Instant Standby-Phase

Kennt Ihr das? Diese Instant Standby-Phase des Nachdenkens? Eingefroren dastehen, abwesend, in der Birne mehr los als nach Blackys Kommando, das Gesicht aber wie versteinert? Versehentlich in Gedanken versunken, bewusster Sekundenschlaf, Reloading und weiter, wie der Mac-Strandball oder diese Sanduhr auf den früheren Rechnern.

Ich mache das ja nicht bewusst, es passiert auch nie, wenn ich mit Leuten unterwegs bin. Alleine schon, so wie heute, auf dem Weg zum Sport. Der führt mich nämlich direkt durch den Bahnhof und irgendwie blieb ich mitten auf dem Vorplatz stehen, weil mir irgendwas Dringendes einfiel und ich wusste, dass wenn ich nicht sofort stehenbleiben würde, der Gedanke wieder weg wäre. Naja, und weil es ja immer etwas zum Nachdenken gibt, hielt die heutige Instant Standby-Phase etwas länger an. Ich will da auch nichts schönreden: die Züge des Gesichtes sind in dem Moment noch abscheulicher als die der gesamten Bundesbahn zusammen, die Augen leer, vielleicht steht sogar der Mund etwas offen, weiß ich nicht genau, bin in dem Moment ja auf Standby. Wenn man dann noch so wie ich einen semischweren Haltungsfehler mitbringt, kann das schon irrsinniger aussehen als Daum, fand wohl auch die ältere Dame, die sich nach meinem Wohlbefinden erkundigte:

„Neeeeeé, bei mir alles klar!“, sagte ich von null auf Zugspitze. Dabei lächelte ich, sogar ehrlich, ist doch toll, wenn sich fremde Menschen um einen Sorgen. Plötzlich war sie es, die in die Instant Standby-Phase geriet gerut. Sogar mit offenem Mund; Herrgott sieht das dämlich aus, versuche ab sofort wenigstens das in den Griff zu bekommen. „Was, was ist jetzt mit Ihnen?“. „Sie sahen so traurig aus – und jetzt… jetzt sind sie auf einmal so fröhlich?“. „Ich hab‘ nur nachgedacht. Büschen länger!“. „Sind sie, … ja sind sie Straßenkünstler?“. „Nee, Blogger, ist so ähnlich.“. „Sie wollen mich wohl verarschen.“, irgendwie wünschte ich mich in die Twilight-Zone zurück, „Nein, warum das denn?“. „Ach lassen sie mich doch in Ruhe!“. Dann ging sie und kaufte sich eine Karte. Neumünster, nehme ich an.
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[*habe anschließend noch ein Vlog gedreht, morgen um 15.00h – mit derbem Gewinnspiel! Peace.]

Kommentare

6 Antworten zu “Instant Standby-Phase”

  1. visus sagt:

    Gewinnspiel? Alles klar! Du wirst eine groessere Kiste brauchen, wenn du das ganze Zeug zu mir schickst. :D

  2. loverk89 sagt:

    Ja kenn ich mach ich auch manchmal, aber meist sitze ich dabei und starre in mein Sketchbook wo ich dann meine geistigen Einfälle sofort auf Papier bringe :)

  3. beatboy sagt:

    Ich würde das einen selbstinduzierten Trancezustand nennen. Da „fallen“ einem die Ideen reihenweise in den Kopf. Ähnliches passiert beim Konsum von Sportzigaretten ;)

  4. Matzel sagt:

    Türlich Neumünster, lol!

  5. Erdge Schoss sagt:

    Falls Sie, werter Herr Winkelsen,

    kein Holsten mehr auf Lager haben sollten, geht auch Lager. Bei dem Wetter wäre vielleicht auch ein Schlafsack nicht schlecht. Zur Not tut es aber auch eine Bauplane. Gott stehe Ihnen bei!

    Herzlich
    Ihr Schoss

  6. MHW sagt:

    ich kenne diesen Zustand…da läuft mir immer so Wasser aus den Mundwinkeln… und ein taubes Grinsen wird mir in jenen Momenten auch stets nachgesagt. Im Nachhinein ist es meist recht entspannend gewesen…so in etwa wie Kurzurlaub.

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