3.000 Meilen auf dem Skateboard durch die USA: „Across America“ mit Chad Caruso

Across America Skateboard

Die Dokumentation „Across America“ erzählt die fast unglaubliche Geschichte von Chad Caruso, der auf einem Skateboard 3.000 Meilen quer durch die USA gefahren ist. Von der Westküste in Kalifornien bis hinunter nach Virginia Beach legte er in 57 Tagen jeden einzelnen Meter auf nur einem einzigen Board zurück – ohne Begleitfahrzeug, ohne Ersatzmaterial, nur mit einem Rucksack und unerschütterlichem Willen.

Ein Guinness-Weltrekord voller Entbehrungen

Caruso startete seine Reise in Venice Beach. Sein Ziel: pro Tag rund 50 Meilen schaffen, insgesamt 3.000 Meilen. Damit sicherte er sich nicht nur den Guinness-Weltrekord für die längste Skateboard-Distanz, sondern sammelte gleichzeitig Spenden für die Non-Profit-Organisation Natural High, die Jugendlichen Alternativen zu Drogen aufzeigt.

Die Strecke verlangte alles ab: brütende Hitze, Sandstürme, steile Anstiege, gefährliche Highways und kilometerlange Abschnitte ohne Wasser oder Handyempfang. Besonders riskant waren die einsamen Landstraßen im Südwesten, wo Caruso zeitweise Coyoten fürchtete und Lastwagen nur Zentimeter entfernt an ihm vorbeirauschten.

Allein gegen die Weite Amerikas

Mit ihm unterwegs waren keine Kamerateams oder Unterstützerfahrzeuge – nur er selbst, sein Skateboard, eine minimale Ausrüstung und ein GPS-Tracker. Im Rucksack: Erste-Hilfe-Set, Ersatzlager, ein Poncho für Regen, ein paar Kleidungsstücke und drei Liter Wasser. Alles musste so leicht wie möglich sein, denn jedes Gramm bedeutete zusätzliche Belastung für Knie und Rücken.

Caruso kämpfte während der Tour mit Schmerzen, alten Verletzungen und der ständigen Erschöpfung. Doch immer wieder waren es Begegnungen mit Fremden, die ihn motivierten. Autofahrer hielten an, um Wasser zu teilen, Passanten spendeten Snacks oder einfach ein paar aufmunternde Worte. Aus Fremden wurden Verbündete – kleine, zufällige Gesten der Menschlichkeit, die die Doku eindrucksvoll einfängt.

Skateboarding als Meditation

Für Caruso war das Abenteuer mehr als nur sportlicher Rekord. Es wurde zur Form der Meditation. Er beschreibt, wie sich auf der Straße die Gedanken klärten, Sorgen verschwanden und ein intensives Gefühl von Fokus und Sinn zurückblieb. Jede Meile brachte ihn näher an einen Zustand, in dem das Skaten zum Ritual und die Monotonie zum Trost wurde.

Seine Reise war auch ein Spiegelbild seiner eigenen Vergangenheit. Früher hatte er mit Alkohol zu kämpfen, suchte in Partys und riskanten Aktionen nach Nervenkitzel. Heute ersetzt Skateboarding diese zerstörerische Energie – es ist seine Droge, sein „Natural High“.

Triumph in Virginia Beach

Am 19. Mai 2023 rollte Chad Caruso (Youtube) schließlich in Virginia Beach ein – erschöpft, aber überglücklich. Dort wurde er nicht nur von Freunden und Unterstützern empfangen, sondern auch offiziell geehrt: Der Bürgermeister erklärte den Tag zum „Chad Caruso Day“. Damit wurde sein Trip nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich zu einem Symbol für Durchhaltevermögen, Mut und positive Lebensführung.

Fazit: Mehr als nur ein Rekord

„Across America“ ist keine klassische Sportdokumentation, sondern ein Porträt über Selbstüberwindung, Sinnsuche und die stille Kraft von Begegnungen unterwegs. Carusos Leistung ist beeindruckend – doch noch wichtiger ist die Botschaft dahinter: Jeder Mensch kann seine Grenzen verschieben, wenn er bereit ist, den Weg konsequent zu gehen.

Chad Caruso hat nicht nur einen Weltrekord aufgestellt, sondern auch gezeigt, dass Skateboarding mehr sein kann als ein Hobby – nämlich ein Werkzeug für Transformation und eine Quelle echter Freiheit.

3.000 Meilen auf dem Skateboard durch die USA: „Across America“ mit Chad Caruso

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