Pharrell in der Columbiahalle/Berlin


Pharrell Williams a.k.a. Skateboard P ist ganz bestimmt einer der abwechslungsreichsten Künstler seiner Zeit. Der 33jährige, ursprünglich aus dem HipHop-Genre stammende Mann aus Los Angeles startete seine Karriere zusammen mit seinem damaligen Schulfreund Chad Hugo unter dem Namen „Neptunes“ bereits 1992. In den nächsten 10 Jahren arbeiteten die beiden mit HipHop und R´n´B-Größen wie Noreaga und Mase zusammen, der endgültige Durchbruch gelang Ihnen später dann aber mit Produktionen für Justin Timberlake, N’Sync und Britney Spears. Hier könnte man jetzt die derzeit in der Blogosphäre recht populäre Diskussion um den „Verlust der Glaubwürdigkeit“ ins Spiel bringen, mit welcher die Neptunes nach dem Abstecher ins Pop-Geschäft aus den Reihen der kredibilsten Künstlern der HipHop-Szene zu kämpfen hatten. Mit weiteren, brillianten Produktionen und Features für u.a. Snoop Dogg („Beautiful“), Jay-Z („Excuse Me Miss“) Beyoncé („Baby“) und Nelly („Hot In Herre“) erstickte Pharrell diese Kritik im Keim und wird zusammen mit Chad Hugo 2002 schließlich von dem Source Magazin und Billboard zu den Produzenten des Jahres ernannt.

Es ist eine seltsame Vorgehensweise, aber man kennt ja das Ego der US-Superstars: Pharrell supportet jetzt also seine Platte, die noch gar nicht erschienen ist. Die Veröffentlichung des schon längst überfälligem, ersten Solo-Album „In My Mind“ wurde diverse Male verschoben. Pharrell äußerte sich dazu gestern kurz auf der Bühne:

[…] I was just chillin‘ and a friend of mine called and asked to support him on tour. I decided to leave the studio for a while – you know, I just had a good time. And then this guy promised to join on a track for my album so everything´s just good. You probably know him, his name is Kanye West. […]

Die erste Single „Number 1“ wird nun also von Kanye gefeatured. Ich habe diesen Track gestern zum ersten Mal gehört und kann noch nicht sagen, was ich davon halten soll. Irgendwie fehlt mir hier die Pointe, irgendein Highlight. Aber vielleicht stellt sich das beim mehrfachen Hören ja noch ein. Auch sonst schaue ich mir lieber Konzerte an, bei denen ich die Songs schon kenne. Natürlich brachte Pharrell seine Highlights wie „Frontin'“ und spielte sämtliche Songs an, die er für bereits erwähnte Künstler schrieb bzw. dort als Sänger kollaborierte, aber einen roten Faden vermisste ich irgendwie. Außerdem machte mir der junge Mann mit dem „Millionaire Boys Club“-T-Shirt anfänglich einen gelangweilten Eindruck. Vielleicht war ihm unter seinem dicken Kapuzen-Sweater aber auch einfach nur sehr warm.

Beeindruckend hingegen ist die musikalische Vielfalt des Herrn Williams. Sein Herz scheint trotz seiner historischen HipHop-Wurzeln für roughe Rock-Musik zu schlagen. Mit seiner großartigen Live-Band spielte er einige, mir bis dato unbekannte Songs, die mich stark an Jimi Hendrix erinnerten. Schön zu sehen war, dass Ihm genau das großen Spaß bereitete; das funkeln in seinen Augen konnte ich auch in 10m Luftlinie noch deutlich erkennen. Nach einer knappen Stunde dann ein Solo von Ihm auf einem Elektro-Drumset. Hierzu bittet er freiwillige Besucherinnen zu sich auf die Bühne, die gerne mit ihm schlafen würden ein wenig zu seinen Live-Beats tanzen möchten. Es gibt tatsächlich ein Dutzend freiwillige Tanten, die sich von Pharrells schlachtrufartigen „Everybody: I wanna fuck tonight, I want some pussy!“ nicht beeindrucken liessen. Der besten aber nicht bestaussehendsten Tänzerin zollt er am Schluss seinen Respekt, schickt aber alle bis auf die am schlechtesten tanzende, dafür aber blondeste Bitch junge Dame von der Bühne. Da er jetzt offensichtlich andere Pläne hat beendet er das Konzert dann nach 90 Minuten um kurz nach zehn. Er hat bestimmt noch ein oder zwei Zugaben gespielt, welche ich mir aber nicht mehr ansah. Ich musste schließlich noch die 360km zurück nach Kiel fahren, welche ich mit dem Opel übrigens in 2,5h absolvierte.

Eine Fachfrau bestätigte mir auf Anfrage, dass das Gesamtpaket „Pharrell“ die bestmögliche Mischung beinhaltet: er sähe süß aus, wofür er ja nicht einmal etwas kann, wirkt dennoch männlich. Er ist schlank, fast dünn, wirkt dennoch athletisch. Er ist stark tättowiert, wirkt dennoch ästhetisch. Und sein Album „In My Mind“ wir nach eigenen Angaben ein „Motherfucker!“ werden. Und ich werde es mir kaufen.

(Mein riesengroßes Dankeschön nochmal an Burnster, der es möglich machte!)

Kommentare

29 Antworten zu “Pharrell in der Columbiahalle/Berlin”

  1. David sagt:

    Wie kann man denn schon vor der Zugabe wieder heimfahren?
    (Vielleicht um mehr Zeit für einen ausführlicheren Eintrag zu haben?! … ;-) )

  2. Burnster sagt:

    Ja, sorry, dass ich outgepasst bin. War zuviel Feierei und Gude Laune am WE. Und dein VIP Auftritt auf der Lesung war ja auch schon etwas:)

  3. notwendig sagt:

    Was muss ich denn da lesen?
    Ist der Text von Dir, MC?
    Das kann ich nicht annehmen.
    Der ist viel zu lau, ohne Biss, nur langweilig.
    Und 360km über 2h sind keiner Rede wert.
    Da fehlt die richtige Einstellung.
    So werden wir nie Weltmeister.

  4. MC Winkel sagt:

    @ David: Nö, aber ich habe eine Schwäche für Schlaf.
    @ Butze: Oder? :)
    @ notwendig: Es ist meine richtige Einstellung. Ich wollte heute auch eher informieren als unterhalten. Es tut mir sehr leid, dass Ihnen mein Konzertbericht missfällt. Nicht. :)

  5. novesia sagt:

    Ich bin ja erst als N.E.R.D.-Fan so richtig auf den Typen aufmerksam geworden (klar…). Süß finde ich ihn nicht (außer im „Pass The Courvoisier“-Video), aber ein Genie ist er allemal. Will ich auch mal live sehen.

  6. medienjunkie sagt:

    fährt der eigentlich auch opel? ;-)

    zugaben sidn immer schlecht finde ich, ich hasse sie. die angst was zu verpassen zwingt mich aber da zubleiben.

  7. mS sagt:

    und ich hätte gewettet, das konzert wär langweilig gewesen… :-|

    +muhahahaha+

  8. Malcolm sagt:

    Hätte sogar ich mir angeschaut. Cooler Typ!

  9. „Pharrell Williams a.k.a. Skateboard P ist ganz bestimmt einer der abwechslungsreichsten Künstler seiner Zeit.“

    Abwechslungsreich? Ist das jetzt eine Hommage oder eher, weil Dir nix Besseres eingefallen ist? :o) Denn nur von kommerziellen Erfolgen zu erzählen beeindruckt ja maximal einen Manager aus der Musikindustrie. Oder einen Shareholder eines Major Labels.

    Der zweite Teil Deines Berichts riecht für mich nach „das war billiger Blödsinn, den ich mir gern geschenkt hätte, was ich ja dann auch zum Schluß getan habe“. Ist das so?

  10. marcel w sagt:

    Dope Beats produzieren sie schon, die Neptunes. Das kann man aber nicht Pharrell allein zurechnen.
    Was die Abwechslung angeht, schlägt sie aber Timbaland, zum Beispiel, um Längen.

    Ich weiß noch, wie ich damals auf N.E.R.D.s ‚In search of..“ festgegangen bin, und wie es in der Presse damals hieß, dass die trotz ihrer Talente nie groß werden, weil sie zu weit weg von der HipHop-Szene wären.. So kann man sich täuschen.

  11. Tapedeck sagt:

    Ich finds gut das Pharell Hip Hop und Rock näher zusammenbringt. Weil sonst sind ja alle Hopper „Fresh“ und alle Rocker „true“ :D Nicer Bericht MC jetzt brauchen wir noch was zum lachen und der Tag ist gerettet ;)

  12. just me sagt:

    Das mit HipHop und Rock haben Cypress Hill ja auch schon versucht, aber im Endeffekt werden beide Musikstile wohl immer getrennt bleiben weil die meisten Rocker HipHopper (zumindest den Stereotypen mit XXXXL Klamotten) nicht leiden können…

    Der Konzertbericht klang wirklich ein wenig enttäuschend, aber wirklich besonders toll scheint es wohl auch nicht gewesen zu sein, hab ich auch von anderen schon gehört…

    Interessant nur wie billig sich manche Frauen hergeben, stellt mal jemand auf eine Bühne den keine Sau kennt, aber womöglich sogar besser aussieht als Pharrell und lasst ihn „i want some pussy, I wanna fuck tonight“ rufen… der Kerl wird als billiger Macho-Arsch abgestempelt und keine Frau würde auf die Bühne kommen…
    Aber macht das P, ist das natürlich was anderes und garantiert in den worten einer frau „irgendwie total süß“ lol :D

    In „Fachkreisen“ nennt man sowas Fame-Bitchez :D

  13. Ole sagt:

    Mir war’s auch ne große Ehre, wenn schon nicht Pharell, so doch wenigstens Dich nun auch einmal in Natura getroffen zu haben, auch wenn sich die Pfade im Unterhaltungsgewirr direkt nach der Lesung und dann endgültig vorm Magnet verlaufen haben. War mir ein enormes Vergnügen. Statt großem Konzert habe ich auf der Rückfahrt dann vor allem die wahnsinnig ausladende, amerikanische Schwabbelschwampe mir gegenüber ansehen müssen, die brüllend laut bei jedem Anruf alle paar Minuten das Zugabteil usammenkrähte, windschief zu 50 Cent sang und nahezu mein komplettes Blickfeld einnahm. Dumm nur, wenn der Zug so voll ist, dass die Flucht unmöglich scheint. Erst in Osnabrück verschwand sie und es blieben 20 Minuten Zugfahrt zur Erholung.

  14. Malcolm sagt:

    Das mit HipHop und Rock haben Cypress Hill ja auch schon versucht, aber im Endeffekt werden beide Musikstile wohl immer getrennt bleiben weil die meisten Rocker HipHopper (zumindest den Stereotypen mit XXXXL Klamotten) nicht leiden können…

    Mit Verlaub, aber… Wo hast du denn den Scheiß her?

    Rock und Hip Hop vertragen sich spätestens seit RUN DMC Aerosmith aus der Versenkung holten. Dass man sogar herrlich mischen kann, sieht man an diesem neumodischen „Numetal“ Kram, der neben Luschen wie Linkin‘ Park und Co auch noch ganz schicke Sachen am Start haben können.

    Oder so nehme er Beck, der es versteht Hip Hop Elemente großzügigst mit Gitarren und sogar Orgeln zu mischen, um nur einen Großmeister zu nennen.

  15. emece sagt:

    also ich bin nach konzerten irgendwie immer voll aufgedreht und muss mich danach nochmal richtig übelst betrinken, um auf dem heimweg die besten lieder des acts nachzugröhlen! jedenfalls war das so vor ein paar wochen auf dem krs one konzert!

    immer noch in berlin?

  16. emece sagt:

    ich sollte deine beiträge immer ganz lesen, bevor ich was schreibe. okay, du bist nich mehr in berlin…

  17. MC Winkel sagt:

    @ novesia: Gelohnt hat es sich allemal!
    @ medienjunkie: Hummer – soweit ich weiss… und wg. der Zugaben: In Ihrem Alter hatte ich auch noch diese Angst! :)
    @ mS: Och nö.
    @ Malcolm I: yessir!
    @ Ingo: Sein kommerzieller Erfolg rührt ja von irgendwo her. Diese Kommerz/Undergroud-Diskussion will ich nicht entfachen, aber eigene Typen mit eigenen, außergwöhnlichen Talenten und einer enormen Vielseitigkeit werden zwingend groß bzw. zum „Star“; und das wollte er auch so. Sei es Ihm gegönnt. Der zweite Teil könnte auf den Satz „Hätte ich es nicht gesehen; ich hätte es überlebt!“ reduziert werden, aber weniger auch nicht!
    @ marcel: „Don´t believe the hype!“ :) Die Neptunes sind der Shit… Kennst Du den Limp Bizkit-„N 2gether now“-Remix von ihnen?
    @ Tapedeck: Soon! Aber heute nicht mehr… :)
    @ just_me: Also wenn ich das mache klappt es auch! :)
    @ Ole: Ganz meinerseits, mein Bester! War großes Kino, was Du da am Sonntag abgeliefert hast – ganz ehrlich! Alte Rampensau, duh!
    @ Malcolm: Das hängt von der Einstellung jedes Einzelnen ab. Ich mag Rocker. Muss ja, sonst würden wir uns respektive ich mich mit dem Burns auch gar nicht verstehen. Ich steh´ halt auf Beats&Rhymes, andere auf Gitarren. Hat ja auch jeder einen anderen Geschmack, was Frauen betrifft und trotzdem geht man miteinander saufen. :)
    @ emece: Kein Problem! :) Und: Etwas natural high war ich natürlich auch, das ist ja immer das Schöne nach Konzerten mit gutem Bass.

  18. Silka sagt:

    frage herr mc, sie so als experte. ich habe alte kassetten aus dem keller geholt. ich höre gerade ein lied und weiss leider nicht mehr von wem das ist und das geht so:

    every little thing I do you are on my mind (on my mind,on my mind)

    singt ein kerl

    ich kriege das nciht mehr zusammen, aber es ist soooooo schön

  19. dieser junge mann (btw: he should fuck himself – so toll sieht der schliesslich nicht aus, das bürschen und nur columbia-bühne sollte für stargeile pussies nicht ausreichen – oder? da könnte ja jeder kommen und sich auf einen bierkasten stellen. pah!) auf dem bild da oben scheint dich wirklich nicht vom hocker gerissen zu haben. selten, dass man hier bei dir so wenig enthusiasmus liest, mc! wie geht’s dem opel?

  20. MC Winkel sagt:

    @ Silka: Dürfte Soul for Real, „Every Little Thing I Do“ (ja, es heisst sogar so) sein. Wissen Sie? Soul for Real, das waren die mit „Candy Rain“.
    @ bsc: … nun aber mal nicht so barsch, Frau bsc. :) A) sieht der wohl gut aus (das sage sogar ich al Hete!) und B) Muss ich ja auch nicht immer alles so endgrandios finden, nech. Es war halt… nett. :)

  21. Dr.Sno* sagt:

    Sehr schön … besonders gefreut habe ich mich über die Anregung zu dem Begriff »credebility«

  22. Ole sagt:

    Je kleiner die Rampe, umso größer werde ich Sau. ;)

  23. schoko-bella sagt:

    ich find ihn lecker. das konzert hätte ich zugern gesehen.

  24. KleinesF sagt:

    Skateboard P hört sich genau nach meiner Musik an.

  25. pulsiv sagt:

    bah… gnadenlos überschätzter tüp. musik dito. meine meinung. mehr nicht.

  26. Jul sagt:

    Wer mal in den Pharrell & Kanye Track “Number 1? reinhören will, kann das hier tun. Yesssir!

  27. fabo sagt:

    schöner schulaufsatz. – und sehr kritisch. da kann ich auch das wom-magazin lesen. die dir „bis dato unbekannte Songs, die mich stark an Jimi Hendrix erinnerten“ sind übrigens von nerd.

  28. Marie sagt:

    Also ich muss sagen das, dass Konzert am 05.05.2006 in der Columbiahalle spitze war……..er sieht so geil aus.. und seine Stimme zum dahin schmelzen …. :)

  29. Mork sagt:

    Das Konzert war der absolute Kracher. Das geile an Pharrell ist, dass man ihn nicht in eine Schublade stecken kann. Er verbindet Rock mit Hip Hop, Hip Hop mit Pop, Pop mit Soul, Soul mit Rnb usw. und das mit einer Leichtigkeit, die nur die Brasilianer beim Fußballspielen zeigen.
    Er ist nicht mainstream noch alternativ( Er ist beides!! maintiv) und gerade das macht ihn und seine Musik so besonders.

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