Marcel im Glück. Endlich.

Marcel kann und will immer. Er macht auch nie ein Geheimnis draus, es ist halt einfach so. Marcel schaut jedem Rockzipfel hinterher, und wenn er mit den Frauen ins Gespräch kommt und sie dabei ansieht, schaut er ihnen zwar dem Anschein nach ins Gesicht – vor seinem geistigen Auge sieht er sich jedoch mit der entsprechenden Dame bereits in schmutzige Kopulationsmaßnahmen verwickelt. Er hört den Frauen eigentlich gar nicht zu, starrt sie nur an und denkt an sofortigen Verkehr. Das Schlimme daran: es gelingt ihm auch jedes Mal. Er geht am Nachmittag in die Stadt, spricht Frauen an und schläft nicht selten innerhalb der nächsten zwei Stunden mit Ihnen. Er ist ein elendiger Pimmelprotzer, den man aber irgendwie mag – er ist stets ehrlich und spielt von Anfang an mit offenem Hosenstall Blatt.

Konversationen mit Marcel sind im Großen und Ganzen sehr einseitig, er hat ja immer nur dieses eine Thema. Er erzählt, mit wem er gerne schlafen wollen würde und macht dabei noch nicht einmal vor den Freundinnen seiner anwesenden Freunde halt. Er erzählt, mit wem er die letzten 2 Wochen so schlief und er zeigt passend dazu garstige, selbstgedrehte Handyfilmchen. Kiels Frauenwelt kann sich übrigens sehr dankbar schätzen, dass Marcel nicht bloggt und dennoch sollte Kiels Frauenwelt wissen: Marcels Freunde kennen Euch! Ziemlich genau sogar. Es ist sehr schwierig, im Umkreis von 20 km eine Dame zu treffen, welche nicht mindestens um mehrere Ecken von Marcel beschält wurde. Und sollte man tatsächlich einmal solch eine Frau finden, so müsste man lediglich die entsprechende Mutter in dieser Thematik befragen; schon schließe sich der Kreis wieder.

Was ich damit eigentlich erzählen will: Marcel war trotz geschätzten 20 Paarungseinheiten die Woche anhaltend untervögelt, selbst allabendliche youporn-Besuche brachten keine Abhilfe. Sein bonoböses Verhalten ging seinem engsten Freundeskreis nach einiger Zeit schwer auf den Saque und so kam es, dass vor wenigen Wochen eine Krisensitzung ins Leben gerufen wurde, zu welcher man mich einlud. „Winkelsen, du hast doch so ein großes Web2.0-Netzwerk,“, hieß es da zunächst, „kannst du dich nicht einmal umhören, der Marcel braucht so langsam einmal Jemanden, der seiner Libido gerecht wird!“. Ich staunte Bauklötze, was bitte sollte ich da tun? Bei xing oder facebook alle weiblichen Kontakte nach etwaigen, nymphomanischen Tendenzen befragen? Einen myspace-Bulletin mit der Headline „Mannstollheit mit überdurchschnittlichen Geschlechtstrieb für Sinnessrausch mit einem Bekanntem gesucht“ verschicken und dieses Ansuchen bei der Gelegenheit gleich noch twittern? Da würde ich mir ja wirklich viele Freunde machen, gab ich zu bedenken. Es entstand ein allgemeines Einsehen. Ich schlug dann die Finnin A. vor, die sich gerade wieder für ein paar Wochen in der Stadt befinden würde – und siehe da: es klappte. Marcel hatte seine seelische Balance zurück, sein Freundeskreis atmete auf. Das ging solange gut, bis A. wieder mit ihren schroffen Vorlieben kam, die sogar ein Marcel nicht erfüllen konnte und wollte. Er brach mit A. und alles begann von vorne.

Und wisst Ihr, was ich jetzt am Wochenende über Marcel gehört habe? Könnt Ihr ja gar nicht. Aber soll ich mal sagen? Seit 14 Tagen hat er jetzt endlich Jemanden – Marcel, so hört man, ist nach langer Zeit endlich ausgeglichen, glücklich und fühlt sich das erste Mal richtig wohl in seiner neuen Beziehung – mit … Torben.

Kommentare

39 Antworten zu “Marcel im Glück. Endlich.”

  1. Claus sagt:

    Ich finde es immer wieder gut, wenn Blogger über sich selbst in der dritten Person schreiben. Wenn sie dann noch ein Pseudonym verwenden, ist es fast perfekt. Schade nur, dass man sich in der Vergangenheit so sehr entblößt hat, dass es sofort auffällt. :)

  2. Micha sagt:

    hehe, is ja geil…
    sauber das ers so durchzieht, respekt an deinen Homie

  3. Erdge Schoss sagt:

    Ha, Herr Winkelsen,
    hübsche Peunte.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  4. tobi sagt:

    Entschuldige mich, aber ich muss jetzt gleich einmal zusammenbrechen. Geht nicht anders.

  5. rene sagt:

    Man man, da wollte ich schon loskommentieren, dass mir die ständigen Vögelgeschichten irgendwie auf den Saque gehen, und dann muss ich hier grade wirklich laut loslachen. Schöne Pointe, in der Tat.

  6. klip sagt:

    Die Story klingt wieder mal zu gut – um wahr zu sein. Nein, ich glaube Ihnen, keine Angst. ;)

  7. Matra Ze sagt:

    LOL! Ich glaube, im GEgensatz zu klip, kein Wort…des letzten Satzes!

  8. Die Geschichte hat eine unglaubliche Wendung genommen.

    puh….und det vorm Frühstück!

  9. SirParker sagt:

    Sachen gibt´s… tststs… hey, aber das bedeutet ja, dass Marcel sein kleines schwarzes Buch nicht mehr braucht. Gibt´s da schon Interessenten?

    ;)

  10. frau k. sagt:

    hm… jetzt war ich doch glatt am Überlegen, wie eigentlich der Name von dem Typen war, denn ich damals in Kiel besucht habe…

  11. simon sagt:

    Ich lach mich kaputt!!! Sehr geile Story…sehr geil…

  12. Opa sagt:

    Stimmt. Es ist nicht nur die Peunte. Die ganze Story klingt irgendwie … vertraut.

  13. Zmivv sagt:

    Gnihihi.
    Die Psychologie kennt wirklich Alles im Menschen…

  14. gürtel sagt:

    hihi. kennt man den vö..ääh vogel? diese wendung kommt in der tat sehr überraschend. ich fall gleich vom schw…äääh stuhl. muss ich meiner tun…äääh tante erzählen

  15. Finja sagt:

    ach, ich mag romantische liebesgeschichten…*g*

  16. westernworld sagt:

    da spricht man dann wohl von ausgeglichenen bilateralen beziehungen.
    hoffentlich ist der gute mann nichtraucher…;)

  17. Die Muräne sagt:

    :) Dabei sind die Kielerinnen doch gar nicht so schlecht…

  18. steuertusse sagt:

    gibts davon auch handyfilmchen?

    *fg*

    (wenn ja, möchte ich diese bitte nicht sehen!)

  19. Solidglobe sagt:

    Echt mal ne unerwartete Wendung!

  20. der Kaiser sagt:

    Na dann kann er sich ja jetzt aus To(r)ben

  21. holstenbewohner sagt:

    Ha! Kein Wunder, dass man sich nicht in die Quere gekommen ist. ;-)

  22. Männer sind die besseren Frauen für so Manchen …

  23. MC Winkel sagt:

    @ Rociel: :) warum wusste ich das?
    @ Claus: Biddewas? Also Sie haben ja eine Phantasie! :)
    @ Micha: „Homie“ nicht ganz. Bekannter, mehr so.
    @ Erdge Schoss: Danke, herr Schoss!
    @ tobi: hihi…
    @ rene: Danke, Dicker. Aber was spricht gegen Vögelgeschichten? Malte bekam ja jüngst auch auf den Saque, weil’s bei Spreeblick plötzlich zu schlüpfrig wurde… ich verstehe das nicht.
    @ klip: Das will ich doch meinen!
    @ Matra Ze: Sollten Sie aber! Soll ich Torben vorbeischicken.
    @ Elsa: Da schmecken die Smacks doch gleich doppelt so gut, nä!
    @ Peezey: Ich kann ja mal fragen!
    @ frau k: Sehen Sie, ich wusste es doch. Marcel. Der Ruf geht bis … Kassel! :)
    @ simon: Danke!
    @ Opa: Vertraut? Edi, was heisst denn hier… vertraut?
    @ Zmivv: Aber DAS hätte keine vermutet. KEINER! Gerade Marcel…
    @ gürtel: Herr Gürtelsen, da haben wir heute aber nen Clown gefrühstückt, hm?! :)
    @ Finja: Dedicated to the lovers! :)
    @ westernworld: Nichtraucher? Den müssen Sie mir jetzt aber bitte erklären?!
    @ Muräne: Und die Kieler erst!
    @ steuertusse: Sollte es Filmchen davon geben: ICH habe sie noch nicht gesehen und ich möchte sie auch nicht sehen…
    @ solidglobe: Nicht wahr.
    @ Kaiser: Nanana, Herr Kaiser!
    @ holstenbewohner: Weisst Du doch nicht, Torben. :)
    @ Julie Paradise: Once you go man, you never come… ach ne, der ging doch irgendwie anders…

  24. ein diss- das ist mir grade zu lang
    nicht bös sein
    hol ich 2012 nach

  25. westernworld sagt:

    re: nichtraucher

    wenn nicht würde sich sein zigarettenkonsum in anbertracht seiner bonoboösen kopulationsfrequenz bedenklichst erhöhen und die kann er jetzt ja, um vom kaiser zu klauen, so richtig austo(r)ben.

  26. Thommy sagt:

    Öhhhhmmm ahhhh jaaaa … Aber ein länger Gang der Selbstfindung. Ich stelle mir das als etwas schockierend vor, wenn der Weiberheld eines Freundeskreises auf einem das Ufer wächselt. *schüttel*

  27. Zmivv sagt:

    @ MC:
    Gerade die, die das genaue Gegenteil behaupten, sind meist die passendsten Vertreter…

  28. Opa sagt:

    Vertraut = ich kenne auch so einen, allerdings nicht in Kiel. Ich wollte nicht sagen „bekannt“ , das könnte man leicht missverstehen.

    Die ganze Story ist stilistisch und vom Inhalt her einwandfrei, einschließlich der Pointe. Ich möchte meine mittlere Anerkennung hierzu zum Ausdruck bringen :-)

  29. Euro sagt:

    Bis zur Sache mit der Homo-Erotik, nebenbei ein wirklich schönes Ende, hätte ich meinen gesamten Hausstand verwettet, dass es sich dabei um einen meiner Freunde handelt. Den kennen sie auch, er hatte ihnen auf der Kieler Woche den Cheeseburger angeboten.

  30. DerTim sagt:

    Würde zumindest so manches erklären.

    Oder er wollte einfach wirklich wirklich wirklich sicher gehen, das er schwul ist.

  31. Aggel sagt:

    @DerTim: das finde ich jetzt mal eine sehr schöne Erklärung seines Verhaltens! *gekauft* Zeugt von einem wachen Geist ;-)

  32. Tapedeck sagt:

    Et kütt wie et kütt oder so ^^

    Vielleicht war er einfach nicht untervögelt sondern hatte sich vervögelt…jeder wie er mag nech? ^^

  33. pulsiv sagt:

    huch! vielleicht isser ja so spitz, dass er gar nicht bemurkt hat… ach. egal. junx wissen was junx wollen. hihi.

  34. suzan sagt:

    man(n) muss viele frösche küssen usw. usf.

    aber was ist nun mit dem contest? werter mc?

  35. wahre liebe gibt es halt nur unter männern.

  36. Manniac sagt:

    Ich werde irgendwann ein Buch über die Auswirkung von Vornamen auf die sexuelle Orientierung schreiben.

  37. […] wie geil…wir haben heute erst den 2. januar und schon steht mein lieblingsausdruck des jahres 2008 fest. obwohl bereits im oktober 2007 ausgedrückt…sorry mc, bin n bisschen faul die tage: bonoböses verhalten wahnsinn, hab grad mein halb gekautes kuchenstück auf dem wohnzimmerboden und offensichtlich auch auf der wand verteilt. genial wie immer… maciej | arbeitszimmer | […]

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