WHUDAT fährt den neuen Mercedes-Benz SL in Kalifornien (33 Fotos + exklusives Video + 2 Wallpaper)

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Das Klima in Kalifornien ist ohne Zweifel legendär. Dies gilt besonders für den Süden zwischen Los Angeles und San Diego, wo es mit durchschnittlich 300 Sonnentagen pro Jahr unverschämt warm und durchgängig perfekt klimatisiert ist. Genau hier durfte ich vor zwei Wochen an einer zweitätigen Probefahrt mit der aktualisierten Version einer automobilen Legende bis kurz vor die Grenze Mexikos fahren: dem neuen Mercedes-Benz SL.

Die Reise begann im unterkühlten Hamburg bei leichtem Frost und führte über Frankfurt direkt nach Los Angeles. Dort angekommen wurden mir die ersten 80 Kilometer auf dem Weg nach Süden netterweise abgenommen und ich durfte im Mercedes-Shuttle einen relativ Jetlag-freien ersten Blick auf die von der Sonne mit ca 25°C aufgewärmte Landschaft Kaliforniens werfen – im Februar wohlgemerkt! Nach mehreren Monaten kalter und dunkler Wintermonate in Norddeutschland lechzten mein Körper und meine Seele nach diesen Sonnenstrahlen und so leid es mir tut, mit dem (wohl sehr netten) Fahrer meines Shuttles konnte ich leider kein Wort wechseln, hatte ich doch viel mehr damit zu tun, meine Nase gen Himmel zu richten und innerlich durchzuatmen.

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Der Stop für die erste Nacht war nach gut einer Stunde erreicht und mich empfing das äußerst exklusive Resort at Pelican Hill in Newport Beach. Auf dem Weg zu meinem Bungalow erspähte ich ihn bereits inmitten der schönsten Gartenlandschaft, den neuen SL 450 (bei uns 400 – USA: Darf’s ein bisschen mehr sein?) gepaart mit einer wunderschönen Ol‘ Lady, dem 300 SL Roadster. Beide Wagen präsentierten sich im Licht der langsam untergehenden Sonne in verführerischem Rot, einer Farbe, die so unvergleichlich als auch gefühlvoll die Liebe zum Automobil verdeutlicht wie keine zweite. Wenn es fernab der Gesetze der additiven Farbmischung einen wahren farblichen Kontrast zum blauen Himmel und den grünen Palmen Kaliforniens gibt, dann dieses Rot! Die Gedanken schweifen ab und verlieren sich in den späten 50ern und frühen 60ern, wo Frauen vom Schlage einer Marylin Monroe den Highway 1 in diesem feuerroten Auto entlangfuhren, die linke Hand am im Fahrtwind stehenden Givenchy-Hut, die rechte Hand am Lenkrad. Doch genug der Träumerei.

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Der Blick aufs Meer, den ich von meiner leicht im Hügel gelegenen Terrasse genießen konnte, sowie das eiskalte Lagunitas IPA aus der Minibar, entschädigten sofort für den langen Flug. Kann nicht besser werden? Sicher, passt mal auf!

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Nach einem kurzen Power-Nap startete ein geselliger und äußerst unterhaltsamer Abend unter Freunden, der jedoch ein frühes, verantwortungsvolles Ende fand und mit immerhin sechs Stunden Schlaf belohnt wurde, bis es dann endlich an die Schlüsselübergabe ging. Wie so oft auf solchen Fahrveranstaltungen ist dies der Moment, an dem sich zwischen den Teilnehmern ein wilder Handel um die bevorzugten Motorisierungen und natürlich auch die Lackfarben entzündet. Ich wich einen Schritt zurück und lies die Kollegen ihre Kämpfe führen, wusste ich wohl, dass die matten Mode-Lackfarben in schalem Grau und auch das fade Weiß klar im Trend liegen. Und so kam es wie es kommen sollte: Unbeliebt und ungeliebt blieb ein roter SL 63 AMG für mich und meinen ebenfalls erfreuten Mitfahrer übrig. Ha, beim Start die Konkurrenz gleich mal um etliche (Farb-)Nuancen abgehängt.

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Mit 585 PS aus einem handgefertigten Affalterbacher Achtzylinder, 900 Newtonmeter Drehmoment an den Hinterrädern, geöffnetem Dach und einer Sound-Kulisse irgendwo zwischen Dr. Dre und Deftones verließen wir das Pelican Hill Resort in Richtung des im Hinterland gelegenen Weinguts Ponte Winery in Temecula zum Mittagsstop. Dieser rund 120km lange erste Teil der Strecke auf dem Weg nach San Diego war gespickt von Passagen voller Serpentinen durch und über die bis zu 1700m hohen Berge des Cleveland National Forests inmitten des Orange Countys. Eine wunderbare Strecke, um dem neuen SL mal auf den Zahn zu fühlen. In den Sitzen des SL fühlt man sich wie von einem lieben Menschen umarmt und äußerst bequem gebettet. Besonders in den schnellen Kurven regeln die aktiven Multikontur-Sitze durch leichtes Aufblasen der Seitenwangen gegen die Fliehkräfte und geben mir das Gefühl, dass dieser Roadster keine Limits kennt. Im Zusammenspiel mit dem aktiven Abstandsregler DISTRONIC PLUS zum Vordermann und dem aktiven Spurhalte-Assisten, der mit selbstständigen Lenkbewegungen zielgerichtet dem vorausfahrenden Fahrzeug folgt, kommt entspanntes Cruiser-Feeling auf. Es sind Assistenten wie diese, die zunehmend stärker dafür sorgen, dass Autofahren eine enorm erholsame Angelegenheit sein kann. Besser kann man den einmaligen Moment, das herrliche Wetter und die Umgebung nicht genießen, als mit einem Auto, das jeden Stress zu vermindern weiß.

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Der Zwischenstop in der Winery wurde genutzt, um sich über den zweiten Teil des Trips nach San Diego zu informieren und erneut das Roadbook zu studieren. Immerhin war ich hier zum Arbeiten und ich benötigte Locations für mein Video (s.u.) sowie unzählige Fotos. Bei dem ganzen Fahren kann das schon mal zu kurz kommen. Wer kennt sich schon an Orten aus, die er noch nie besucht hat? Die Locations wurden gewählt, die Route besprochen und weiter ging es in Richtung der Sunny City.

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Auf dem Weg waren sie alle versammelt, die amerikanischen Klassiker: ein rustikales Diner samt aufgereiht parkender Harleys, eine verlassene Tankstelle aus den 50ern und eine Feuerwehrwache mit – ihr glaubt es nicht – einem weiteren roten Automobil! Viel besser kann man den gut dreistündigen Trip nicht nutzen und so waren wir vor der Ankunft in San Diego sicher, bereits genug verwertbares Material gesammelt zu haben.

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Pünktlich zum schon gegen 17 Uhr einsetzenden Sonnenuntergang überquerten wir die Stadtgrenze San Diegos. Das letzte Ziel war ein Skyline-Shooting mit Meerblick am Shoreline Park. Wir kamen zum Glück noch rechtzeitig und hatten immerhin eine halbe Stunde, bis die Sonne versunken war und die Nacht über San Diego hereinbrach. Der Abstecher hat sich gelohnt!

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Es wurde allmählich spät, denn unsere Kollegen saßen bereits im nahegelegenen Stake Chophouse und studierten die Karte, als wir endlich im Hotel Del Coronado eintrafen. Mir war bereits in der Reisevorbereitung angesichts der fantastischen Bilder des Hotels klar, dass es sich hier um ein außergewöhnliches Resort handeln muss. Was es aber mit dem Del Coronado wirklich auf sich hat, erfuhr ich erst nach dem Studium des entsprechenden Wikipedia-Artikels vor Ort. Erbaut wurde es bereits 1888 als damals größtes Urlaubshotel der Welt und ist noch heute das größte zusammenhängende Holzgebäude Kaliforniens. Ein Hotel, welches knapp 130 Jahre die High Society inklusive aller seitdem aktiven Präsidenten der USA und unzählige Stars aus Hollywood beherbergte, bleibt nicht frei von Mythen. Spuken soll es im Del Coronado. Besonders im Zimmer 304, wo sich eine unbekannte Dame 1890 aus ungeklärten Umständen das Leben nahm. Meine Zimmernummer war die 2307 und von Spuk keine Spur, auch wenn in meinem Kopfkino der Zweiteiler rund um den Sex-Pistols-Bassisten Sid Vicious und seine allerliebste Nancy im New Yorker Chelsea Hotel auf Dauerschleife lief. Ich liebe ja Verschwörungen!

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Als Verschwörung hätte man es auch bezeichnen können, einen Vegetarier in das beste Steakhouse der Stadt auszuführen. Ich stellte mich innerlich bereits auf Salat ein. Aber hey, wir sind hier im Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Die nette Servicekraft erkannte meine Lage und reagierte prompt. Statt dem Appetizer „Beef Tatar“ gab es eine vegetarische Alternive: Tatar auf Basis von Cranberries, welches dem Original zum Verwechseln ähnlich sah. So zog es sich dann auch durch die weiteren Gänge und selbst mein Quinoa-Steak war ein echter Genuss! Nach herrlichen Blödeleien, vielen ausgelachten Tränen und einem bis sechs Bierchen auf der Dachterrasse ging es zurück ins Hotel.

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Dem Jetlag sei Dank erwachte ich bereits 4:30 Uhr und konnte einen Sonnenaufgang auf meinem Balkon genießen, wie er wohl nur in Kalifornien möglich ist. Der Tau der Nacht erhob sich in voluminösem Dunst über der Küste und verteilte das Farbenspiel der aufgehenden Sonne in diffusem Licht. Es wäre ein Frevel gewesen, das zu verpassen.

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Nach dem Frühstück empfing ich mein frisch poliertes rotes Cabrio für den zweiten und letzten Tag. Um 14 Uhr war der Abflug geplant und so blieben nur wenige Stunden, um noch die letzten Schnappschüsse und Videoaufnahmen einzufangen. Also stiegen wir erneut in unseren Beach Cruiser und fuhren an den Strand.

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Die Wellen schlugen wild um sich und auch die Surfer waren früh auf den Beinen, um die zu dieser Jahreszeit ungewöhlich hohen Wellen des Pazifiks in Angriff zu nehmen. Gut eine Stunde verbrachten wir damit den Mercedes-AMG SL 63 bestmöglich in Szene zu setzen und fuhren im Anschluss zurück in die Stadt. Auf dem Weg zu unserem Mittagsstop in der Rustic Root Rooftop-Bar durchqueerten wir die älteren Viertel San Diegos und inspizierten farbenprächtige Murals – vornehmlich in Rot gehalten. California Love!

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Bevor es dann zum Flughafen ging, genossen wir die Mittagshitze über den Dächern des Gaslamp Quarters. Den SL mussten wir schweren Herzens abgeben und ich bilde mir ein, dass es dem Wagen ebenfalls Recht gewesen wäre, wenn unser gemeinsamer Roadtrip noch tagelang so weitergegangen wäre.

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Auf dem Rückflug überlegte ich mir, was ich aus dem Videomaterial denn schönes zaubern könnte. Eine grobe Idee hatte ich schon beim Hinflug aber wer weiß schon, was einen erwartet? Fest stand, dass ich es unmöglich schaffe, den entspannten Vibe dieses Fleckchens Erde einzufangen und so war der Plan geboren, euch die eher brachialen Details und Kräfte unseres Traumwagens nahezubringen.

Lautsprecher aufdrehen, Fullscreen aktiviern und viel Spaß beim ersten WHUDAT-Carporn zum neuen Mercedes-Benz SL sowie dem Mercedes-AMG SL 63:

(Gefilmt mit einer Olympus E-M5 Mark II.)

Weitere Bilder meiner Tour im neuen Mercedes-Benz SL:

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Ein weiteres Mitbringsel für Euch: Zwei Wallpaper zum kostenlosen Download und Verteilen:
(Rechtsklick, Speichern unter…)

Kommentare

Eine Antwort zu “WHUDAT fährt den neuen Mercedes-Benz SL in Kalifornien (33 Fotos + exklusives Video + 2 Wallpaper)”

  1. Dominik sagt:

    Wahnsinns Impressionen! Tolle Arbeit.

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