Masta Ace im „Echochamber“, HH


Masta Ace aus Brooklyn kam in den 80ern als Mitglied der legendären Juice Crew (mit Marley Marl, MC Shan, Big Daddy Kane, Biz Markie, Roxanne Shante, und Craig G) auf die Mappe. Sein erstes Album „Take a Look Around“ veröffentlichte er 1990 auf Cold Chillin´ Records. 1993 kam er mit eigener Crew (Masta Ace Incorporated) erneut raus und veröffentlichte „Slaughterhouse„, am auffallendsten daraus der HipHop-Evergreen „Born to roll„, mit dem für damalige Zeiten innovativen Kraftwerk-Sample. Dieser Beat wurde 2000 übrigens von De la Soul feat. Chaka Khan („All good“) geremixt. 1995 kam dann „Sittin´ on Chrome„, ein weiteres Album voller sogenannter Jeep Beats. 2000 dropt Ace dann zusammen mit Eminem die Maxi „Hellbound“ und ein Jahre später das Themenalbum „Disposable Arts“, welches trotz durchweg guter Kritiken weitestgehend unbeachtet bleibt. Letztes Jahr kam dann „A long hot Summer“ raus, das Album, welches mich dämlichen Ignoranten endlich aufmerksam gemacht hat. Zu doof, denn Masta Ace gibt bekannt, dass dieses Album sein Letztes sein wird.

Gestern Abend gibt er sich dann also im Echochamber die Ehre. Es ist ein kleiner Club, knapp 300-400 Leute dürften hier reinpassen, ohne sich gegenseitig auf den Füßen zu stehen. Ein gemütlicher, loungiger Club; die beste Athmosphäre die man sich für ein Konzert mit einem HipHop-Urgestein wünschen kann. Vor dem Hauptsaal gibt es eine partiell mit Sofas bestückte Entspannzone, eine lange Theke zieht sich durch den gesamten Bereich. Die Wände sind passend zum Anlass mit „Wildstyle“-ähnlichen Projektionen versehen, Das Bier (Astra) ist günstig.

Die Vorgruppe, eine lokale HipHop-Kombo, lässt leider etwas zu wünschen übrig. Um ehrlich zu sein – ich weiss nicht einmal mehr, wie die hießen. In der Zeit des „Aufheizens“ haben wir es uns ohnehin im vorderen Bereich mit ein paar Bierchen gemütlich gemacht. Nach der Vorgruppe dann eine Pause. Eine lange Pause. Zeit für passives Cannabisrauchen. Eine viertel Stunde nach Mitternacht kommt der Meister dann und legt los. So, wie ich es mit gewünscht habe: Beautiful! Ace bindet sein Publikum in die Show ein, wie ich es vorher noch nicht erlebt habe. Er initiiert ein Ratespiel, bei dem das Publikum das jeweilige Mitglied der legendären „Juice-Crew“ anhand älterer Samples erraten soll. Macht Spaß. Als ich mal pinkeln muss, spielt er gerade „Born to roll“ an. Die Toiletten sind – vorteilhafter Weise – im vorderen Bereich, neben der Bühne. Ich gehe dann lieber vor die Tür, a) komme ich vorne eh nicht durch und b) will ich Ace nicht die Show stehlen. Als ich mit frischen Bier wiederkomme, bekomme ich das Ende des Tracks gerade noch mit.

Masta Ace ist genau der Typ, den ich mir als Schwiegersohn wünschen würde: Maximal talentiert, bodenständig, bescheiden, ehrlich, höflich, klug und auch im Alter noch energisch wie Michael Ammer auf einem Mädchen-Hauptschul-Abschlussball. Wenn jemand, der seit 1988 im Geschäft ist und HipHop in sämtlichen Generationen maßgeblich geprägt hat, ein Konzert in Deutschland in einem Club für maximal 400 Leute für 12€ gibt, dann ist das Understatement galore! Da ziehe ich ohne Einschränkungen meinen Hut. Schade, dass es nicht mehr Acts dieses Segmentes gibt. Und mehr als schade, dass das wohl Ace´s letztes Konzert war und keine neue Platte mehr kommt. One Love.

Hey yo, the world gon‘ show me some love, listen
And I’m not talkin‘ ‚bout the fakes hugs and kissin‘
Fifteen years, a lot of love is missin‘
I done already showed I’m not above the dissin‘
I’ma take what I’m owed, won‘ wait ‚til I’m old
The game got rules and y’all breakin‘ the code
Y’all don’t really think I can be hot in the club
Y’all think I’m washed up like I got in the tub but
I’m keepin‘ it poppin‘, the streets watchin‘
I’m keepin‘ ‚em locked and the beat knockin‘
Hear me comin‘ with this song that I brung in
Daddy-O told me this when I was still a young’un
„Ain’t nothin‘ like hip hop music
That’s why we choose it and the world just can’t refuse it“
This shit is underground like a gopher
Show a little love ‚fore it’s over

Aus „Good Ol Love“, hier für Eure iPods… Kauft das Album!

Kommentare

7 Antworten zu “Masta Ace im „Echochamber“, HH”

  1. Hasi sagt:

    100 Anzeichen dafür, dass Sie langsam alt werden, Nr. 41: „Sie verwenden ‚Entspannzone‘ an Stelle von ‚Chillout-Area'“

    :)

  2. MC Winkel sagt:

    :)
    Ich habe mir das lange überlegt, wollte unnützige Anglizismen vermeiden. Sie haben aber recht. Das nächste mal wieder „Chillout-Area/Lounge“

  3. Marius sagt:

    Wer seit 1988 dabei ist, wird auch nicht 2005 aufhören… oder hat etwa Jay-Z aufgehört? Think about it ;)

  4. MC Winkel sagt:

    … na hoffentlich! Aber Jiggaman ist derzeit ja auch nur am featuren… ob da nochmal ein neues Album kommt?

  5. Illo sagt:

    War ein sehr geiles Konzert! Bleibt auf jeden in Erinnerung und das Echochamber hat mich nicht das letzte Mal gesehen! Check mal meine kleine Samy Mixtape Review im Forum

  6. pompini sagt:

    sono eccitato circa questo luogo, buon lavoro!:)

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