Hormone?


Und dann rennt er herum um nennt sich Hormonheld. Ich finde ja nicht, dass es ausschließlich mit Hormonen zusammenhängt, dass man wirklich jeder Frau hinterher rennt, seine Eigene belügt, hintergeht und von nichts anderem als primären und sekundären, weiblichen Geschlechtsmerkmalen spricht. Und mal ehrlich: die wahren Testosteronier haben doch alle starken oder mindestens überhaupt Bartwuchs und recht früh erste Anzeichen von Geheimratsecken. Da hat er aber nichts mit zu tun.

Ich finde, es ist einfach nur ein schwaches Bild, ein Zeichen von Charakterlosigkeit, Unmännlichkeit und einem winzig kleinen Ego. Fälschlicherweise wird ja oftmals voreilig von einem großen Ego gesprochem, wenn Mann häufig wechselnden Geschlechtsverkeht hat. Ein Egomane hat aber nicht zwingend auch immer ein großes Ego respektive Selbstbewusstsein; oft ist genau das Gegenteil der Fall.

Dieses affektierte Weiberhelden/Womanizer-Image ist einfach nur peinlich, weil künstlich. Wem will er etwas vormachen? Aber was will man auch von Jemanden erwarten, der BWL mit Philosophie verwechselt und anstelle eines Herzens einen win/win-Rechner in der Brust trägt. Ich mag ihn nicht.

[Frau Nuf, könnte ich hier bitte einen kleinen Exkurs bekommen?]

Kommentare

53 Antworten zu “Hormone?”

  1. na wenn das Thema nicht für Zündstoff sorgt, dann weiß ich ja nicht. Wie oft habe ich das schon im eigenen Umfeld erörtert

    Ich bin gespannt, ob sich hier die Y-Chromosomträger zu erkennen geben, die sich über die Kerben im Bettpfosten definieren. Von denen gibt es widerum genug, die dann den monogamen Männern entgegenhalten, diese hätten keine Möglichkeiten / Chancen für HWG, oder würden das genetisch codierte Bedürfnis eines Mannes, die Erbmasse weit zu streuen, „nur“ nachhaltig unterdrücken…

    Aber ohne Beute, die sich dazu machen lässt, auch kein Hormonheld. Also beim anderen Geschlecht kann man da den Hebel ebenso ansetzen. Man Frau muß sich nicht am Ehebruch beteiligen.

    Wegen dieser, Deiner formulierten Haltung hege ich doch von nun an ein Stück Symphatie mehr für Dich. :o)

  2. burnster sagt:

    T to the A to the fuckin‘ G!

  3. Tina sagt:

    Moin,
    Sie sind aber auch ein Frauenversteher par excellence… noch dazu mit einer solchen Nase!
    Ja, was so alles aus ein paar fehlenden Zentimetern entstehen kann. Da sind fette Karren und Kampfhunde nur der Anfang. Irgendwo dort muß sich auch beschriebener Mensch bewegen – zusätzlich ausgestattet mit einer Prise Charakterlosigkeit. Klingt äußerst sympathisch! Ich bin gespannt, wieviele Leser hier für ihn Partei ergreifen… nun, vielleicht liest er mit.
    Was macht die Kieler Woche? Sehnsüchtige Grüße aus Bayern.

  4. emece sagt:

    so is es!

  5. malte sagt:

    es gibt unter den menschen halt schwäne und bonobos, ist nicht von mir, stimmt aber trotzdem. bescheißen ist nicht nett, aber manchmal ist wahrhaftigkeit auch nur ein abwälzen seines schlechten gewissens auf andere.
    abgesehen davon: wenn du sagst, der ist ein arsch, dann glaub ich´s dir.

  6. Rociel sagt:

    „Hormonheld“? Da wird wohl ein Begriff total missbraucht, ich finde so einen (auch noch selbstgegebenen?) Spitznamen total unangebracht. Es ist nämlich gar nicht lustig, irgendwelchen Molekülen willenlos ausgeliefert zu sein (…sprach der Teenager in love :).
    Doch in der Tat, höchst unsympathisch. Zuerst hätte ich ja gesagt, so jemand bräuchte einfach nur eine gepflegte Abfuhr; allerdings kann es auch gerade das sein, was jemandem im Endeffekt zu solchem Verhalten treibt.

  7. nuf sagt:

    Sie malen eine Angie mit geschlossenen Augen, ich gebe einen Exkurs zum Thema hormongesteuert. Das würde mir gefallen.

  8. gürtel sagt:

    mc, geht es da um besagte person!? kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, weil so der brad pitt isser ja nun auch nicht… obwohl es ja auch leute gibt, die sich trotzdem oder gerade deshalb für einen hormonhelden halten..naja, wie auch immer…heute wird geschichte geschrieben im holsteiner zelt und bei lotto… duuuuarst!

  9. eigenart sagt:

    Hormone und BWL: DAS GEHT GAR NICHT!

  10. novesia sagt:

    Kein Hirn, kein Herz, kein Stil, kein Charakter. Klar, dass dann nur noch die Hormone übrig bleiben – über irgendwas muss sich ja auch so ein Vollpfosten definieren.

  11. wasi sagt:

    Moin,
    recht hatta der mc. Der neue Typ Mann ist gefragt. Wer steht schon auf Macho Egomanen Ärsche?
    Vielleicht bis heute Abend bei Lotto dem Hamburger schlecht hin. Ich werde da sein und mir das eine oder auch andere Holsten/Astra zu genehmigen.

    Grüße
    wasi

  12. Bandini sagt:

    Naja, es ist etwas albern sich darüber zu definieren. Frauen tun das geschickter und heimlicher. Das Resultat unterscheidet sich allerdings kaum: Jeder und jede fühlt sich gut, weil sie/er Anerkennung erfährt, Zuneigung, Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten etc., wenn sie Sex haben. Ich kenne viele Freunde, die von ihren Freundinnen/Frauen betrogen wurden und werden. Ich kenne viele Frauen, die Männern beim Betrug locker helfen, weil die andere sie nicht interessiert. Ich kenne viele Frauen, die sich einen Mann suchen, so zum gut gehen lassen. Das sind doch immer nur zwei Seiten einer Medaille. Wie der Sexualforscher Borneman schon so schön zur scheinbaren statistischen Abweichung bei Befragungen sagte: „Ein Geschlechtsverkehr geht nicht verloren“. Frauen haben ebenso viel Sex wie Männer. Sie reden nur anders darüber. Geschickter, wie gesagt. Aber der Grund ist häufig nicht fundamental anders.

  13. MC Winkel sagt:

    @ kerstin: Mal abwarten. Zum Thema: Ich kann mich von diesem Jäger+Sammler-Verhalten ja auch nicht ganz freisprechen, habe das dann aber spätestens mit Anfang 20 unter mir gelassen. Denn irgendwie wird´s schnell langweilig, bisweilen sogar eklig. Es ist so; die wirklich geilen Typen haben da etwas mehr Stil. Und Personality. Aber die geht den oben beschrieben Leuten ja leider auch gänzlich ab.
    @ Buzzrule: S to tha T to tha Y-L-E!
    @ Tina: Danke! KiWo läuft schleppend. Samstag war´s herrlich (schöner Holstenbummel!) Sonntag war ich nicht da und gestern Regen. Aber heute geht´s wieder rund – habe morgen frei! :)
    @ emece:si!
    @ Malte: Ich sage ja nicht, dass ich immer alles richtig gemacht habe, aber irgendwann merkt man doch, dass es sich mit saubererem Gewissen leichter lebt. Voraussetzung dafür ist natürlich: Ein Gewissen.
    @ Rociel: Richtig: selbstgegeben. Der Rest sieht ja, wie dämlich er eigentlich ist und würde so gesehen niemals auf diesen Spaitznamen für Ihn kommen.
    @ Nuf: Erledigt! Nun sind Sie dran! :)
    @ Gürtel: Man kann es auf eine Person bezogen sehen, oder aber auch auf eine ganze Truppe. Ich will mich als Künstler da nicht so genau festlegen. Fakt ist, dass es bundesweit bestimmt 4,2 Mio Männer o.g. Kriterien erfüllen und genau in dieses Raster fallen. Mail folgt, bin schon sehr excited!
    @ e!genart: Oh, auch Philosophie studiert?
    @ novesia: Rieschtiesch! Jeder Mensch muss ja irgendwei sein. Aber wieso so?
    @ wasi: Also es gibt auch sympathische Egomanen. Sie lesen gerade das Blog von so einem. :) Coll, dann sehen wir uns bestimmt. Bin vorher zum Fußball gucken im Holsteiner-Zelt!
    @ Bandini: Anerkennung, Zuneigung, Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten, Sex: alles gute Dinge, stehe ich total drauf. Aber hat man dafür nicht seine/n PartnerIn? Reicht das nicht? Sollte es nicht reichen, muss man Konsequenzen ziehen. Aber es kann doch nicht sein, dass diese Konsequenzen ein „wild in der Gegend herumficken“ bedeuten, bevor man Fronten klärt. Und „Hormone“ sind einfach nur die billigste Ausrede für Scheißtypen schwache Menschen.

  14. Dr.Sno* sagt:

    Gleiches gilt meiner Meinung nach im übrigen auch für das weibliche Geschlecht!

    Fragt sich nur was einem besser gefällt: diejenigen die damit prahlen oder die vermeintlichen Fremdvögler die zumeist als demagogische Moralprediger in der freien Wildbahn anzutreffen sind…

  15. Burnster sagt:

    Guter Einwurf, Snowman!

  16. Ole sagt:

    Ein wahrhaft hormonheldenhafter Text! Schappoh!

  17. Bandini sagt:

    Hormone sind eine billige Ausrede. Fast alle oder zumindest viele machen es und ich habe keine Lust der Moralapostel zu sein, das würde nach hinten los gehen. Ich finde auch, dass es reichen sollte, aber manchmal sind die Menschen schwach, ich auch, und da bin ich gerne ein wenig barmherzig.

  18. MC Winkel sagt:

    @ Dr.Sno*: In obigem Fall geht es ja um Leute, die gerne wollen, aber auch nicht so richtig können – und trotzdem prahlen. Und dass mir demagogische Moralprediger zutiefst zuwider sind, sollte nach jüngsten PR-Aktionen und den in der Blogosphäre daraus resultierenden Diskussionen gänzlich klar sein; auch wenn die Thematik eine andere war. Soll doch jeder gucken, wie er glücklich wird. Ich sag´ ja nur, dass ich diese Typen scheiße find.

  19. blogistin sagt:

    gutes thema. ich frage mich schon lange, wieso das vor allem männer (ja, ich weiß, auch frauen … usw. usf.) nicht in den griff zu bekommen scheinen – steckt wirklich in jedem mann der ewige jäger, der seine samen zwecks arterhaltung meint möglichst üppig streuen zu müssen? (und das dann in form von wahllosem flirten, frauen anbaggern bei jeder gelegenheit und, schlimmer noch, fremdficken, auslebt).
    wie auch immer: das wichtigste wort in diesem gesamtzusammenhang scheint mir: stärke. wer sich und seine hormone oder wasauchimmer nicht im griff hat, ist kein held sondern ein schwächling und/oder süchtig nach bestätigung – und: nicht liebenswert …

  20. wasi sagt:

    Ja da haben Sie recht, ein gesunder Egoismus macht meistens einen sympathischen Egomanen. Allerdings ist das da wie mit der Grenze zwischen genie und Wahnsinn. Wenn man nicht aufpasst kann man diese schneller überschreiten als einem lieb ist. Ach und nur so nebenbei zähle ich mich auch zu den Egomanen (im positivern Sinne).

    Falls wir uns heute Abend sehen, ich sehe etwas anders aus als Sie es gewohnt sind. Ich sage nur Fussball, den Rest sehen sie dann Heute Abend evtl. Wenn ich Zeit habe vielleicht sogar vorher aufm Blog, aber dann erst nachm Mittag.

    Ich freue mich auch das Eine oder Andere Bier.

    Bis denn peace out

  21. fishcat sagt:

    Ungeachtet der Tatsache, dass Frauen auch fremdgehen, wird hier primär (!) das affektierte Weiberhelden-/Womanizer-Image angeprangert und die Prahlerei mit sexuellen Kontakten, um das Ego aufzubauen. Und auch, wenn es sicher hier und da eine Frau gibt, die das auch tut, findet sich diese Eigenschaft in erster Linie bei Männern.
    Mir ist also nicht ganz klar, was die „Frauen gehen auch fremd!“-Protestschreie sollen? Das Gegenteil hat doch niemand behauptet?

  22. creezy sagt:

    Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Was mich an der allgemein herrschenden Diskussion zum Thema eher nervt, dass Frauen, wenn sie dann auf dem gleichen Tripp ihr Ego zu stärken versuchen – oder auch einfach nur Spaß haben wollen –, immer gleich den Stempel ‚Hure‘ aufgedrückt bekommen und eher miese Schlampe als cooler Hengst, äh Wallach, äh Stute … Pony bezeichnet wird.

    Ein Freund hat mir mal die sexuell aktiven Jahre des Mannes so erläutert: ‚Du stehst im Supermarkt an der Kasse, denkst an z. B. gar nichts. Vor Dir steht eine Frau, die passt nicht mal in Dein Beutschema, aber die hat einfach diesen Hintern! Du hast gerade überhaupt keinen Bock an etwas anderes zu denken, als an Deine Steuer – nur der Typ unterhalb der Gürtellinie ruft beim Anblick des Hinterns zu seiner eigenen Gebetsrunde auf. Und ich habe Männer um die 60 sagen hören, ‚das Schöne am Alter ist, Du kannst endlich mal eine schöne Frau angucken, ohne gleichzeitig an eine Wurzelbehandlung denken zu müssen, damit der Stau sich nicht aufstaut …‘

    Da habe ich kapiert, wie männliche Sexualität funktioniert und mache mir echt keinen Kopf mehr.

  23. Pat Bateman sagt:

    @ blogistin: hormone im griff haben hin oder her… biologisch gesehen ist monogamie einfach uneffektiv und darüber hinaus auch nichts weiter als eine gesellschaftliche konvention und somit konstruiert. männer müssten bestrebt sein, ihre gene möglichst weit zu streuen und frauen sollten aus diesem grund den macho und draufgänger zur zeugung und den verlässlichen langweiler beim heranwachsen der kinder wählen. natürlich müssen wir mit unserem (vermeintlich) freien willen in der lage sein, unsere triebe ein stück weit zu steuern, aber sie abzuschalten und damit unsere herkunft zu verleugnen, dürfte ein ding der unmöglichkeit sein…

  24. fishcat sagt:

    @ Bateman: bei dem Thema „biologisch effektiv“ wäre ich aber vorsichtig. Biologisch effektiv ist nämlich auch das Recht des Stärkeren und die natürliche Auslese. Wenn wir so argumentieren, landen wir direkt wieder in der Steinzeit.
    Trotzdem gebe ich Ihnen Recht, dass sich die Triebe nicht abschalten lassen. Steuerung ist trotzdem unumgänglich und notwendig, und wer das nicht hinbekommt, wird eben schnell zum ungemochten bzw. ungeliebten Außenseiter.

  25. sabbeljan sagt:

    herz und hirn! hormone, weil es sich nicht vermeiden lässt.
    anosntens gilt:
    ein gentleman geniesst und SCHWEIGT.
    ein idiot prahlt und SCHREIT.

  26. blogistin sagt:

    @bateman: von abschalten und verleugnen kann freilich nicht die rede sein. wie frau fishcat schon sagt: kontrolle oder die stärke, sich selbst zu beherrschen scheint unabdingbar, wenn man auch dinge wie beispielsweise liebe, familie etc. im programm haben will. und genau darum geht es ja hier – nicht um die wahllos-und-nur-ficker – sondern um jene, die den duft der eignen frau/freundin um nichts in der welt missen möchten, aber „außer haus“ angesichts der simplen technik des reißverschlusses gerne mal versagen.

  27. nuf sagt:

    Na gut! Aber nur kurz. Zeit ist Geld!

    Dass der Mensch triebgesteuert ist, ist eine alte und wenig zutreffende Betrachtungsweise, die auf den Beginn des 20. Jahd zurück geht, in denen Freud noch angespuckt wurde, nur weil er es überhaupt wagte von der Geschlechtlichkeit als solches zu berichten.
    Abgesehen davon ist es eine bequeme Erklärung gesellschaftlich moralisch fragwürdiges Verhalten zu rechtfertigen.
    Alle trieb- und evolutionstheoretischen Thesen münden letztendlich in die Begründung, dass der Mensch etwas tun muss, um den Fortbestand seiner Art zu sichern.
    Somit wäre das von MC beschriebene Verhalten spätestens seit 1912 (Erfindung des Latexkondoms) oder 1951 (Patentierung der Antibabypille), Humbug.
    Die Zivilisation mit ihrer Moral und anderen gesellschaftlichen Regulatorien schafft die Rahmenbedingungen für verantwortliches Handeln und damit ist eifriges Samenverteilen zwar möglich, jedoch durch Selbststeuerung vermeidbar.
    Wer sich also nicht steuern möchte, der beruft sich auf seine Triebe, die er nicht kontrollieren kann und wer sicher gehen möchte, der im juristischen Sinne als nicht zurechnungsfähig gilt, der betrinkt sich am Besten vor dem (Fremd)poppen.
    Unterm Strich würde ich also Herrn MC zustimmen. Rumficken bis der Arzt kommt, ist weder aus psychologischer Sicht noch aus moralischer Sicht notwendig.
    Jedoch spendet das „Rumbekommen“ von möglichst vielen Bettgefährten viele Legitimitätssignale. Und nach denen strebt der Mensch, um sein Selbstbewusstsein zu stärken. Ist selbiges also klitzeklein, steigt das Bedürfnis sich möglichst viele Legitimitätssignale zu verschaffen, um das Ego zu stärken. Die bekommt man dann im Moment des erfolgreichen Balzens und nachträglich in der Gruppe der Gleichgesinnten, die einem schulterklopfend bestätigen: Bravo, weiter so!

  28. MC Winkel sagt:

    Wer sich also nicht steuern möchte, der beruft sich auf seine Triebe, die er nicht kontrollieren kann und wer sicher gehen möchte, der im juristischen Sinne als nicht zurechnungsfähig gilt, der betrinkt sich am Besten vor dem (Fremd)poppen.

    … und outet sich somit als: Scheißtyp schwacher Mann.

    Was außerdem bedeutet, dass Blogger grundsätzlich geilere Menschen sind, weil die sich die fehlenden Legitimitätssignale dann lieber erschreiben.

    Super, vielen Dank!

  29. Pat Bateman sagt:

    @ fishcat: naja, im prinzip ist der moderne mensch auch noch auf steinzeit getrimmt (lässt sich zum beispiel am aufbau unseres bewegungsapparates erkennen). die evolution ist in der hinsicht wahrscheinlich etwas langsam und kommt dem menschlichen fortschritt nur schwerlich hinterher. deshalb seh ich es eigentlich ganz ähnlich: der mensch ist ein triebgesteuertes wesen, was es schafft, diese (meistens) durch gesellschaftlich konstruierte konventionen, wie moralvorstellungen, zu bändigen. normalerweise eine unumgängliche voraussetzung des sozialen miteinanders.
    bloß den beweis, daß auch andere gesellschaftliche modelle denkbar wären, kann man sich im zoo bei unseren nächsten verwandten, den bonobos, ansehen. die lösen sogar konflikte und aggressionen durch geschlechtsverkehr, egal ob der andere männlein oder weiblein ist.

    @ nuf: soll sich die evolution wirklich bereits auf im letzten jahrhundert entwickelte verhütungsmethoden eingestellt haben? was die moral angeht: das ist eine subjektive erfindung des homo sapiens und hat ja mit der evolution und den fortpflanzungstrieben somit nicht den gleichen ursprung.

  30. wasi sagt:

    Die Evolution wird sich eh immer und immer wieder anpassen. So geschehen auch nach der Erfindung des Kondoms und der Antibabypille. Warum sonst gibt es immer wieder Menschen, die meinen „ach ich wusste nicht, dass die mit Antibiotika nicht wirkt“ oder „ach das Kondom war falsch herum und ist deswegen gerissen“ oder einer meiner Lieblingssprüche „ich hab doch aber vorher rausgezogen“.
    Wie dem auch sei, die Natur sorgt anscheinend dafür, dass wir irgendwie weiter existieren und nimmt dabei anscheinend die Generalverdummung mit in kauf.
    Was sagt uns das?
    Letztendlich haben die nicht wild durch die Gegend hurenden ungemeine Vorteile. Wir werden nicht verdummen =)

    Grüße
    wasi

  31. Finja sagt:

    ja. wer triebe nicht unter kontrolle hat, ist ein schwächling. gilt übrigens auch für typen, die sich nicht konzentrieren können, nur weil sie bei deiner frau die unterwäsche sehen können. ich seh tagtäglich die boxershorts von männern, weil die hosen so tief hängen, und kann mich trotzdem beherrschen, die typen nicht anzugrabschen.
    komisch, was?
    allgemein scheints: frauen haben ihre hormone besser unter kontrolle. frauen, die fremdgehen, machen das meistens in vollem bewusstsein. und können mit dem argument „aber meine triebe…“ eh nicht kommen.
    so. ich wusste wenigstens, was ich tat!

  32. Frontrunner sagt:

    Kann Dir nur zustimmen, MC.
    Über die Jahre habe ich festgestellt, dass ich nur alle 7 Jahre eine Frau in meinem Leben treffe, die mir in (allen) Punkten zusagt und die mich ins Grübeln bringt. Und da ich überwiegend in festen Händen bin, ist es einer anderen Frau nie gelungen, meine Freundin auszustechen.

    Aus Langeweile oder sportlichen Zielen mit einer Frau rummachen, die mich nicht wirklich 100% interessiert, kann ich nicht nachvollziehen.

    Habe Leute getroffen, die meinten, hey, Du musst Mädel xyz klar machen, die steht auf Dich, wenn Du sie nicht klar machst, bist Du kein Mann, egal ob Du eine Alte zu Hause hast oder nicht – aber ganz im Ernst, dann den Charakter zu haben und ein Mädel nicht mitzunehmen und Sie abzuweisen, ist nicht Blödheit. Das ist der schwierigere Weg.
    Bei dem einen braucht es eine Zeit, bis sich ein Gewissen entwickelt, der andere geht den schwierigeren Weg einfach früher.
    Den Charakter werden Deine wahren Freunde an Dir schätzen.

    Irgendwie erinnert mich das ganze an diese Werte Diskussion, die im Moment in Deutschland wieder aufflammt. Warum suchen die Leute wieder nach Werten, die sie früher nur belächelt haben? Wird Deutschland zu alt (Demographie)?

  33. waschsalon sagt:

    betrug bleibt betrug. so ist das. ganz einfach. und als motiv kommt da vieles infrage: hormone, langeweile, dummheit, geilheit, … die frage nach dem grund, macht das resultat aber nicht besser. sie verlagert nur die schuld. und am ende wird man durch fremdficken nicht freier, sondern unfreier. frei ist der, der nichts mehr braucht, der verzichten und dafür geben kann.
    *philosophiemodus aus*

  34. Tapedeck sagt:

    Achja, so Laute kenn ich zur genüge -.- Ich selbst bin 19 und hatte eine Geschlechtspartnerin. Für mich gehört Sex und Liebe meistens zusammen. Haltet mich für spiessig und einen Loser, aber ich leb so ganz gut ;)

  35. freundderhasenpfote sagt:

    das ganze muss man auch unter der berücksichtigung des grenznutzen effektes betrachten.
    je mehr poppen desto weniger stark das erfolgsgefühl. oder auch um das „ich bin toll“ gefühl zu halten muss man immer mehr rummachen.
    wenn man nur noch poppen uns sonst gar nicht mehr sozial interagieren kann dann stellt sich langweile ein. wenn dan zuviel gepoppt wurde, dann kommt plötzlich die idee hoch, es wäre etwas schiefgelaufen im leben und alles ist mist, es wird i.d.R. trotzdem weiter rumgemacht, weil man ja nichts anderes gelernt hat. es bleiben aber die selbstzweifel, die ggf und einnahme von alkohol, antidepressiva, oder ähnlich aufhellend wirkenden drogen.

  36. Ulf sagt:

    Hm, ich halt es auch bei diesem Thema – wie eigentlich ausnahmslos & immer – mit dem kantschen Imperativ. In diesem Fall in einer weniger gängigen Formulierung: »Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.«

    Wer nicht vorher darüber nachdenkt, was er zu tun im Begriff ist, braucht sich hinterher nicht darüber zu wundern, wenn andere mit einer gewissen Berechtigung das gleiche tun wie zuvor er selbst. Ganz ehrlich: Ich wollte weder, dass mich die beste aller Ehefrauen betrügt, noch dass sie hinterher im Kreis der Freundinnen damit prahlt. Also sollte ich schon darauf achten, nicht mit schlechtem Beispiel voranzugehen.

    Nennt das überkommene Gesellschaftsmoral, nennt es veraltet. Die Zeiten der freien Liebe sind aber längst passé, ein weiterer gescheiterter Gesellschaftsentwurf. Aber ich glaube, darüber besteht in dieser Runde gar keine allzu große Uneinigkeit.

  37. Grinsekatze sagt:

    Ist es nicht eher ein Zeichen mangelnder Selbstliebe wenn man sich die Bestätigung immer wieder woanders holen muss? Im Prinzip ganz einfach – wer sich nicht selber mag, kann natürlich auch kein Gesundes Ego aufbauen. Es ist entweder künstlich zu viel oder ganz klar zu wenig.
    Der Egomane hat meist bloß Angst das jemand merkt das er die ganze Zeit vor einem leeren Herzen wache schiebt.

    Was ein schwaches Bild.

  38. sagamal sagt:

    KLOOOOSEEEEEEE!

  39. Dr.Sno* sagt:

    @MCWinkel: Sowieso! Ich frag ja auch nur was schlimmer ist. Die Maulhelden oder die Heuchler?

    Irgendwelche Diskussionen, sofern nicht mit hohem Unterhaltungswert gesegnet, gehen mir meist schon deswegen sonstwo vorbei, weil ich das Wort Blogosphäre so scheisse finde! ;)

  40. Dr.Sno* sagt:

    frauen haben ihre hormone besser unter kontrolle

    uhm… ähm… höhöhö

  41. Bernhard_H sagt:

    Hm. Aber Rumficken solange man Single ist, ist hoffentlich schon ok, oder?! Mit Beziehungen hab ich’s nicht so ;)

  42. Silka sagt:

    oh ne frauen haben auch nicht immer ihre gefühle unter kontrolle. das heisst nicht „fremdgehen“ aber einfach hinterher etwas zu bereuen weil man vorher schon wusste das es nicht gut ist .

    ansonsten diese art von männern gibt es leider immer noch viel zu viel. und leider nicht nur die jungen dinger haben diese art an sich. wir mädels haben aber auch ein wenig selber schuld. wir fallen auf gewisse maschen manchmal doch wieder rein.

  43. Suedwind sagt:

    oha… ob ich mich daran beteiligen soll…

    ich möchte es einmal etwas anders definieren. es gab in meinem leben frauen die ich in dem zu diesem zeitpunkt vorherrschenden emotionalem geisteszustand so faszinierend fand das ich um eine körperlich kurzfristige sache nicht herumgekommen bin…

    leider ist es mir auch zu meinen jungen jahren passiert das ich dabei nicht ganz die wahrheit meiner absichten an den tag gelegt habe… oder mich selbst dabei belogen habe als ich diese definierte… und dafür schäme ich mich…

    aber eine beziehung zu einem menschen wird doch mit allen werten, die daran hängen, mit füssen getreten, und der partner, der da mit dran hängt… das darf es eigentlich nicht sein…

    zum thema frauen und fremdgehen… meistens (ausnahmeregel allerseits bekannt) ist es ein zeichen dafür, das etwas nicht in ordnung ist in deren beziehung und nach einem ersatz gesucht wird der so nicht erhaltbar ist… nicht nice, aber meistens der sogenannte „wachmacher“… selbst vor nicht all zu langer zeit erlebt…

  44. Suedwind sagt:

    wenn man klar definiert woran man in einer situation ist ist es nach meiner vorstellung nicht verwerflich auch kurzfristige bzw einmalige erlebnisse zu zelebrieren…

  45. Bernhard_H sagt:

    Südwind…sehe ich das richtig? Bei Männern ist fremdgehen einfach nur falsch (soweit d’accord) und bei Frauen aber weniger schlimm, weil ein „Warnzeichen, dass was nicht passt“?! Hm. Also, ich habe und werde nie eine Partnerin in einer Beziehung betrügen. Andererseits würde ich auch niemandem einen „Ausrutscher“ verzeihen. Ich finde Fremdgehen bei Frauen und Männern genau gleich. Nämlich nicht OK.

  46. Daniela sagt:

    Bin ich langweilig normal, wenn ich über Sex nicht spreche, sondern ihn einfach nur genieße? Und immer nur mit dem einen?
    Selbstverständlich habe ich mich schon das eine oder andere Mal geschmeichelt gefühlt, wenn jemand trotz des sicheren Wissens um meinen festen Partners trotzdem versuchte, eine Bettgeschichte/Badgeschichte herbeizuschmeicheln.

    Meiner Meinung nach gesellen sich gleich und gleich gern:
    Die Frauen, die sich für die angebl. Testosteron-Protze interessieren, sind wahrscheinlich für die Gentleman auch keine interessante Beute. Genauso verhält es sich andersherum, genauso, wie mich diese „Bettpfosten-in-aller-Öffentlichkeit-einkerber“ abstossen, interessiere ich sie garantiert auch nicht sonderlich.
    Sehr praktisch, diese (hormonelle?) Anziehungskraft.

  47. eric sagt:

    die vorlage lässt nichts anderes zu: Jungs sind eben so!

  48. kirschrot sagt:

    Naja, so was kann schon mal passieren. Da hat Herr Bandini recht.
    Bedenklich finde ich es, wenn es manisch wird, wenn jemand schon systematisch „jedem Rock hinterher läuft“, oder von mir aus jeder Hose. Diese Leute haben doch eigentlich ein anderes Problem, oft eine ausgeprägte Profilneurose. Und ich werde nie verstehen, warum die sich dann nicht konsequenterweise wenigstens trennen, als Single kann man ja machen, was man will.

    Bitte lass den Haken dran, das IST sexy. Ist mir allerdings gar nicht aufgefallen, so ausgeprägt kann der also nicht sein…

  49. pikas sagt:

    Ähm … PMS?

  50. KleinesF sagt:

    Scheisse, mal wieder nicht zum Schuss gekommen.

  51. mist. und ich komm jetzt so spät und weiss nicht, ob das schon von den vorkommentatoren besprochen wurde:

    meistens taugen diese lauten „hormonhelden“ technisch (und oft auch anatomisch) rein gar nichts. wham-bam-thank-you-mam ist bei denen die devise. auch hier gilt:

    stille wasser sind tief und gott sei dank viel schmutziger.

  52. Suedwind sagt:

    @ Bernhard H: das war keine generalaussage, ich sprach nur von eigener beobachtung… und nein, es ist nicht weniger schlimm, nur meistens begründeter, denn meistens endet die beziehung danach… was aber der schwere des vergehens keinen abbruch tut… ich gebe für sowas garantiert keinen generalablass…

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