Trump, ICE und AfD: Wie staatliche Gewalt in den USA tötet und nach Deutschland exportiert werden soll

Was sich derzeit in den USA abspielt, ist kein Ausrutscher und kein Einzelfall. Es ist der offene Beweis dafür, wie schnell ein demokratisches System kippen kann, wenn autoritäre Fantasien reale Macht bekommen. Unter Donald Trump agieren die sogenannten ICE-Einheiten nicht mehr als reguläre Behörde, sondern wie ein enthemmter Repressionsapparat. Die Tötung von Alex Pretti ist dabei nicht nur ein schockierender Mord, sondern ein Menetekel. Wer jetzt noch glaubt, so etwas sei „typisch amerikanisch“ und hierzulande undenkbar, verkennt die Lage vollständig. Trump, ICE und die AfD: Wie staatliche Gewalt in den USA tötet und nach Deutschland exportiert werden soll.
Der Mord an Alex Pretti und was er offenlegt
Alex Pretti, 37 Jahre alt, Krankenpfleger, wurde von ICE-Agenten erschossen. Die Tat wurde aus mehreren Perspektiven gefilmt. Pretti war unbewaffnet, als er starb. Selbst nachdem er am Boden lag, wurde weiter auf ihn geschossen. Der Tatort wurde nicht ordnungsgemäß gesichert, Ermittler der lokalen Polizei wurden behindert, die Täter verschwanden. Genau so sieht Straflosigkeit aus, wenn sie politisch gewollt ist. ICE agiert inzwischen außerhalb jeder rechtsstaatlichen Logik, gedeckt von einer Regierung, die Gewalt nicht nur toleriert, sondern einkalkuliert.
Trump x ICE x AfD – Nationalgarde als Kontrastbild
Nach dem Mord wurde in Minnesota die Nationalgarde aktiviert. Der demokratische Gouverneur Tim Walz setzte bewusst auf Deeskalation. Die Bilder, die folgten, waren fast surreal: Soldaten, die Kaffee und heiße Schokolade verteilen. Das mag auf den ersten Blick harmlos wirken, ist aber strategisch klug. Während ICE als feindliche Besatzung wahrgenommen wird, positioniert sich die Nationalgarde sichtbar auf Seiten der Bevölkerung. Damit wird eine klare Linie gezogen zwischen Schutz und Terror, zwischen Staat und Schlägertrupp.
ICE als politische Waffe
ICE ist derzeit eine der meistgehassten Behörden der USA. Und das aus gutem Grund. Die Einsätze richten sich nicht gegen „gefährliche Kriminelle“, sondern gegen Kinder, Familien und ganz normale Bürgerinnen und Bürger. Menschen werden auf dem Schulweg verfolgt, von der Straße gezerrt, eingeschüchtert. Die Bilder davon fluten das Netz. Gleichzeitig steigen laut Umfragen die Zustimmungswerte für Migration wieder an. Trumps Kalkül, Angst zu säen, schlägt in Teilen zurück. Doch der Preis dafür ist hoch, er wird in verletzten Körpern und toten Menschen bezahlt.
Propaganda, Verrohung und digitale Hetze
Nach dem Mord an Pretti setzte sofort die bekannte Maschinerie ein. Rechte Influencer und Verschwörungsideologen versuchten, die Tat zu rechtfertigen. Videos wurden aus dem Kontext gerissen, Behauptungen konstruiert, der Ermordete zum Täter erklärt. Das Muster ist bekannt: Entmenschlichung, Lüge, Wiederholung. Dass ein Mann, der anderen helfen wollte, posthum als Terrorist diffamiert wird, sagt viel über den moralischen Zustand dieses Lagers. Besonders perfide ist dabei die Rolle sozialer Netzwerke, in denen solche Narrative ungefiltert millionenfach verbreitet werden.
Trump x ICE x AfD – Von Amerika nach Deutschland gedacht
Genau hier liegt der entscheidende Punkt für uns. Wer glaubt, das alles habe nichts mit Deutschland zu tun, irrt gefährlich. Die rechtsextreme Partei AfD formuliert offen, dass sie genau diese Zustände auch hier will. Remigration, Entrechtung, staatliche Gewalt gegen definierte Feindbilder. Alice Weidel erklärte öffentlich, man habe immer genau das gefordert, was Trump nun umsetze. Das ist keine Provokation, das ist ein Geständnis. Wer AfD wählt, wählt keinen Protest, sondern den bewussten Abriss von Demokratie und Rechtsstaat.
Warum Eskalation kein Zufall ist
Autoritäre Bewegungen funktionieren über Emotionen – Angst, Wut, Hass. Sie testen Grenzen, verschieben sie, normalisieren Gewalt. Wenn demokratische Kräfte darauf nur mit kühler Sachlichkeit reagieren, verlieren sie den emotionalen Raum. Aufklärung muss deshalb auch klar, deutlich und unbequem sein; nicht hysterisch, aber unmissverständlich. Es geht nicht um Meinungsvielfalt, sondern um den Schutz elementarer Rechte. Wenn bewaffnete Einheiten ohne rechtliche Grundlage Menschen töten, ist jede rote Linie überschritten.
Der gefährliche Irrtum der Unbeteiligtheit
Viele Menschen glauben noch immer, sie selbst seien nicht gemeint. Sie seien ja „unauffällig“, „angepasst“, „keine Zielgruppe“. Das ist historisch naiv. Autoritäre Systeme brauchen immer neue Feinde. Heute sind es Migrantinnen und Migranten, morgen queere Menschen, übermorgen politische Gegner. Die Gewalt frisst sich weiter, solange sie nicht gestoppt wird. Amerika zeigt gerade in Echtzeit, wie schnell das geht.
Ein Warnsignal, kein fernes Drama
Der Fall Alex Pretti ist kein isoliertes Drama, sondern ein Warnsignal. Er zeigt, was passiert, wenn staatliche Gewalt entgrenzt wird und eine Gesellschaft zulässt, dass Menschen entmenschlicht werden. Dass es in Minnesota massiven Widerstand gibt, Solidarität, gegenseitige Hilfe, ist ermutigend. Aber es ändert nichts daran, wie gefährlich die Lage insgesamt ist. Wer jetzt wegschaut, wird später erklären müssen, warum er nichts gesagt oder getan hat.
Was jetzt zu tun ist
Unter diesen Umständen reicht Beobachten nicht mehr aus, die Konsequenz heißt Boykott. #BoycottUSA bedeutet, US-Produkte konsequent meiden, wo immer es möglich ist, also keine US-Marken kaufen, keine US-Streamingdienste abonnieren, keine US-Tech-Monopole füttern, keine US-Kulturindustrie konsumieren, wenn es Alternativen gibt. Es bedeutet, Reisen in die USA zu vermeiden, US-Events nicht zu promoten und wirtschaftliche wie kulturelle Abhängigkeiten bewusst zu reduzieren. Jeder Euro, der nicht in dieses System fließt, ist ein kleines, aber klares Signal. Und unter diesen Voraussetzungen ist auch eine Teilnahme an der WM 2026 in den USA absolut undenkbar. Ein Sportgroßereignis, das Normalität simuliert, während staatliche Gewalt eskaliert, wäre blanke Heuchelei. Wer Demokratie ernst nimmt, darf sich nicht wegducken, wenn sie anderswo offen abgeschafft wird. Boykott ist kein Symbol, sondern eine der wenigen friedlichen Formen von Druck, die noch wirken können.
Trump, ICE und AfD: Wie staatliche Gewalt in den USA tötet und nach Deutschland exportiert werden soll
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[via Der Dara, Danke für die tolle Arbeit!]


