Das Zwiebelmett-Disaster


Alles hat mit einem Zwiebelmett-Brötchen angefangen. Ja, sowas isst man hier; rohes Hackfleich mit Zwiebeln auf Brötchen; pervers. Aber lecker. Großer Nachteil: Das ungebraten sehnige Hackfleisch setzt sich in den Zahnzwischenräumen ab und sorgt damit im Zweifelsfalle für Antipathien beim anderen Geschlecht. Ein souveränes Lächeln für den Photografen kann nach Entwicklung der Bilder Suizidgedanken auslösen. Jegliche Zungensaug- und Fingerpulspiele haben keine Chance, da bleibt nur noch eins: Zahnseide!
Ich hatte ja keine Ahnung, dass meine Zahnzwischenräume nach vollendetem Wachstum meiner Weisheitszähne enger sind als Bush´s Präsidentschaftswahlsieg vor 4 Jahren. So kam es, dass ein faseriger Seidenrest der minzgetränkten Bindfäden sich just zu dem Zwiebelmettrest gesellte und auch nicht mehr weg will. Wie Bohlen. Egal, ein neuer Faden wird abgetrennt und die Reste werden ein für alle Mal aus den Fugen geritzt.
Scheiße, klappt nicht. Immer mehr Fasern bleiben zwischen den Zähnen hängen. Und dann das Schlimmste seit Rammstein´s Longplayer Pole-Position: Die Seide ist leer! Ein letzter 5cm Faden lockert sich aus dem Spender – that´s it! Wie zur Hölle kriege ich die Scheiße nun aus den Zähnen?
Ich habe alles versucht: Seitlich eingeführtes Stück Papier, Visitenkarte, Stecknadel, Wasserpumpenzange, zuletzt sogar Geschenkpackband – keine Chance! Mit Zahnschmerzen weinte ich mich also gestern in den Schlaf und wurde erst im Laufe des vormittages erlöst: Perlodent Zahnband (!) von Rossman. Mit Vanille-Geschmack versetzt. Das Zahnband kommt in engste Zwischenräume, wie Saftschubsen (Stewardessen), und fasert nicht! Jetzt habe ich zwar Zahnfleischbluten wie Polizeibeamte der Mettenhofer Direktion Samstags gegen Mitternacht vor´m Jever Deel, aber der Fremdkörper ist r-a-u-s wie Dolly! Ab jetzt gibt´s nur noch Käsebrötchen.

Kommentare

7 Antworten zu “Das Zwiebelmett-Disaster”

  1. Bo sagt:

    kenne das. aber die brötchen sind zu lecker, als das man die einfach weglassen könnte… :-)

  2. Rainer sagt:

    Ich suche im Google nach Zwiebelmett und stieß dabei auf diese Seite. Nunja, aus Neugierde habe ich mir mal diesen Artikel durchgelesen und muss feststellen, das dieser mehr als unlustig und zugleich dumm ist. Keine Ahnung wie man seine Zeit so verplempern kann um so einen Quark zu schreiben…

  3. Micha das Frettchen sagt:

    Ich kenne das Problem auch, wobei meine Zahnzwischenräume ziemlich groß sind und ich die Hackreste mit den Fingernägeln rauspulen kann. Zwiebelmettbrötchen müssen morgens einfach sein, ich esse die oft morgens im Büro an meinem Schreibtisch und gegen den auftretenden Mundgeruch esse ich Kaugummis oder trinke einen starken Pad-Kaffee. Den Pad drücke ich dann meistens in der Tasse noch mit einer Kuchengabel aus, dann ist er schön stark und der Gestank in meinem Mund wird somit durch die herbe Kaffeenote übertüncht, dann fühle ich mich nicht so Imbiss-like. Mit Zwiebelmett beginnt für mich jeder Tag, so ein süßer Baxkram zum Früstück wie Marmelade o.ä. kommt für mich einfach nicht in Frage und ist mir zu wider.

  4. Hallo,

    ich bin der gottgesegnete Micha aus (FR)Essen und bin ein Zwiebelmett-Experte !
    Weil ich nicht EINEN Tag auf diesen rohen, leckeren Hackbrei mit scharfen Zwiebeln verzichten kann, bunker ich das Zeug sogar in meiner Schreibtischschublade im Büro, um der Gefahr, daß das begehrte Zeug mal eines Morgens ausverkauft ist, vorzugreifen.
    Mit Fleischresten zwischen den Zähnen habe ich keinerlei Probleme, weil ich keine Zahnzwichenräume habe, die sind bereits mit Plaque gefüllt. Das hat den Vorteil, dass ich kein Geld für Zahnseide verschwenden muss für lästige Zwiebelreste oder Fleischfasern. Das Geld investiere ich lieber in Shoppingtouren bei Woolworth und jage Schnäppchen. Da ich ausserdem Hasenvorderschneidezähne mit guter Aerodynamik und Lufteinlass habe, um wichtige Geräusche von mir zu geben, wenn ich pikiert bin über Urlaubsanträge etc. bleibt da auch nichts hängen und wird ggfs. halt beim energischen Ausatmen nach vorne weggeschleudert.
    Ich weiss nur leider nicht, wie ich meine Ehefrau dazu bringen kann, meine Mett-Arien auch zu Hause zu dulden. Ich stehe leider unter Pantoffel in dieser Hinsicht und werbe bis jetzt ohne Erfolg um Verständnis. Hat jmd. eine Idee ? Ich habe nämlich das Gefühl, dass meine Kollegen bei der Arbeit nicht sonderlich erfreut über die Geruchsbelästigung sind, obwohl auch eine Kollegin manchmal Zwiebeln auf Ihrem Kochschinkenbrötchen verzehrt…Hat jmd eine Idee, wie ich mehr Toleranz bzgl. meiner (FR)essgewohnheit erlangen kann ? Sollte ich vielleicht mal eins Mettbrötchen ausgeben, damit andere leute mal auf den geschmack kommen ? Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar…

  5. Hackfresse sagt:

    Hallo Ihr Hackfresser !
    Bock auf ne Mett-Party ? Kiloweise Hack mit Zwiebeln fressen und dann schön den Arsch freikacken ?
    Höre gern

    Gruss
    Mett-Ernie

  6. Der Picknicker sagt:

    Auch ich ‚googelte‘ „Zwiebelmett“.

    Aber ich finde den Text oben recht amüsant geschrieben! Die vielen passenden Vergleiche und der sehr lebhafte Erzählstil des Text wissen sehr zu gefallen! Toll, wenn jemand solche totalen Alltagskleinigkeiten einfach so lustig-leicht beschreiben und dahin-schreiben kann.

    Zwei Dinge noch:
    1. Mettparties sind super!! :)

    und
    2.Ich muss jetzt los….zum K+K, frisches Zwiebelmett kaufen!!
    _

    Einen allseits recht angenehmen Abend, mit der vorerst letzten „Dr. House“-Folge, wünscht
    Der Picknicker

  7. Tornow sagt:

    LOL wie geil das ist.
    Na klar wird Mett gegessen, ich würde glaube ich ohne Mett einfach tot umfallen….einfach so….echt!

    also isst Zwiebelmett für den Weltfrieden!

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