Erykah Badu feiert 25 Jahre „Mama’s Gun“ mit intimem Auftritt bei der New York Times

Erykah Badu New York Times

Zum 25-jährigen Jubiläum ihres wegweisenden Albums Mama’s Gun hat Erykah Badu einen Ort gewählt, der zunächst ungewöhnlich wirkt, aber perfekt passte. Mitten im Redaktionsgebäude der The New York Times verwandelte Erykah Badu Büros in einen temporären Live-Raum und schenkte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein exklusives In-Office-Konzert. Der Auftritt fügte sich nahtlos in ihre laufende „Mama’s Gun ’25: The Return Of Automatic Slim Tour“ ein, die bereits an der US-Westküste und in Europa für ausverkaufte Abende sorgte und nun Nordamerika weiter erobert.

Erykah Badu @ New York Times – Ein leiser Einstieg und sofortige Nähe

Den Auftakt machte Erykah Badu mit dem neueren Stück „Echos 19 (mix 122)“, das den Raum sofort fokussierte und entschleunigte. Begleitet von ihrer langjährigen Band mit RC Williams an den Keys, Braylon Lacy am Bass und Terron Austin bei den Backing Vocals, setzte sie auf Reduktion statt Effekte. Die Performance wirkte bewusst intim, fast meditativ, und ließ das Publikum langsam in den Moment gleiten, während sich Stimme und Band organisch ineinander verschränkten.

Rückgriff auf die frühen Klassiker

Anschließend öffnete Badu ihr klassisches Repertoire und griff tief in die Baduizm-Phase zurück. Mit „Rimshot“ und „On & On“ holte sie ihre frühen Jahre ins Hier und Jetzt, ohne nostalgisch zu wirken. Kleine rhythmische Variationen, spontane Ansagen und spielerische Pausen hielten die Songs lebendig. Besonders „…& On“ entwickelte sich zu einem Dialog mit dem Publikum, bei dem bekannte Melodien neu gedacht und überraschend gebrochen wurden.

Hip-Hop-Referenzen und kulturelle Verankerung

Im weiteren Verlauf verlagerte sich der Fokus auf „Love Of My Life“, ein Song, der Badus Nähe zur Hip-Hop-Kultur eindrucksvoll unterstreicht. Hier baute sie Referenzen zu Notorious B.I.G.s „One More Chance“ sowie zu „The Message“ von Grandmaster Flash And The Furious Five ein. Diese Zitate wirkten nicht wie Fremdkörper, sondern wie selbstverständlich integrierte Verweise, die ihre musikalischen Wurzeln und Einflüsse offenlegten.

Erykah Badu x New York Times – Mama’s Gun im Zentrum des Abends

Zum Abschluss kehrte Badu zu den Herzstücken von Mama’s Gun zurück. „Times A Wastin’“ blieb nah am Original, erhielt jedoch ein emotional erweitertes Finale, in dem sie ihrer Stimme Raum gab. Danach folgte „Didn’t Cha Know“, angekündigt mit einer kurzen Geschichte zur Entstehung des Songs gemeinsam mit J Dilla. Die entspannte Grundstimmung ging fließend in eine spirituelle Note über, als Badu Elemente aus The Wiz’ „Believe In Yourself“ einbaute und die Hoffnung der Lyrics verstärkte.

Warum dieser Auftritt hängen bleibt

Dieser kurze, aber intensive Auftritt zeigte einmal mehr, warum Erykah Badu (Youtube) live als Ausnahmeerscheinung gilt. Ihre Konzerte sind keine bloßen Reproduktionen, sondern lebendige Prozesse, die sich jedem Raum anpassen. Ob große Bühne oder Redaktionsbüro, sie schafft es, Nähe, Tiefe und Spontaneität zu verbinden. Wer die Chance hat, sie auf den verbleibenden Tourdaten zu sehen, sollte sie nutzen, denn solche Momente entstehen nur im Jetzt.

Fazit

Erykah Badu bewies bei der New York Times, dass wahre Präsenz keinen großen Rahmen braucht. Mama’s Gun lebt auch 25 Jahre später weiter, weil seine Botschaft zeitlos bleibt und live immer wieder neue Formen annimmt.

Erykah Badu feiert 25 Jahre „Mama’s Gun“ mit intimem Auftritt bei der New York Times

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