnt ein ganz besonderer Moment. Genau für diesen flüchtigen Übergang hat das transkontinentale Musik-Kollektiv NoNations Studio eine neue Episode seiner gewohnt geschmackvollen Mix-Reihe veröffentlich. In der Ausgabe 041 „Drowsy Dawn NoNations“ übernimmt die in Tokio und Toronto ansässige DJ und Selektorin Lily das Ruder. Ihr exklusives Vinyl-Set trägt den passenden Titel „Drowsy Dawn“. Es lädt dazu ein, den Tag in kompletter Entschleunigung und mit wachem Geist zu begrüßen.
Drowsy Dawn x NoNations – Die Kunst der sanften Entschleunigung
NoNations Studio hat sich als plattformübergreifendes Projekt zwischen den Metropolen Tokio und London längst einen hervorragenden Namen für organische, vinylfokussierte Musikerlebnisse gemacht. Das grundlegende Konzept setzt ganz gezielt auf Stimmungen, Tageszeiten und spezifische Wetterlagen.
Lily, die eng mit dem renommierten Tokioter Vintage-Plattenladen ELLA RECORDS verbunden ist, greift diesen feinen Faden perfekt auf. Bekannt für ihre reinen analogen Vinyl-Sets, kombiniert sie mühelos globale Einflüsse aus Jazz, Dub, Soul, Funk und World Music. Ihre umfangreiche Erfahrung aus über 120 Gigs pro Jahr sowie Auftritten bei angesehenen Underground-Festivals wie dem japanischen FESTIVAL de FRUE oder rural spiegelt sich in jeder einzelnen Übergangssequenz wider.
Ein musikalischer Wegweiser durch die erste Dämmerung
Schon der direkte Auftakt markiert die künstlerische Richtung der Reise. Mit Weldon Irvines zeitlosem Stück „I Am“ schlägt der Mix sofort eine tiefgründige, spirituelle Note an. Im Anschluss gleitet das durchdachte Set über die atmosphärischen Klänge von Takuro Okada in balearisch angehauchte Jazz-Gefilde.
Lily lässt den sorgfältig ausgewählten Stücken extrem viel Raum zum Atmen. Sie verzichtet bewusst auf hektische Brücken und vertraut stattdessen auf das natürliche, feine Spiel der analogen Frequenzen. Die Musik schmiegt sich wie die ersten warmen Sonnenstrahlen an die Haut. Sie erzeugt eine intime Atmosphäre angenehmer Schläfrigkeit, in der das eigene Bewusstsein langsam erwacht.
Von mongolischem Ethno-Jazz bis zu karibischen Dub-Vibes
Im weiteren Verlauf entfaltet der Selektor-Mix seine beeindruckende kulturelle und musikalische Spannweite. Die mongolische Sängerin Enji bereichert das Set mit dem feingliedrigen Stück „Zuirmegleh“, bevor tiefe, dubbige Basslinien schließlich das tragende Fundament übernehmen. Tracks wie MaLs „Let me Dub you“ oder Peckers nostalgisches „International Orchitis“ bringen eine behagliche, sanft wiegende Dynamik ins Spiel. Lily verbindet mühelos fernöstliche Ästhetik mit mitreißenden afrikanischen Rhythmen von Ebo Taylor sowie der legendären Reggae-Tiefe eines Bim Sherman. Gegen Ende bündelt „Hungry On Arrival“ von Outernational Meltdown noch einmal die gesamte globale Energie dieses bemerkenswerten Ausnahmesets.
Ein feines Hörerlebnis für entspannte Morgenstunden
„Drowsy Dawn“ erweist sich als weit mehr als nur eine beiläufige Hintergrundbeschallung für den ersten Kaffee am Morgen. Lily zeigt eindrucksvoll, wie organisch sich unterschiedlichste Genres, Epochen und Kontinente auf dem Plattenteller miteinander verbinden lassen. Wer auf der Suche nach einem hochkarätigen Mix zwischen Kontemplation, warmen Bässe und zeitloser Weltmusik ist, wird hier fündig. Dieser Mix ist eine wahre Bereicherung für die tägliche Routine und zeigt die zeitlose Klasse von NoNations Studio (hier auf Youtube).


