Mooji und The Natural State: Die Rückkehr zur formlosen Präsenz

In einer Welt, die uns ständig zur Identifikation mit Gedanken, Rollen und Ambitionen drängt, wirkt die Botschaft von Mooji wie ein radikaler Anker. Das aktuelles Pointing aus Monte Sahaja in Portugal widmet Mooji dem Thema „The Natural State“. Es ist eine Einladung, die gewohnte Anstrengung des Werdens aufzugeben. Stattdessen sollen wir einfach in der reinen Existenz verweilen.
Mooji x The Natural State – Die Identifikation mit dem reinen Sein
Mooji beginnt seine Ausführung mit einer klaren Anweisung. Wir sollen uns ausschließlich mit der „Beingness“ identifizieren. Diese Präsenz beschreibt er als formlos und unpersönlich. Sie besitzt keine Kategorien und keine feste Gestalt. Es geht hierbei nicht um eine intellektuelle Übung. Vielmehr ist es eine wortlose Bestätigung dessen, was bereits da ist.
Das Verweilen im Sein fühlt sich anfangs oft ungewohnt an. Unsere Gewohnheit zieht uns fast magnetisch zurück in den Verstand, aka in die Ego-Wahrnehmung. Dort warten Erinnerungen, Wünsche und Absichten auf uns. Doch Mooji macht deutlich, dass dieser Weg unweigerlich in die Dualität führt. In diesem Zustand der Spaltung verlieren wir den inneren Frieden und die natürliche Harmonie aus den Augen.
Der neutrale Zeuge als Schlüssel
Ein zentraler Aspekt seiner Lehre ist die Rolle des neutralen Zeugen. Mooji definiert dies als ein Beobachten ohne Interesse oder Identität. Wenn wir als dieses neutrale Selbst verbleiben, bleibt nichts vom Verstand an uns haften. Er nutzt hierfür ein starkes Bild: Es ist wie das Schreiben auf Wasser. Nichts bleibt zurück, was man später wieder lesen könnte.
Diese Haltung bedeutet jedoch keineswegs eine Flucht aus der Realität. Wenn eine Handlung im praktischen Leben erforderlich ist, fließt die nötige Energie ganz natürlich. Man verpasst nichts Wichtiges, wenn man in der Stille verweilt. Im Gegenteil, die Handlungen entspringen einer wahrhaftigen Quelle. Sie fühlen sich deshalb nicht mehr wie eine mühsame Anstrengung an.
Mooji x The Natural State – Handeln ohne ein Handelnder zu sein
Die Entdeckung, dass das Zeugesein kein aktives Tun ist, beschreibt Mooji als einen großen Durchbruch. Es ist eine Qualität der Stille und der Unbewegtheit. Während wir in dieser Präsenz ruhen, bewegen sich Energien im Körper ganz von selbst. Wir erkennen, dass wir nicht vor dem Leben weglaufen. Wir sind das Leben selbst.
Die Wahrnehmung funktioniert in diesem natürlichen Zustand völlig unangestrengt. Es ist eine Position, in der der innere Frieden nicht mehr gestört wird. Selbst wenn Wellen im dynamischen Feld auftauchen, bleibt der Raum dahinter unberührt. Spannungen oder Gedankenaktivitäten dürfen erscheinen, ohne bewertet zu werden. Sie tanzen lediglich im unveränderlichen Raum des Bewusstseins.
Die Unendlichkeit der Formlosigkeit
Mooji (Youtube) rät dazu, alle Dinge, die in uns auftauchen, der Gesamtheit zu überlassen. Wir sollen keine „Lieferungen“ des Verstandes annehmen. Sobald wir eine Form annehmen, werden wir angreifbar. Als unendliche Formlosigkeit hingegen gibt es keine Reibungsfläche. Dieser Zustand muss nicht erst mühsam erreicht werden, er ist bereits unsere wahre Natur.
Der Weg zum „Natural State“ ist somit eher ein Prozess des Erkennens als des Erwerbens. Es gilt lediglich zu bestätigen, was ohnehin schon Fakt ist. Wenn wir aufhören, uns gegen den Fluss des Seins zu wehren, stellt sich eine natürliche Zufriedenheit ein. Alles ist bereits gut, genau so, wie es im Moment erscheint.


