Unweeding – Mein Cannabis Geständnis // Teil 2: Die Anfänge

[Teil 1 hier]

Bevor ich das erste Mal bei meinem Weed-Ausstatter einkehrte, hatte ich keine allzu große Ahnung von Cannabis-Produkten. Ich wusste, dass es Haschisch gibt, also das zu Platten oder Blöcken gepresste Harz, was in meiner Jugend Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre sehr populär war. Ein paar der Jungs aus meinem damaligen Freundeskreis rauchten Haschisch. Ich probierte es einmal, bekam direkt einen Eimer vorgesetzt (ich berichtete), vertrug es allerdings überhaupt nicht und beschloss, beim Bier als meine favorisierte Wochenenddroge zu bleiben. Optional gibt es Gras, ich hörte damals aber immer wieder, dass Gras schwieriger zu bekommen sei und deutlich teurer wäre. Ich wusste dann noch, dass es verschiedenen Sorten gäbe, die auch unterschiedlich wirken würden, ich kannte Skunk und hört immer wieder etwas von Haze und Kush, das war’s dann aber auch schon.

In den folgenden Monaten lernte ich also jede Menge Neues dazu. Ich erfuhr, dass es auf der einen Seite Indica-Gräser gäbe, die eine eher körperliche Stonedheit verursachen würden, sehr beruhigend wirken, müde machen, einen quasi in die Couch drücken. InDiCa = In die Couch, für Menschen, die hart abschalten wollen, lieber stoned als high sind. Und dann gäbe es noch Sativa-Gräser, die eher kopflastig wirken würden und zum Nachdenken anregen, sie würden das Aufmerksamkeitsvermögen sogar erhöhen. Die meisten Cannabis-Sorten seien jedoch Kreuzungen aus Indica und Sativa, also Hybrid-Sorten, und diese Gräser vereinten quasi die besten Eigenschaften beider Typen. Wahnsinnig spannend! Diese Vielfalt, ich wurde immer neugieriger.

Ich wollte einfach etwas zum Runterkommen haben, für den Abend. Irgendein Gras. Toll wäre, wenn es neben der relaxierenden Wirkung auch noch gut riechen und schmecken würde. Ich benötigte für einen ersten Test ja nun auch keine Unmengen, also verliess ich das Haus mit etwas Skunk (Hybrid, Indica dominant), Afghani (100% Indica) und Amnesia Haze (stark Sativa dominant). Mein Plan war es, am Abend jeweils nur einen einzigen Stick zu schmöken, ich würde also in den nächsten 3 Tagen jede Sorte einmal probieren, angefangen mit: Afghani. Einfach aufgrund des Namens, ich erinnerte mich, dass in meiner Jugend das Haschisch der Sorte „Schwarzer Afghane“ sehr beliebt war. Reminiszenzgründe, Ihr versteht schon.

Dann war es soweit, wie jeden Abend zwischen 23Uhr und Mitternacht fuhr ich den Mac runter, schaltete schon einmal den Fernseher ein, holte meine Drehmaschine für konisch zulaufendes Rauchwerk (später lernte ich noch das InsideOut-Rollen), packte den Pueblo Tabak auf den Tisch und knipste mir ein erstes Stückchen Weed aus der Knospe, ungefähr so groß wie die Hälfte der Fingerkuppe des kleinen Fingers. Ich bröselte kleine Stückchen in den Tabak, vermischte Alles, bastelte mir einen Filter (Fun Fact: aus Visitenkarten. Ich sag‘ aber nicht, aus welchen), und rollte. Der erste Versuch glückte, das sah alles sehr in Ordnung aus, ich drehte die Tüte oben zu, lehnte mich zurück und … inhalierte. Ein toller Geschmack, leicht süßlich. Nur 10 Minuten nach dem Beenden des Rauchvorganges war es dann soweit, das THC wirkte. Ich fühlte mich wie in eine riesige Wattewolke gebettet. Beine, Arme, der ganzen Körper wurde schwerer, dennoch schwebte ich. Um mich herum 10 barbusige Jamaikanerinnen, 5 von ihnen massierten mir Jasmin Frangipani-Lotion in die Kopfhaut, die anderen 5 wedelten mir den Spirit ihrer Heimat in die Seele.

Da, wo ich vor 20 Minuten noch am Rechner saß und die letzten meiner täglichen knapp 100 E-Mails beantwortete, wo ich im Feedreader schonmal über den Redaktionsplan des Folgetages nachdachte und Beiträge markierte, Advertorials terminierte, Reisepläne koordinierte (eine Reise pro Monat, Du weisst), da war auf einmal anstelle der Hektik eine große Leichtigkeit. Urlaub im Kopf. Jamaika in Kiel, wochentags, Mitternacht, von satten 200 Stundenkilometern runter auf Tempo 30. Und wie aufregend die US-Serien plötzlich waren, die ich zu der Zeit sah. Jede Folge war die Beste, die Spannendste der Welt. Ich erkannte Handlungsstränge und Kernaussagen, die von dem jeweiligen Autoren vermutlich so gar nicht vorgesehen waren, aber egal, geil alles. Und müde wurde ich. Endlich wurde ich wirklich einmal müde, so müde, dass ich vor Müdigkeit einschlief und mich ausnahmsweise einmal nicht durch ewiges Herumkugeln in den Schlaf zwang. Acht Stunden, tief und am Stück, keine wirren Träume. Dass ich am Morgen etwas länger brauchte, um auf die gewohnte Leistungsfähigkeit zu kommen, nahm ich zunächst gerne ich Kauf. So ein kleines Pflänzlein, solche Vorteile – das würde ich jetzt öfter machen!
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[PSA: Das hier soll ausdrücklich keine Werbung für das Rauchen von Weed sein, ich schildere nur meine persönliche Erfahrung. Bitte wartet auf das Ende und egal was ihr tut: niemals täglich! 2-3x im Monat, max!]

Kommentare

4 Antworten zu “Unweeding – Mein Cannabis Geständnis // Teil 2: Die Anfänge”

  1. mudelpuetze sagt:

    Ich finds spannend zu lesen welche Erfahrung du gemacht hast. Meine waren eher Eimerlastig und wurden schnell beendet als ich noch nicht volljährig war. Ich freue mich auf den dritten Teil ????

  2. Micky sagt:

    Mr. Winks, da fehlt ein „a“ in der Überschrift…

    peace…

  3. Uwe sagt:

    Eimerlastig war es bei mir zum Glück auch nie. Ich bekomm immer nur mordsmäßigen Hunger :)
    Meine Tüten hab ich auch immer so gebastelt und Visitenkarten sind super. Es gehen aber auch Zigarettenschachteln oder ähnlich dicke Papiere…

  4. Tim sagt:

    Wirklich nett geschrieben :)

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