Paul Wall & Termanology: „Repeat Repeat Repeat“ – Zwischen Hustle, Schulden und echten Vibes

Houston-Legende Paul Wall und der Ostküsten-Lyriker Termanology melden sich mit ihrem dritten gemeinsamen Album „Repeat Repeat Repeat“ zurück. Auf dem Album dreht sich alles um den unermüdlichen Hustle und das ständige Gefühl, jemandem etwas zu schulden. Beide Rapper glänzen besonders dann, wenn sie offen über Verbindlichkeiten sprechen, statt nur über ihren Wohlstand zu prahlen.
Harter Hustle, Straßengeschichten und die Jagd nach dem Vermögen
Paul Wall jagt nach finanzieller Unabhängigkeit und möchte das Leben seiner Mutter absichern. Auf dem Track „Three-Peat“ macht er deutlich, dass der Hunger nach Erfolg ungestillt bleibt. Gleichzeitig erinnert er daran, dass am Ende stets höhere Mächte das Schicksal lenken. Termanology betont wiederum, dass er seine Seele nie verkauft hat. Er hat seinen Wohlstand einzig und allein mit Poesie aufgebaut.
Auf „Catch Me If You Can“ durchsucht Wall metaphorisch den Müll nach Schätzen. Er stellt fest, dass die Rolle des Chefs extrem teuer geworden ist. Zudem liefert er auf „Feeling“ gewohnte Silbenakrobatik ab, bei der er Reime über viele Zeilen zieht. Termanology wiederum beschreibt auf „Chasing Gold“ sein neues Haus mit Kamin und Wänden voller Auszeichnungen. Er erinnert sich an seine Jugend zurück, als er bereits mit achtzehn Jahren einen Mercedes kaufte, auf „Back In Paris“ nimmt er uns mit auf eine wilde Reise nach Frankreich, wo Kunst auf exzessiven Konsum trifft.
Paul Wall x Termanology x Repeat – Starke Features, nachdenkliche Töne und persönliche Zeilen
Ein absolutes Highlight der Platte ist der Song „Feeling“ mit einem herausragenden Gastpart von Bun B. Der Veteran bringt enorme Tiefe in den Song und stiehlt den Hauptdarstellern glatt die Show. Auch Le$ überzeugt auf „Catch Me If You Can“ mit entspanntem Flow und automobilen Metaphern. Er beschreibt detailliert, wie er ein Fahrzeug Stück für Stück in ein einzigartiges Kunstwerk verwandelt.
Auf „Blessings“ vergleicht Wall das Glück mit einem glitschigen Fisch, der einem leicht aus den Händen gleitet. Er fordert dazu auf, eigenes Geld zu verdienen und nicht zu jammern. Das Leben ist hart, aber Vergleiche mit Schlechtergestellten helfen beim Anpassen. Der Track „Make Me Feel“ setzt eher auf entspannte Vibe-Atmosphäre, während „You Believe In You“ mit Kim Davis eher ruhig ausfällt. Hier gibt Termanology (Youtube) ehrlich zu, dass es nicht sein komplexester Text ist, er punktet jedoch mit nostalgischen Erinnerungen an alte Zeiten ohne Streaming-Dienste.
Der Titeltrack, falsche Treue und das ehrliche Gesamtfazit
Auf dem Titeltrack „Repeat Repeat Repeat“ reflektiert Termanology über Auszeichnungen. Goldene Schallplatten bedeuten ihm abseits der Bühne nicht viel. Er bezeichnet sich selbst als funktionierenden Alkoholiker, der irgendwie trotzdem seine Schecks kassiert. Wall übernimmt die zweite Hälfte und macht klar, dass er faule Menschen nicht toleriert. Schließlich verarbeiten beide auf „Trill On Top“ Enttäuschungen durch falsche Freunde. Wall berichtet von Verrat im engsten Kreis und fragt sich, wer zuerst da war: die Schlange oder die Ratte. Termanology zieht Vergleiche zur Römerzeit und macht deutlich, dass Verräter ihr eigenes Grab schaufeln. „Repeat Repeat Repeat“ bietet ehrlichen Rap für Fans von handgemachtem Hip-Hop. Die Kollaboration zeigt zwei Veteranen in starker Form, die genau wissen, was sie tun.


