Midlifecrisis – Been there, done that!

Okay, haben wir diese Erfahrung jetzt auch gemacht. Dabei bin ich wirklich davon ausgegangen, sowas wie eine Mittlebenskrise eher nicht zu bekommen und wenn, dann nicht jetzt schon. Wie einige von Euch wissen, mache ich ja so ein paar AntiAging-Sachen mit, darüber werde ich in den kommenden Wochen noch einmal ausführlich berichten. Auf jeden Fall wird das Alles ärztlich kontrolliert und ich gehe derzeit davon aus, so 180 – 220 Jahre alt zu werden, eine Midlifecrisis erwartete ich somit frühestens mit 110. Außerdem gibt’s da aktuell auch überhaupt gar nichts Mittlebenskrieselwürdiges vorzuweisen. Ich hörte, es würde ohnehin nur die Menschen treffen, die ihr Dasein nach einem bestimmten Lebensziel ausrichten und auf halber Strecke dann feststellen, dass da noch so einige, offene Baustellen vorzufinden sind. Mein Dasein hat so grob runtergebrochen eigentlich nur ein Hauptziel: Amusement. Ich weiß halt, dass die 80 Jahre, die wir hier so im Schnitt auf der Erde herumfurzen, deutlich weniger sind als ein Wimpernschlag, so im Verhältnis zur gesamten Weltgeschichte, ab Urknall vor 14,5 Milliarden Jahren. Was soll ich mich in diesem kurzen Zeitfenster also herumstressen, wofür all diese Shinanigans?

Größeres Haus am Stadtrand, Heiraten, Kinder kriegen – das sind so die Classics, die Pläne der Anderen. Hat man diese Ziele bis zur Lebensmitte erreicht, erübrigt sich die Midlife-Krise vielleicht sogar. Sie wird dann aber spätestens nach 10 Jahren durch die Hartboring-Vollnixlos-Krise ersetzt, die durch lähmende Langeweile, nicht selten auch durch 21jährige Freizeit-Hostessen/25jährige Fitnesstrainer ausgelöst wird. Und die ist dann sogar noch schlimmer, weil man aus einem Haus nur ungern zurück in eine 2-Zimmer-Wohnung zieht, die Kinder einen nach der Scheidung noch mehr hassen und die Düsseldorfer Tabelle sowieso ein Hurensohn ist.

Dennoch: trotz aller Entspanntheit, trotz eines wirklich famosen Lebens derzeit und trotz meiner AntiAging-Bestrebungen machten sich bei mir die typischen Symptome breit, angefangen mit: Stimmungsschwankungen. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, teilweise im täglichen Wechsel. Wobei Betrübtheit sich bei mir nicht in einer Depression, sondern in einer Art angriffslustiger Frustriertheit äußerte. Auch total dämlich, man ist niedergeschlagen und sucht Streit, statt einfach mal gut essen und fic zum Sport zu gehen, aber was willst machen. Dann immer dieses Zu-Tode-Reflektieren. Dazu ploppten bisher gänzlich unbekannte Unsicherheiten auf und man muss feststellen, dass an schlimmen Abenden noch nicht einmal mehr das allerbeste Gras Glas Wein hilft. Als absolute Krönung – das muss aber jetzt wirklich bitte unter uns bleiben – hatte ich im November auf einmal Blut im Urin (daher auch der Urologe im Dezember). Am Ende kam heraus, dass ich mir im Flieger in der EcoClass (ich sag doch: no Eco for MC!) das Perineum quetschte (do not google). Kann halt passieren, wenn man 10 Stunden aufrecht sitzend in einer Jeanshose krampfhaft zu schlafen versucht.

Das muss dann also eine hormonelle Sache sein, die Midlifecrisis ist die Pubertät des Gentlemans. Nun war es bei mir so, dass die Pubertät erst mit dem Einsetzen der Midlifecrisis endete. Was in mir die Angst auslöste, ich würde nun bis zur nächsten hormonellen Umstellung in 25 Jahren so sein, wie bis zuletzt. Mit all den Stimmungsschwankungen, der unausbalancierten Seele und der Blutpisse. Gute Nachrichten: ich bin über’n Berg, zumindest solange der HSV noch erstklassig ist. Seit meinem Ausflug in die Karibik geht’s mir wieder besser, die vornehmlich gute Gemütslage ist genau wie das Morgenholz stabil und Blut hab ich inzwischen nicht einmal mehr im Zahnfleisch. It takes a barrel of Sarah Jessica Parkers queef (do not search) to hold me back, sozusagen – happy Monday!
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[Die Montagskolumne ist zurück, ab sofort gibt’s wieder mehr Text auf WHUDAT!]

Kommentare

7 Antworten zu “Midlifecrisis – Been there, done that!”

  1. Daniela sagt:

    Love it! Thanks for sharing! :-)

  2. Dani sagt:

    Da tun sich ja Abgründe auf! :)

    Aber wenn du über´n Berg bist passt dit ja allet!
    Beste Grüße an die Küste.

  3. lennyundkarl sagt:

    Dass Sie über den Berg sind an den HSV zu knüpfen… Herr W. mit ihrer Lebenserfahrung müssten Sie doch wissen, dass das in naher Zukunft ganz schnell vorbei sein kann.

  4. vogelmann sagt:

    Habe ich durch. War kein Spaß. Echt nicht. Heftig.

  5. MC Winkel sagt:

    @vogelmann:disqus Du auch?! :)) Wie alt warst Du da?
    @lennyundkarl:disqus no risk no fun und so, nä! Aber Relegation geht los und dann hauen wir Paderborn/Fürth raus! #UNABSTEIGBAR #NURDERHSV :)
    @disqus_D8a1eRSUYO:disqus … jo, ich hab’s (wieder einmal) geschfffft! :))
    @disqus_cC4BukbdlJ:disqus you’re welcome! :)

  6. Jens sagt:

    Krass, kommt mir bekannt vor – bis auf das Blut ;). Scheint unser Jahrgang also jetzt hormonell dabei zu sein. Hey, geht vorbei meint Papa und by the way, schönes neues Theme.
    Props für den Beitrag und eine gute Entscheidung wieder mehr zu schreiben.

  7. Tarek sagt:

    Wie immer sehr erfrischend. Ich freue mich, daß die Kolumne zurück ist.

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