Kenny Beats, Kiefer, CARRTOONS & Nate Smith liefern mit FATHERS den perfekten Jazz-Funk

Was als spontaner Ausrüstungstest in Los Angeles begann, entwickelte sich innerhalb von nur zwei Tagen zu einem außergewöhnlichen Musikprojekt. Producer Kenny Beats baute monatelang an seinem Studio namens Putnam Hill. Doch durch das neue Mischpult war bisher noch kein einziger Ton geflossen. Kurzerhand lud er seinen Kollegen Kiefer ein, um die Verkabelung im Raum gründlich zu testen. Kiefer reiste jedoch keineswegs alleine an. Er hatte die fantastischen Musiker CARRTOONS und Nate Smith im Schlepptau. Kenny Beats, Kiefer, CARRTOONS & Nate Smith droppen „FATHERS“.
Diese hochkarätige Besetzung formierte sich bereits 2023 für eine Residency beim renommierten Montreal Jazz Festival. Aus dem simplen Funktionstest wurde schnell eine äußerst intensive Session. Am Ende stand nicht nur die Erkenntnis fest, dass die Technik einwandfrei funktioniert; die vier Ausnahmetalente nahmen in 48 Stunden ein komplett neues Album auf. Sie gaben sich spontan den Gruppennamen FATHERS. Das Wort nutzt Kiefer am liebsten für besonders vertraute Weggefährten im Studio.
Ein organischer Sound zwischen Beat-Tape und Live-Energie
Die Musik verbindet die rohe Dynamik von Live-Jazz mit der eingängigen Struktur moderner Popmusik. Der Track EYE LEVEL zeigt diese besondere Dynamik von Beginn an eindrucksvoll. CARRTOONS ruht sich beim Bass keineswegs auf starren Grundtönen aus, seine tiefen Melodielinien treten sofort in ein lebendiges Gespräch mit Kiefers Tasten. Nate Smith setzt dazu präzise Ghost Notes und feine Hi-Hat-Details. Dadurch bleibt der Rhythmus dauerhaft in Bewegung. Kenny Beats verleiht dem Ganzen im Anschluss einen makellosen Schliff. Auch das Stück PATCHWORK treibt diese präzise Schnitttechnik weiter auf die Spitze. Die Musiker verzahnen Keys, Bass und Drums in knackigen, sehr synkopierten Fragmenten. Das Ensemble bewegt sich harmonisch im klaren Tempo eines klassischen Beat-Tapes, Kiefer bleibt dabei gewohnt prägnant und formt kurze, kompakte Melodien.
Kenny Beats x Kiefer x CARRTOONS x Nate Smith – Von brasilianischen Grooves bis zu tiefen Basslines
Ein echtes Highlight der Platte ist ohne Zweifel PEARL. Der Song basiert auf einem leicht brasilianisch angehauchten Rhythmus. Kiefer liefert saubere Phrasen, während Carr komplexe Linien darunter webt und Nate Smith treibt das Schlagzeug mit beachtlicher Leichtigkeit an. Die Produktion wirkt extrem modern, verliert aber nie die handgemachte Wärme. Man möchte die Melodie schon beim zweiten Hören direkt laut mitpfeifen. Bei ruhigeren Stücken wählt die Gruppe einen völlig anderen Ansatz, THE LEAK simmert sanft vor sich hin und gibt dem Raum viel Platz zum Atmen. Carr übernimmt hier eine tragende Hauptrolle als zweite Lead-Stimme. In FIGURE 8 entfaltet die Band schrittweise eine faszinierende Dynamik. Wiederkehrende Motive bekommen bei jedem Durchlauf neue Rhythmen und frische Akzente verpasst.
Entspannte Sessions mit maximaler Strahlkraft
Gegen Ende zieht das Quartett das Tempo noch einmal spürbar an. STUB bündelt die gesamte Energie in ein kurzes, kraftvolles Motiv. Die Drums und der Bass erzeugen eine beeindruckende musikalische Wucht. Das Zusammenspiel klingt extrem energisch und erinnert fast an einen programmierten Track. Dagegen kommt TOMORROW, AGAIN extrem feinfühlig daher. Kiefer trägt die meiste Emotion im Vordergrund, während die Drums entspannt im Hintergrund bleiben. Der Bass hält das Fundament sicher unter den Akkorden. Das finale Stück FRONT YARD gehört schließlich ganz der Bassline von Carr. Seine Töne verleihen dem Song Charakter und viel Tiefe. Kiefer und Smith bauen ihre Parts locker darum herum auf. Die Musiker spielen leicht versetzt zum Beat, dadurch entsteht die perfekte Atmosphäre einer entspannten Jam-Session direkt im Studio.


