Der achtzehnte Buchstabe

Am 23.08.1987 geschah es. Über die Gehörgänge, durch den Kopf mitten ins Herz. Ich saß da und wusste gar nicht, wie mir geschah. Ich schaute auf meine Unterarme und schämte mich fast, eine Gänsehaut bekommen zu haben. Verursacht von der charismatischsten, markantesten Stimme die ich bis dato hörte. Von dem einzigen Mann, bei dem mir im Falle einer Begegnung vor Ehrfurcht die Knie wegbrechen und meine Hände feucht wässrig* werden würden. Der einzige Mann, der neben mir Jack Nicholson, Burt Reynolds und Kevin Spacey die drei scarfaceoösen Prinzipien

Du musst was aussagen,
Du musst was ausstrahlen,
Du musst was drauf haben.

in seinem Dasein vereint: ich spreche von Rakim, aka Rakim Allah oder The Fiend Of The Microphone. So war es damals und so ist es heute – wenn immer ich einen Part von Rakim auf einem Beat (bevorzugt natürlich von DJ Premier) höre, bekomme ich eine Gänsehaut. Ich warte nun schon seit 8 Jahren auf sein neues Album „The Seventh Seal“, welches neben Dr. Dre’s „Detox“ das wohl heißerwartetste Album im Rap-Genre sein dürfte. Hier der Track, der grundsätzlich schuld daran ist, dass ich immer so dämlich „Du, MC, warum hörst Du denn diese komische Rap-Musik?“ gefragt werde: „I Ain’t No Joke“, von Eric B. und Rakim.

Nas über Rakim in „U.B.R. (Unofficial Biography Of Rakim)“
_________________________
[*=wg. Alliteration und so]

Kommentare

21 Antworten zu “Der achtzehnte Buchstabe”

  1. nilz sagt:

    BURT!!!!!!!!!!!!!!!!!

  2. SirParker sagt:

    Stop – Hammertime!

    OT: Sieh Dir nochmal das Datum und die dritte Zeile im ersten Absatz an ;)

  3. creezy sagt:

    Schönes Post, erinnert mich daran unbedingt über meine erste musikalische Liebe zu ABBA (oder war es Peter Alexander?) zu bloggen und wie ich Brian Connolly heiraten wollte …

  4. Ich mag den Beat. Der Rest gibt mir minus 10 Emotion. Aufgesetzte Attitude sehe ich da, mehr nicht. Das ist der Grund warum ich weite Teile schwarzer Musik albern finde.

    Coolness (also Souveränität) muss nicht gezeigt werden, sie ist einfach, oder sie ist nicht. Sie stirbt dann, wenn man sie produzieren muss. Nee, da ist sie schon tot.

  5. lluxus sagt:

    rakim war ja eigentlich bei interscope/aftermath gesignt. aber weil bustas album kommerziell so gefloppt ist, hatten die schlipsträger (berechtigter weise) angst um ihre kohle. ich bin mir auch ziemlich sicher, dass das album, wenn es via interscope erscheint, ebenfalls floppen wird. aber das letzte was ich irgendwie gehört habe, war, dass da wohl irgend welche differenzen waren.. keine ahnung wie das jetzt ausgegangen ist
     
    für ein solches album, müssen viele komponenten zusammen passen, die ansich nicht unmittelbar mit der musik zu tun haben. ein vernünftiger vertrieb und eine eigene art von promo -riese plakate an hochhäusern wie bei fiddy bringt bei solch einem album nichts-. ich würde ihm ein fettes comeback gönnen, auch wenn ich nie so ein richtiger rakim fan war/werde ;)
     
    übrigens, ich glaube zwar dass detox ein kommerzieller erfolg wird, jedoch ein enttäuschendes album. dre hat sehr stark nachgelassen, wird aber aufgrund seiner grandiosen vergangenheit gnadenlos überschätzt. dre fand ich schon immer gut, aber seine letzten sachen waren alle nur mittelmaß.

  6. chrisse sagt:

    die klamotten damals waren einfach nur klasse
    erwähnenswert sind auch noch don’t sweat the technique und i know you got soul

  7. Daniel sagt:

    Good ol‘ dayz!

    Was mich besonders freut sind die nicht vorhandenen Bit*hes im Video. Obwohl „Fuffy Fuffy“ aka Flavor Flav ein guter Ersatz ist ;-) he he

  8. Stephan sagt:

    wahnsinn, das ist jetzt schon 20 Jahre her??? So alt bin ich schon??? Schöne Scheisse!
    Ich kann mich noch erinnern, die Maxi-Singles von Eric. B and Rakim waren immer sowas wie Eintrittskarten zu den wirklich guten Festen, so nach dem Motto:
    He, wir bringen gute Musik mit, können wir rein?
    Was für Musik?
    Erik B and Rakim!
    Ok, kommt rein.

  9. MC Winkel sagt:

    @ nilz: Nur Deinetwegen fand er heute hier Erwähnung!
    @ Peezey: Du, Hammer war aber ein paar Jahre später. Und [ot]: Danke!
    @ creezey: unbedingt machen!!!
    @ roman: Danke! Gruß, m.c :)
    @ Ingo: Kann man mal sehen, wie unterschiedlich Musik auf Menschen wirkt, hängt vermutlich viel von sozialen Umständen bzw. Umfeld und Stimmung ab. Bei mir ist es nämlich exakt dieses elektonische Gedudel, was Du so hörst, was mir überhaupt keine Emotionen vermittelt. Wenn da nämlich überhaupt Vocals vorhanden sind, sind die ja überwiegend 100% technischer Herstellung, somit gar nicht erst am Leben gewesen. :) Bei der Rapmusik ging es ja in weiten Teilen schon immer um eine gewisse Ego-Protzerei, dem sogenannten Battle-Style. Ist halt Teil der Kultur, man muss sie nur verstehen. Und ob Herr Rakim souverän ist oder ob all das nur aufgesetzt ist – das kannst Du ja gerne mal mit ihm direkt ausdiskutieren. :)
    @ lluxus: Schlimm, wie schnell heutzutag von einem „Flop“ die Rede ist. Ich fand „The Big Bang“ von Busta recht gelungen. Hat jetzt nicht übermäßig viele Einheiten verkauft, aber das ist ja grundsätzlich schwerer geworden. Ja, ich höre auch immer wieder was von „künstlerischen Differenzen“. Übersetzt heisst das: Zwei Alpha-Männchen kommen nicht miteinander zurecht, war nicht anders zu erwarten. Dennoch erlaubt Dre Rakim, seine Beats für „The Seventh Seagel“ verwenden zu dürfen. Was Dre betrifft: sehe ich ähnlich. Das, was er da für Jay Z’s „Kingdome Come“ abgeliefert hat, war teilweise eine Frechheit. Vor allem, wenn man danben mal aktuelle Beats von Just Blaze oder Timbaland hört.
    @ chrisse: ALLES! Das waren Architekten der Kultur.
    @ Daniel: Hast Du das ’87 auch schon gehört, Dicker? :)
    @ Stephan: Genau wie Young MC, PE oder 3rd-Bass zu der Zeit, nä? :)

  10. Daniel sagt:

    Im zarten alter von 5 Jahren hab ich noch hinter der Mauer gehockt ;-) Ich hab das Anfang/Mitte der Neunziger intensiv nachgeholt. So als Kontra zum britischen East-17-Einheitsbrei :-D ya’mean?!

  11. r0ssi sagt:

    rakim ist und bleibt der derbste mit the allergeilstem flow ever! mein all-time-fav is ja „microphone fiend“

  12. […] MC Winkel erinnert heute an großartigen Oldschool-Rap aus den 80ern. Bei mir ging die Liebe zu Hiphop auch 87/88 los mit Überalben wie “It takes a nation of millions to hold us back”, “Tougher than leather” oder halt “Paid in full”. Klar, Public Enemy, Eric B. & Rakim und Run-DMC waren damals der tighteste Shit. Aber erinnert sich eigentlich noch jemand an die großartigen 3rd Bass, damals neben den Beastie Boys die ersten und einzig ernst zu nehmenden weißen MC’s? Übrigens: Im 1991er Video “Pop goes the weasel” wird nicht nur Vanilla Ice aufs derbste gedisst, sondern hat Henry Rollins auch einen bemerkenswerten Cameo-Auftritt als ebenjener Vanilla Ice. […]

  13. mim sagt:

    mmh — das hat mich vom stil her bziemlich an grandmaster flash erinnert…

  14. Bernhard sagt:

    Sehr geile Mukke, auch für meine Kindheit repräsentativ und bei Eric B. and Rakim denke ich sofort an „Follow the Leader“ ;) und wie damals alles P.E.`s „Dònt believe the hype“ auswendig lernten und wie NWA die EP „100 miles a`running“ rausbrachte und wie 2-Live-Crew „Banned in the U.S.A.“ wurde und und und ………

    Vielleicht schreib ich auch mal was über „Back in the days“. BTW auch sehr gut war Paris „The devil made me do it“ Woa.

  15. Burnster sagt:

    Eine geile Nummer. Die hatte ich fast vergessen. Schön auch, wie Flav sich einen abzappelt.

  16. Bernhard sagt:

    Der beste Flavor-Abzappler All Time ist im „911 is a joke“-Video zu sehen.
    Und ein anderer fabulöser Abzappel-Hip-Hoper ist war natürlich ODB.

  17. Dave-Kay sagt:

    DAMN! Winkelsen du D…S… hast du eine ungefähre Ahnung, wie lange ich auf diesen veschissenen Eintrag warte?
    Bei jedem verdammten Eintrag, der zum Thema war dachte ich: „Das kann nicht sein, nein, nein, nein, das kann nicht sein, der Drecksack schreibt nicht über HipHop und erwähnt Rakim nicht. Nein, das träume ich!“

    More Stuff

  18. morpinion sagt:

    *rein kommt, die olle Plattenkiste öffnet*

    Eric B. & Rakim halten sich für dicke und sagen, wo es lang geht. Follow The Leader. Jazzy Jeff and The Fresh Prince sind Leader egal. sie Rock(en) The House. Puclic Enemy versucht sich mit It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back in den Vordergrund zu drängen, kommen aber nicht an LL Cool J vorbei. Der war nämlich Bigger And Deffer. Bescheiden im Hintergrund wippen Beatstreet und Wildstyle. Sie müssen sich nichts mehr beweisen…

    An dieser Stelle bricht meine Verbindung zu meiner virtuellen Plattenkiste aus den 80ern ab. Die Echte steht im feucht modrigen Keller meiner Eltern und schmückt sich mit dem Staub vergangener Tage.

    Herr Winkelsen, Sie sind ein Opfer Ihrer Sozialisation!

    Da wo Sie herkommen, hörte man sowas. Zumindest, wenn man eine ‚coole Sau‘ war. Wir haben das damals natürlich gefliessentlich hinter unseren Milchgesichtern verborgen. Man wollte ja nicht protzen.

  19. Westpfalz-Johnny sagt:

    Schön original mit Technics SL-1200 MK 2 – immer noch DER Plattenspieler schlechthin!

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