Persönliche Studie über die Gefahren und Ängste bei Spa-Treatments

Heute geht es um unterschiedliche Gefahren und Ängste bei klassischen Spa-Treatments, am Ende meiner persönlichen Studie widmen wir uns der Angst des Mannes, von einem anderem Mann ein Treatment verpasst zu bekommen. Aber beginnen wir diesen Text mit einem schlüpfrigen Zugeständnis meinerseits: ja, es ließ sich bisher nicht vermeiden, dass ich bei bisher jeder Anwendung eine Half-Lat (Paderborner-Rulerisch für Halberektion) bekam, in einem Fall leider sogar ein Fullerection. Und das kam geht so:

Wer in seinem bisherigen Leben schonmal eine Spa-Behandlung mitgemacht hat, kennt die Umstände. Die Gesamtstimmung möchte ich mit dem Adjektiv lauschig umschreiben. Es läuft entspannte Muskelrelaxations-Mucke, von der ich gerne mal den Komponisten kennenlernen möchte. Grob zusammengereimt muss das so der Typ “Sohn der langweiligen Nora Jones (die aber immerhin derbe aussieht) und des noch langweiligeren James Blunt” sein, nur auf hartem Valiumkonzentrat und linkshändig begichtet. Aber ist ja nicht schlimm, es kann ja nicht überall Onyx laufen und diese rammdösige Spa-Fahrstuhlsmusik stört nicht beim Bügeln. Es ist angenehm warm, man trägt zunächst nur ein leichtes Höslein und liegt auf dem Bauch – 24/7-Situation einer jeden Tia Tequila, Lily Thai oder Diego Benaglio. Dann wird der gesamte Körper in Öl gelegt, es geht von Nacken über Schulter bis zum Unterrücken, später folgen Füße, Waden, Oberschenkel und – Achtung! – Unterpo. Stellt Euch Euren Ass vor, teilt diesen in vier gleichgroße Bereiche und nehmt die Viertel Südwest und Südost, welche flächendeckend mit Frangipani-Öl benetzt werden – voilà! Auch als Hetero-Dude fängt man spätestens jetzt mit dem Fantasieren an, die Gedanken sind frei, das sind Instinkte, da kann man nichts machen. Und dann heisst es: umdrehen.

Angebeult dreht man sich also auf den Rücken, was nicht schlimm ist, weil die Therapeutin das Handtuch hierbei so hoch vor ihr Gesicht zieht, dass sie eigentlich nichts sehen kann. Eigenlich, weil ich mir sicher bin, dass der clarkkent’sche Röntgen-Blick ein großer Teil der Ausbilung zum/zur TherapeutIn darstellt. Und dann geht es halt vorne/oben weiter, je nach Treatment mit Kopf, sonst Brust, Bauch und nach nur kurzer Zeit – Beine. Ich möchte mal einen Mann sehen, der dem standhalten kann, also, … hier nicht standhält. Man ist doch kein Stein. Kleine, meistens asiatische Hände auf der eingeölten Innenseite des Oberschenkels – liebe Spa-Therapeutin, ganz ehrlich: selbst Schuld. Ich hoffe nur, die verstehen weder eine Half-Lat noch die Fullerection als Beleidigung oder unreife Belästigung, andererseits – dann würden sie den Job wohl auch nicht machen. Ich gehe sogar davon aus, dass alle Therapeutinnen backstage Battles am Laufen haben, wieviele ihrer Kunden sie jeweils lattiös bekommen haben. Die mit den wöchentlich meisten Hölzern [sic!] bekommt am Freitag Nachmittag dann den Walnuss’n’Sauergurken-förmigen Wanderpokal. Ich selbst verstehe mein Ausbeulen im Spa-Bereich jedenfalls als Zeichen großen Respekts, harte Props für die Skillz, alles normal gemacht.

Kommen wir jetzt zum angekündigten Diskurs “Warum ein Mann keine Spa-Massage von einem anderen Mann bekommen möchte”: siehe Absätze zwei und drei. Auch der Typ hat warme Hände (nur etwas größer) und Öl. Stellt Euch das mal vor.

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Kommentare

13 Kommentare zu “Persönliche Studie über die Gefahren und Ängste bei Spa-Treatments”

  1. matt sagt:

    Gute Story, wie so oft – thanks!

    Ich nutze die Gelegenheit eines Kommentars und mache nochmal auf den ziemlich nervigen Werbebanner von Toyota aufmerksam, dessen Video (+Sound) wohl bei jedem Reload der Page automatisch startet und in etwa so irritierend ist, wie das plötzliche Erscheinen des Männlichen Masseurs beim Spa-Threatment!

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  2. yeahsara sagt:

    Hahahaha WINKEL! Wir müssen wieder zusammen verreisen! Ich lach mich tot, einfach nur bei der Erinnerung an deinen Gesichtsausdruck als man dir vorschlug dass du doch von einem Dude massiert werden könntest. Wahnsinn. Aber hey, ich versteh dich. Keine Frau möchte einem fremden Typen ihre spitzen Nippel präsentieren. ;)

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  3. MC Winkel sagt:

    @matt: zu 1) Danke Dir! Zu 2) … aber der Sound starte doch nur, wenn man mit der Maus drüberfährt!!?! Probier’s bitte nochmal aus, ich hasse sowas auch und würde den Banner dann wirklich erstmal wieder entfernen…
    @yeahsara: *lol* … ich weiß gar nicht, ob Du dabei warst, als der Typ dann später in diesem Aufenthaltsraum zu mir kam, sich vor mich hinkniete und bekanntgab, er sei dann heute mein persönlicher Therapeut. DAS war die blanke Panik in meinen Augen! :) Zum Glück konnte ich das noch verhindern… Film btw. morgen Abend!! :)

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  4. berlina sagt:

    ich empfehle dazu auch: axel hacke “Verspannt in alle Ewigkeit”

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  5. Norman sagt:

    Junge, Junge, Junge: Das hatten wir längst auf den Malediven geklärt! Falls du also weiterhin dieses Thema hochkochst, lade ich SOFORT das Netzhöschen hoch, was du vor dem Massagetermin tragen solltest =)

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  6. Tarek sagt:

    hahahahahhhahaa, “harte Props für die Skillz, alles normal gemacht.”
    whudat!

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  7. Gürtel sagt:

    Ich hatte zwei Massagen in meinem Leben. Und ich wette, bei den Masseusen hätte sich bei dir auch nix geregt…

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  8. Lieblingsbremerin sagt:

    Haaa! Und die Moral von der Geschicht: Knoblauch schützt vor half-lat nicht.
    Ich habe ihn gesehen, Deinen Gesichtsausdruck beim Anblick des Therapeuten. Kurz: Pure Panic!

    Props für die Massagereportagen-skillz, dude!
    die Lieblingsbremerin!

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  9. MC Winkel sagt:

    @berlina: Boargh, keine Zeit für Bücher, um was geht’s denn da genau?
    @Norman: AHahhahahahhaha, bitte nicht! Aber lieber hochladen als dass ich gezwungen werde, es eines Tages zu tragen. Stichwort: A*e! :) Ich hätte da übrigens eine Idee: Blogger Jet-Ski Meisterschaften auf der Spree! Was sagst Du dazu?!
    @Tarek: Danke. :)
    @Gürtel: Alter, wo war das? Saas Fee oder San Fran? :) Ich muss Dich mal mit ins Banyan Tree-Spa mitnehmen, dann verstehst Du! :)
    @Lieblingsbremerin: Hihi… das Schlimme ist: im schlimmsten Fall wäre ich echt gegangen. Das hätte ich niemals zugelassen. Aber dann hätte der Therapeut bestimmt gedacht, es sei seinetwegen, das will man ja auch nicht. Ich bin mir aber sicher, dass Du da zur Not übernommen hättest! :)

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  10. matt sagt:

    @mc:
    startet leider auch ohne mouseover.
    du tust sicher vielen leuten einen gefallen, indem du das ding wieder runterwirfst! ;)

    grüzi

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  11. Lon sagt:

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  12. Kusadasi sagt:

    In der Türkei war ich in eine Kurs aber nur einige Tage war langweillig .)

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