WHUDAT entflieht mit dem Range Rover Evoque Cabrio der Großstadt

Die Stadt, die niemals schläft, ist bekanntlich New York. Doch man muss nicht unbedingt im Big Apple sein, um eine niemals ruhende Kulisse vorzufinden. Im Tor zur Welt, dem Hamburger Hafen, vergeht keine Sekunde, in der nicht irgendwo exotische Fracht aus fernen Ländern entladen wird, Schiffe kommen und gehen oder sich der Pegel der Elbe im Rhythmus der Gezeiten hebt oder senkt. Wer hiervon doch einmal genug haben sollte, kann im schönen Norddeutschland relativ schnell pure Idylle und Entspannung finden, liegt die Hansestadt doch mittig zwischen zwei Meeren, die naturgemäß eine betäubende Wirkung auf den Geist haben. Ja, manchmal brauchen auch wir frische Luft und genießen die Freiheit auf Rädern, um mal ganz für uns sein zu können.

Unser Tag startet früh morgens noch vor dem Sonnenaufgang am Hamburger Fischmarkt. Wir nähern uns unserem in strahlendem Phoenix Orange eingefärbten Fluchtwagen, der in jedem Licht eine fantastische, facettenreiche Figur macht und nur so nach dem Spiel mit dem Sonnenlicht lechzt. Auch wenn es die morgendlichen Temperaturen nur bedingt zulassen, wird selbstverständlich das elektrische Verdeck durch einen Knopfdruck lautlos geöffnet und wir atmen zunächst einmal durch.

Die Playlist des Tages wird vom iPhone via Bluetooth geladen, das Navi im InControl-Touch-Pro-Infotainment-System auf Nordseeküste programmiert und die Sitz- sowie die Lenkradheizung auf die erste, angenehm wärmende Stufe gestellt. Nun fehlt nur noch der Druck auf den Startknopf, welcher den erstaunlich ruhigen und sehr kraftvollen SD4-Diesel samt seiner 240 Pferde fast unmerklich erweckt.

Doch bevor wir uns der Stadtgrenze nähern, werfen wir nochmal einen Blick in die um diese Uhrzeit von Touristen verschonte Innenstadt. Über die Hafen-City fahren wir mitten ins Herz Hamburgs, dem Jungfernstieg an der Binnenalster. Im ersten Licht der inzwischen langsam aufgehenden Sonne genießen wir leere Straßen und schlängeln uns über Nebenstraßen vom Neuen Wall zu den Colonnaden. Mit einem kurzen Stop im Coffee-Shop rüsten wir uns für die Fahrt und entfernen uns dann allmählich aus der City.

Wir cruisen durch die schönen und noblen Viertel der Stadt. Das grandiose 9-Gang-Automatikgetriebe schaltet dabei unmerklich die Gänge hoch und das Adaptive-Dynamics-System lässt uns in jeder Kurve den Horizont stets im Blick behalten. Dieses System gleicht wie von Geisterhand jede Art von Wankbewegung durch eine blitzschnelle Anpassung der Dämpfer aus und sorgt damit selbst in schnittig genommenen Kurven, dass wir stets aufrecht in den bequemen Sportsitzen verankert bleiben. An der Hamburger Stadtgrenze zu Schleswig-Holstein folgen wir für die ersten Kilometer der Autobahn und haben die Chance, die Kraft des Twin-Turbo-Diesels in Aktion zu erleben. Dank des Windschotts muss man sich selbst bei Geschwindigkeiten um 180 km/h keine Gedanken um seine Frisur bzw. in unserem Fall ein Cap machen. Wo ist auch der Witz, wenn man bei einem Cabrio Kompromisse eingehen muss? Eben.

Apropos Kompromisse: Eine hohe Alltagstauglichkeit zeichnet den Range Rover Evoque selbst als Cabrio in erster Linie durch die komfortable Bestuhlung inkl. einer zweiten, vollwertigen Sitzreihe aus. Dazu kommen noch die legendären, traditionellen Land Rover Gene, die besonders im Gelände spürbar werden. Der Allradantrieb ist im Gegensatz zu diversen Mitbewerbern kein Mode-Gimmick, sondern dank des Terrain-Response-System ein für auch härteste Bedingungen optimiertes Antriebskonzept. Auch wenn ein Großteil der Besitzer befestigte Straßen wohl kaum verlassen werden, so ist es doch gut zu wissen, dass ein Ausflug über Waldwege oder an den Strand problemlos möglich sind. Doch dazu später mehr.

Wir verlassen die Autobahn frühzeitig, deaktivieren die angenehme adaptive Geschwindigkeitsregelung und freuen uns auf kurvenreiche Landstraßen. Die inzwischen gestiegenen Temperaturen der einsetzenden Mittagssonne und die satten Farben der Natur mitten im Frühling zeigen uns, dass wir alles richtig gemacht haben und die Stadtflucht am heutigen Tag die richtige Entschiedung war. Damit wir uns bei aller Gefühlsduselei nicht zu sehr von unseren Emotionen lenken lassen, gibt uns die Verkehrszeichenerkennung stets die Grenzen vor, die wir gern einhalten. Stress und Punkte braucht hier nun wirklich niemand.

Wir erwischen uns dabei, wie wir die Musik allmählich immer lauter drehen. Der Soundtrack passt perfekt zum Trip und das Meridian-Surround-System hat keine Mühe, uns auch bei sehr basslastiger Musik ein brillantes Klangerlebnis zu bescheren. Aber mal im Ernst: 825 Watt, 17 Lautsprecher und ein Subwoofer sind alles, was ein Musikliebhaber braucht. Dazu Open-Air-Feeling. „What more can i say?“.

Der Geruch der Natur verändert sich, die Umgebung wird noch flacher, als wir es im Norden eh schon gewohnt sind, und die grellen Laute der Möwen untermalen den Soundtrack mit zunehmender Vehemenz. Wir nähern uns St. Peter-Ording, dem vielseitigen Idyll an der Nordseeküste. Irgendwo zwischen High-Society und purer Natur schafft es dieses Fleckchen Erde nach wie vor, die Balance zu halten und jedem das zu bieten, was begehrt wird. Wir entscheiden uns für die Natur, lassen den Ortskern links liegen und steuern direkt die Nordseeküste an.

In St. Peter-Ording gibt es neben diversen Besonderheiten eine Sache, die wie gerufen kommt: Ein Strandabschnitt, der mit dem PKW befahren werden darf und einem die Möglichkeit gibt, bis ins von der Ebbe freigelegte Wattenmeer vordringen zu können. Während der eine oder andere PKW-Fahrer doch lieber an Land bleibt, drehen wir den Regler des Terrain-Response-Systems auf Sand und rollen souverän auf das kilometerlange Areal und lassen die Küstenlinie hinter uns. Die teilweise eingeschlossenen Priele (Wasserlauf im Watt) umfahren wir gekonnt, wollen wir doch unser edles Blechkleid vor dem finalen Fotoshooting nicht noch unnötig beschmutzen. Eine Rücksichtsmaßnahme, die ich nun, wo ich diese Reportage schreibe, bereue, denn weder die Wasserfahrt noch der authentische, verschmutzte Offroad-Look hätten dem Evoque geschadet. Vielleicht ein anderes Mal.

Wir sind nun also am Ziel, sitzen in einem luxuriösen, geländefähigen SUV und haben freien Blick in den Himmel. Es ist mutig von Land Rover, ein solches Fahrzeug am Markt zu platzieren, macht es doch auf den ersten Blick im meist sehr sachlichen Deutschland wenig Sinn. Aber Momente wie diese zeigen, wie richtig die Entscheidung war, ein solches Auto zu entwerfen. Die Mischung aller Features macht das Range Rover Evoque Cabrio zu einem Gefährt, das nicht nur Blicke auf sich zieht, sondern dem Fahrer eine fast grenzenlose Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten bietet. Besonders fasziniert hat mich persönlich der extrem hohe Komfort und die Souveränität, mit der man sich auch auf größere Road-Trips problemlos einlassen kann. Bislang ist mir z.B. noch kein Cabrio begegnet, welches bei geschlossenem Dach eine vergleichbare Ruhe erzeugt – seien es störende Wind- oder Motorgeräusche. Und auch, wenn der Norden Deutschlands wetterbedingt nicht der perfekte Ort für die Investition in Freiluftfahrten ist, so muss es ja einen Grund dafür geben, dass Hamburg die Stadt mit den dritthöchsten Zulassungszahlen für Cabrios ist. Wir genießen halt gern. Und zum Genuss zählt auch ein wenig die Seltenheit. Und genau hier ist aus meiner Sicht die Spielwiese, die für den Range Rover Evoque Cabrio wie gemacht ist: Genuss und Rarität.

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