Kooley High – Clear The Air EP // Zwanzig Jahre Crew-Chemie, verdichtet auf vier Tracks

Kooley High melden sich zurück, und sie tun es mit einer Ansage, die schon im Titel steckt: Die EP „Clear The Air“ ist seit dem 18. September 2026 über M.E.C.C.A. Records und Fat Beats erhältlich. Denn nach zwanzig Jahren muss die Crew aus North Carolina nichts mehr beweisen, aber sie zeigt trotzdem, was sie ausmacht. Wer so lange durchhält, überlebt schließlich nicht durch Trends, sondern durch Substanz.
Seit „Heights“ (2015) haben Kooley High mit „Never Come Down“ (2018), der „Lazy Sunday EP“ (2021) und „All Infinite“ (2024) eine stabile Diskografie aufgebaut. Zuletzt standen jedoch etliche Solo- und Kollabo-Projekte im Vordergrund. „Clear The Air“ bringt die Crew nun wieder in Bestform zusammen, denn die Platte bündelt ihre Energie an einem Ort.
Kooley High Clear The Air – Vier Tracks, vier Handschriften
Auf der neuen Kooley High EP stehen vier Stücke: „The Glow“ mit Fly Anakin, „We Back“, „People Don’t Read“ und „Seasons“. Für den Sound zeichnen Sinopsis, Ohbliv, Ol’ Burger Beats und Kev Brown verantwortlich. Diese Mischung gibt der Platte trotz ihrer Kürze Bandbreite, während ein einzelner Produzenten-Stempel schnell eintönig wirken könnte.
Besonders greifbar wird das bei „People Don’t Read“, der zweiten Single-Auskopplung, die Ohbliv produziert hat. Schon der Titel lädt zu einer Lesart ein, die in Zeiten endloser Schlagzeilen-Scrolls erstaunlich zeitgemäß wirkt. Zu jedem Stück liegt außerdem eine Instrumentalversion bei, weshalb die EP auf acht Spuren kommt und Beat-Nerds ebenso bedient wie Rap-Fans, die jede Zeile sezieren.
Gäste mit Gewicht: Fly Anakin und Kev Brown
Mit Fly Anakin holt sich Kooley High einen Gast ins Boot, der für die aktuelle Rap-Generation steht. Der MC aus Richmond, Virginia, hat das Kollektiv Mutant Academy mitgegründet. Deren Debütalbum „Keep Holly Alive“ stand 2024 auf Pitchforks Liste der besten Rap-Alben. Sein Part auf „The Glow“ verbindet zugleich zwei Nachbarstaaten und das passt zu einer Szene, die von Vernetzung lebt.
Auf der Produktionsseite steht mit Kev Brown eine Legende aus dem DMV-Raum, also aus Washington, D.C., Maryland und Virginia. Er gehörte früher zu DJ Jazzy Jeffs Produzentenkollektiv A Touch of Jazz. Bekannt wurde er 2004 mit „The Brown Album“, einer Neudeutung von Jay-Zs „The Black Album“. Sein Name auf dieser EP zeigt, welches Gewicht Kooley High in der Region haben, denn Respekt erkauft man nicht.
Ein ehrlicher Schnappschuss nach zwanzig Jahren
Laut Label-Info hält die EP die aktuellen Lebensansichten der Gruppe fest, in rauer Lyrik und mit rauen Beats. Das klingt nach Rückbesinnung, denn Kooley High kehren, wie es heißt, immer zu ihrer Kernenergie zurück. Gleichzeitig steckt darin eine Haltung, die im Streaming-Zeitalter fast schon politisch wirkt. Die Crew bleibt unabhängig und sich treu, und sie versteht Musik als Gemeinschaftsprojekt statt als Content-Fließband.
Für Sammler gibt es die EP zusätzlich als limitierte 12-Zoll-Pressung auf klarem Vinyl. Unterm Strich verspricht „Clear The Air“ keine Neuerfindung, sondern Klarheit. Die Luft ist rein, und Kooley High sind bereit für alles, was kommt.


