Bonjour, Frau Doktor!

Es geschah im Rahmen eines Camping-Urlaubes in Vieux-Boucau an der südfranzösischen Atlantikküste. Wir reisten mit 16 Personen an, buchten 3 oder 4 Plätze nebeneinander und stellten unsere Zelte zu einem größeren Kreis auf. Am Rand liessen wir etwas Platz für den Pajero von Hansens Eltern, mit welchem neben Hansen freundlicherweise noch Marco und ich anreisen dürften, der Rest kam mit dem Zug. Normalerweise hätte wirklich alles funktionieren müssen, wenn.

Wenn nicht Hansen ausgerechnet in diesem Jahr seine Sympathie für THC-haltiges Rauchwerk entdeckt hätte. Ich hielt ja bekanntermaßen nicht so besonders viel vom Kiffen. Die ersten Versuche endeten mit Kreislaufproblemen oder Paranoia, außerdem passten rote Schlitzaugen nicht so besonders gut zu meiner hawaiianischen Badeshort. Wir planten für die gesamte erste Woche jeden Abend eine mittelfrivole Lustbarkeit, mit Ausnahme des Dienstags. Denn am Mittwoch morgen würden Hansens Eltern nachgereist kommen, die seit mehreren Jahren schon Stammgäste auf diesem Campingplatz waren und deren Stammplatz sich auch nur in 20m Luftlinie befinden würde. Was Hansens Vater betraf: als Direktor eines angesehenen Gymnasiums in Kiel hielt sich sein Zuspruch in Bezug auf südfranzösisches Straßendope fragwürdige Anästhetika in Grenzen. Und die Mutter? Nur soviel: als passionierte Bibliothekarin mit einem Doktorat in Theologie war das Schrägste, was sie sich jemals erlaubte, ein dreiminütiges Überziehen ihrer Parkzeit. Gut, Marco behauptete, sie hätte auch einmal Miracel Whip statt Mayonaise in den Nudelsalat gemogelt. Niemals – so krass war die nicht.

Nun spielte uns das Wetter in den ersten Tagen leider nicht in die Karten. Erst nach dem Wochenende wurde es freundlich und der besagte Dienstag war dann der erste wirkliche Strandtag. Und wer wären wir, wenn wir das nicht entsprechend zu zelebrieren verstanden hätten! Aus überschwenglicher Freude nahmen wir bereits vor dem Mittagessen die ersten Zehnerpacks (es gab „Kronenbourg“ nur in 10er oder 26er-Einheiten) mit ans Meer, Hansen und ein paar andere Jungs packten zusätzlich die Glasbong ein, was ich als eher unvorteilhaft einstufte. Ich bat Hansen, am Tag vor der Ankunft seiner Eltern die Drogen lieber beiseite zu lassen wie NewEra-Caps. „Ach was, dann gehen wir halt früher schlafen! Bis morgen um 10h sind wir frischer als Wildschweinjunge!“. Ob das klappt, wenn hier am Strand mehr Köpfe rauchten als im CERN? Das wollte ich sehen.
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Fortsetzung folgt!

Kommentare

17 Antworten zu “Bonjour, Frau Doktor!”

  1. Gerhard sagt:

    Zensur! Skandal!

  2. jan sagt:

    MC, fix mal die Syntax … lässt sich zwar lesen, schön is das aber nicht.

  3. InforX sagt:

    Da hat wohl jemand den End-Tag für das Durchstreichen vergessen ;).

  4. Der xtremen Zensur entnehme ich, dass die folgenden Zeilen wohl noch hard`n dirtyiger attackt werden, oder?
    Freu mich drauf.

  5. Johanna sagt:

    Zum Glück habe ich eine neue Brille und konnte trotzdem alles lesen.

  6. Erdge Schoss sagt:

    Trugen Sie, werter Herr Winkelsen,

    die roten Schlitzaugen zur blauen Brille?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  7. Looka sagt:

    Immer diese Fortsetzungsgeschichten. Lassen Sie uns bloß nicht zu lange warten.

  8. MC Winkel sagt:

    @Gerhard, @jan, @InforX: Ja, SORRY! Sowas kann auch nur an einem Abend nach so einem Osterwochenende passieren! :)
    @Jerry-Der Schöne und das Blog: Viel wichtiger ist: hast Du Dir Deine eggs nun selfgecolored?
    @Johanna: Na da bin ich aber auch froh! (Müsste auch mal wieder zum Linsen-Nachschleifen!)
    @Erdge Schoss: Aber nicht doch, Herr Schoss. Ich kiffte ja nie selten.
    @Looka: Nein, diesmal nicht!

  9. der.grob sagt:

    miracel whip hin oder her. ich habe schon mehrmals die erfahrung gemacht, dass sich augenscheinlich frigide bibliothekarinnen oftmals als ziemlich geile sexschlampen entpuppen.

  10. FrauvonWelt sagt:

    Ich, werter Herr Winkelsen, machte mal Campingurlaub am Steinhuder Meer, kann mich aber außer an einen Typen mit pinken Chucks an gar nichts mehr erinnern. Warum gerade dieses pinken Chucks in meinen Gehirnwindungen hängen geblieben sind? Ist doch klar, oder?

    Herzlich und in Urlaubslaune
    Ihre FrauvonWelt

  11. Chilli sagt:

    @DER.GROB
    Word, stille Wasser sind kalt.

    Verdammter Cliffhanger, bin gespannt wie ein Flitzebogen.

  12. schaezle sagt:

    @der.grob: musste über die geilen Sexschlampen lachen.
    Mein Traum: einmal in meiner ehemaligen Unibibliothek fi…

  13. danimateur sagt:

    als er an seiner glasbong genüßlich zog, überlegte er weiterhin, warum der new era link nicht funktionierte.

  14. @MC: Nochmal zu meinen eggs!
    Leider nicht. Kennst du `ne Maid, die mir die eggs colored. Wäre ja auch `n Beitrag wert.
    llg super Wetter oder?

  15. denzel sagt:

    die t.i./kappenmetapher=wahnsinn. ^^

  16. Die DiVa sagt:

    Das aber auch nie jemand auf Sie hört, werter Herr Winkel, ungläubiges Volk das.

    Herzlichst und hingehört

    Ihre DiVa

  17. Irgendwas geht schief, nur was?

    Bin gespannt…. (toller Text!)

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