J’peux Tim – Stream of Conscious Sounds: Spiritual Jazz und tiefe Sounds bei MAJ
Der Londoner Kanal My Analog Journal kurz MAJ steht seit Jahren für passionierte Vinyl-Kultur. Gründer Zag Erlat versammelt regelmäßig internationale DJs an den Plattenspielern. Diesmal übernimmt J’peux Tim die Regie in der bekannten Listening Bar Kasheme in Zürich. Sein Set trägt den Titel Stream of Conscious Sounds, es ist eine tiefgründige Reise durch den Spiritual Jazz und weit darüber hinaus. Der DJ und Kurator Shpetim Bytyqi aka J’peux Tim wuchs mit traditionellem Gesang auf. Diese Wurzeln prägen sein Gespür für Rhythmus spürbar, folglich fließt seine musikalische DNA nahtlos in dieses hochintensive Vinyl-Set ein.
Exklusive Perlen aus der afrikanischen Jazzgeschichte
Das Set startet extrem stimmungsvoll und lädt direkt zum Verweilen ein. Abdullah Ibrahim und Talib Qadr eröffnen die Reise mit dem majestätischen Stück Ishmael. Daraufhin folgt Per Tjernberg mit einer faszinierenden Mischung aus Meditation und Tanz. Die Selektion wirkt zu jedem Zeitpunkt extrem durchdacht und organisch. J’peux Tim verbindet modulare Percussion mühelos mit tiefen Bläserpassagen, dadurch entsteht ein fließender Soundteppich voller Magie. Die Hörer tauchen sofort tief in diese faszinierende Klangwelt ein.
Wenn politische Poesie auf mitreißende Grooves trifft / Stream of Conscious Sounds
Im Mittelpunkt des Sets steht ein besonders intensiver Moment der Musikgeschichte. Das Stück Writin‘ On the Wall von Boscoe sorgt für Gänsehaut. Die unmissverständlichen Spoken-Word-Passagen prangern gesellschaftliche Missstände der Siebzigerjahre knallhart an. Anschließend setzt Kahil El’Zabar’s Ritual Trio den spirituellen Weg fort. Seltene Percussion-Schätze von Heinz von Moisy und Jan Schulte runden das Werk ab. Schließlich bringt Bohannon mit Think Of Me warmen Soul in den Mix. Diese Dynamik hält die Spannung bis zum letzten Ton aufrecht.
Ein ethisches Projekt getragen von wahrer Leidenschaft
Besonders bemerkenswert bleibt der klare Ethos hinter den Videos von MAJ. Da ausschließlich urheberrechtlich geschützte Platten rotieren, verdient das Team keinen Cent durch YouTube-Werbung. Sämtliche Einnahmen gehen direkt an die jeweiligen Künstler und Rechteinhaber, deswegen finanziert sich die Crew komplett über eine treue Patreon-Community. Wer das Projekt unterstützt, erhält exklusive Tracklists und hochauflösende Mixe als Dankeschön. Es lohnt sich somit doppelt, diesen fantastischen Kanal zu unterstützen, ein wahres Fest für alle Liebhaber analoger Tonkunst.


