The KoolNOT-Chronicles: Abteilungsübergreifendes Quergewämsel

Die Firma, für die ich vor ein paar Jahren mal gearbeitet habe, wird nach einer klassischen Heuschrecken-Übernahme gerade ziemlich hart auseinandergepflockt. Es war wirklich eine der besten Entscheidungen meines Lebens, dort vor 4 Jahren gegangen zu sein. Auch wenn wirklich nicht alles Scheiße war, es gab ja schon auch ein paar lustige Dinge. Allerdings eher unfreiwillig lustig. Man muss sich vorstellen: in Spitzenzeiten waren 30% des gesamten Personals miteinander liiert. Hab’ ich in dieser Form wirklich noch nie erlebt/gehört, da wurde in der Firmenküche gefummelt, im Lager geknutscht und im Parkhaus gespleast. Das lag einfach daran, dass die Mitarbeiter bored-out waren. Jede Abteilung war hoffnungslos überbesetzt, die Arbeit hätte man auch mit 60% der Belegschaft verrichten können – und aus dieser Langeweile heraus wurd’ halt Abteilungs-übergreifend quergewämselt.

Ich hielt mich da aus drei Gründen raus, a) hatte ich den Mist ja gerade erst hinter mir, b) nutzte ich freie Zeitfenster lieber zum Bloggen, weil ich vor 10 Jahren schon wusste, dass mir dieser Bullshit ein Leben bringen wird, welches mich in einem Jahr nach Mauritius, auf die Seychellen und auf die Malediven bringen wird im Internet ein paar mehr ähnlich gesinnte Menschen kennenlernte und c) gab es politische Gründe. Ich will ehrlich sein: die Kleine aus dem Kundenservice (kleine Füße, große Brüste), da wär’ ich zur Not schon einmal beigegangen. Aber war nicht drin, weil sich sowas herumspricht wie Kommunizierende links und rechts von einer Litfaßsäule. Und wenn ihre Abteilungs-Kollegin, mit der ich aus niederen Bequemlichkeitssicherungsgründen flirtete, davon erfahren würde, dann wären in Zukunft wieder Tagesberichte Trumpf gewesen – mein sicherer Untergang. Am Rande: ich liess mir sogar auf der Weihnachtsfeier nichts anmerken, als sie mich unsittlich berührte (unter dem Tisch mit dem Fuß. Sie hatte nur leider vegessen, ihre Cowboy-Stiefel (!) auszuziehen. Only @ KoolNOT) und mir im Bus auf der Rückfahrt von ihren Toys erzählte. Das war Mobbing, sexuelle Belästigung, seelischer Magna Carta. Zum Betriebsrat konnte ich damals nur nicht, weil, der war sie.

Dann mein anderer Kollege, dem das interne Gruppenkoitieren zu einfach war. Der brauchte immer ein Spezial-Treatment und so bumste er direkt die Frau seines Vorgesetzten. Ich werde nie vergessen, wie ebendieser noch in großer Runde ausführlich davon erzählte, wie und wo er seine Triple-X-Filmchen im Internet bekommen würde. Nach diesem kleinen Mitarbeiter-Announcement ging er zufrieden zurück in sein Büro, vermutlich um sich in schlüpfrigen Foren schonmal seine Abendunterhaltung zusammenzustellen, während mein Kollege zu ihm nachhause fuhr und sich um das kümmerte, was aus Torrent-Gründen viel zu lange vernachlässigt wurde. Er trank sogar sein Bier und soll auch Unfug mit seiner Zahnbürste gemacht haben, was aber bestimmt eine Lüge war. Der (Ex-)Kollege ist heute übrigens Besitzer einer Auto-Vermietung auf Gran Canaria, Chapeau! Mit der Frau seines damaligen Chefs läuft Entfernungs-bedingt aber wohl nichts mehr, man schickt sich jetzt nur noch unanständiges Bildmaterial über facebook.

Beim nächsten Mal erzähle ich Euch dann von dem Typen aus der Buchhaltung, bei dem ich mir nicht sicher war, ob er eher Kinder isst oder Welpen anzündet, vielleicht auch andersherum oder beides. Im Laufe der Zeit fiel jedenfalls auf, dass er Gegenstände von Kolleginnen klaut, welche diese im Mund gehabt haben. Falls Eure Fantasie hierfür gerade nicht ausreicht: seid dankbar. In diesem Sinne: kommt gut in die Woche!
___
[tl;dr = war ein crasser shiat in meiner ehemaligen Firma, viel Langeweile & Herumgebimse, aber oft auch lustig. Und ist alles Satire und ausgedacht, vielleicht.]

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Kommentare

4 Kommentare zu “The KoolNOT-Chronicles: Abteilungsübergreifendes Quergewämsel”

  1. Folker Mienkus sagt:

    Emser, again you made my day – bin schon mächtig auf die Fortsetzung gespannt :-D

  2. Addliss sagt:

    Das erinnert mich an einen Sportverein hier in Magdeburg, den ich kenne. Dort gibt es jeweils 1. und 2. Herren- und Damenmannschaften, die alle irgendwie untereinander miteinander liiert sind. Da sind dann auch noch Männer aus der ersten Mannschaft Trainer der Damenmannschaften und schnappen sich dann eine von den Spielerinnen und solche Geschichten. Einige nennen ihn auch “Inzest-Verein”. Je mehr ich von denen höre, desto absurder wird es.

    Danke für diese Story, Emser! :D

  3. SirDregan sagt:

    Das kenne ich auch noch. Nur waren wir damals eher unterbesetzt (für den Lohn wollte kaum einer arbeiten…) und die Chefin (deren Mann auch Abteilungsleiter war!) holte einen schonmal ins Büro und erzählte einem was von Privatleben und Arbeit getrennt halten und das Beziehunng am Arbeitsplatz ja gar nicht ginge.
    Aber die las ja auch die privaten Emails der Mitarbeiter, lies ICQ und co. mitloggen und wählte CDU…
    Ein Sauhaufen…

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