Sadhguru über Leben, Tod und das, was im Leben wirklich zählt // Know Thyself

Sadhguru Leben Tod

Im Gespräch mit Andre Duqum, vor einem interessierten Publikum, widmet sich Sadhguru den tiefsten Fragen menschlicher Existenz. Dabei spricht er offen über die Angst vor dem Tod (Sein aktuelles Buch Death), das Leben in Bewusstheit und die Kunst, den inneren Frieden zu finden. Sadhguru über Leben, Tod und das, was im Leben wirklich zählt.

Die Angst vor dem Tod raubt uns das Leben

Sadhguru eröffnet das Gespräch mit einer provokanten These: Viele Menschen erleben ihr Leben nicht wirklich. Sie leben in Gedankenmustern, Meinungen und psychologischen Dramen. Die Angst vor dem Tod – den viele als etwas sehen, das nur anderen passiert – raube ihnen das Erleben des Lebens. Sterblichkeit sei nichts Negatives, sondern eine ständige Erinnerung daran, dass unsere Zeit begrenzt ist. Wer sich dieser Endlichkeit bewusst werde, verschwende keine Zeit mehr mit Dingen, die bedeutungslos sind.

Gedanken und Emotionen: Die selbstgemachte Falle

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Identifikation mit Gedanken und Gefühlen. Für Sadhguru sind Gedanken schlichtweg das Resultat von Daten, die wir angesammelt haben. Mehr noch: Unsere Intelligenz, die uns eigentlich dienen sollte, richte sich gegen uns, wenn wir in psychologischen Dramen gefangen sind. Das sei auch der Grund, warum viele Menschen unter Stress, Angst oder Depression leiden – obwohl ihre Lebensumstände objektiv gesehen gut seien.

Sadhgurus Rat: Beobachte deine Gedanken. Sei dir bewusst, dass du sie selbst erschaffst. Wenn du schon Gedanken erschaffst, warum nicht angenehme? Bewusstheit sei der Ausweg aus der selbsterschaffenen Leidensspirale.

Leben in Bewusstheit: Bist du der Fahrer deines Lebens?

Ein besonders eindringlicher Moment des Gesprächs ist Sadhgurus Frage: „Bist du wirklich der Fahrer deines Lebens, oder wirst du von äußeren Faktoren gesteuert?“ Für ihn ist menschliches Leben die Chance, den „Fahrersitz“ zu übernehmen – anders als Tiere, die von Instinkten getrieben werden. Doch die meisten Menschen würden ihr Denken, Handeln und selbst ihr Wohlbefinden durch äußere Einflüsse bestimmen lassen. Der Weg zur Freiheit beginne damit, diese Zusammenhänge zu erkennen.

Sadhguru über Leben & Tod – Das Problem der mentalen Unordnung

Die sogenannte „runanubandha“ – also das Anhaften fremder energetischer Eindrücke – bezeichnet Sadhguru als Grund für die überfüllten und verwirrten Geister vieler Menschen. Jedes Objekt, jeder Kontakt hinterlasse energetische Spuren im Körper. Diese energetischen Erinnerungen belasten das System. Sein Tipp: Weniger sammeln, energetische Klarheit schaffen. Nur so lasse sich innerer Frieden erreichen.

Leben und Tod: Zwei Seiten derselben Medaille

Für Sadhguru sind Leben und Tod keine Gegensätze, sondern Aspekte desselben Prozesses. Der Tod sei nichts weiter als das letzte, vollkommen effiziente Ereignis im Leben. Er empfiehlt, das Thema Tod nicht zu verdrängen, sondern als Lehrer zu akzeptieren: Wer sich seiner Endlichkeit bewusst ist, lebt klarer, fokussierter und freier. Die moderne Medizin aber verlängere das Sterben oftmals künstlich, ohne dabei das eigentliche Problem – das Nicht-Erleben des Lebens – zu lösen. Deshalb spricht er sich dafür aus, sowohl das Leben als auch den Tod bewusst und würdevoll zu gestalten.

Der Weg nach innen: Die einzige Lösung

Sadhguru betont, dass es nicht die äußere Welt sei, die unser Lebensgefühl bestimmt. Alle Erfahrungen entstehen im Inneren. Die Sinne seien nach außen gerichtet, doch wahres Erkennen entstehe nur im Inneren. Sein einfachster Tipp: Setze dich täglich hin und reflektiere – was gehört wirklich zu dir und was hast du nur angesammelt? Wer das, was er angesammelt hat, regelmäßig „beiseite legt“, könne innere Freiheit erlangen.

Fazit: Werde dir der kostbaren Zeit bewusst

Sadhgurus Gespräch erinnert daran, dass Bewusstheit nichts Abgehobenes ist. Sie bedeutet, das eigene Leben als das größte Wunder anzuerkennen – mit all seiner Fragilität. Sein Appell lautet: Verschwende keine Zeit, tue, was wirklich zählt und erkenne: Du bist sterblich. Genau das gibt deinem Leben Tiefe und Bedeutung.

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