So nicht, meine Herren!


Wie Ihr wisst, werde ich leider des öfteren von hyperaktiven Politessen aufgeschrieben. Wenn ich auf der Strasse unterwegs bin, blitzt es temporär heftiger als im „Yokohama International Sports Stadium“ in Japan, im Juni 2002 beim WM-Endspiel Deutschland vs. Brasilien. Manchmal liegt es an meiner erhöhten Geschwindigkeit, manchmal erspähen mich versaute Groupiescharen aus aller Welt und fotografieren mich, manchmal ist es aber auch die Willkür des lokalen Ordnungsamtes, die wahllos in der Stadt Blitzgeräte platziert um ehrlich steuerzahlende, aufrichtige Bürger gnadenlos über den Tisch zu ziehen. So geschehen vor 2 Monaten in der Bergstrasse in Kiel.

Jeder weiss, dass eine einmündende Strasse innerhalb einer geschlossenen Ortschaft außerordentliche Höchstgeschwindigkeitsgebote, z.B. ein „30km/h“-Schild, aufhebt und somit die regulär erlaubte Höchstgeschwindigkeit (innerorts 50km/h) wieder gilt. Soll heißen: Ein aufgestelltes Blitzgerät in einer vermeintlichen 30er-Zone nach einer einmündenden Strasse (wie hier die „Muhliusstrasse“, s.o.) ist völlig sinnlos und dient nur der Wutschürung und Abzocke.

Auf mein erstes Schreiben, in dem ich obige Tatsachen formulierte und um Einstellung des Verfahrens bat, kam die flapsige Antwort, es würde doch ein entsprechendes „30-Schild“ hinter der Einmündung „Wilhelminenstrasse“ aufgestellt sein. Ich war mir aufgrund dieser dilletantischen Aussage unsicher, ob das Blitzgerät nicht doch ordnungsgemäß aufgestellt war und forderte das „Negativmaterial“ (Foto) an. Leider bin ich zwar eindeutig zu identifizieren (die Sonnenbrille erinnert an schönere Zeiten des Jahres), den Standort des Gerätes kann man aber auch lokalisieren: Eindeutige hinter der nächsten Einmündung ohne eine „30-Schild“!

Mein Schreiben an das Ordnungamt daher wie folgt:
„Sehr geehrter Herr F*******,
bitte beachten sie beiligende Skizze (oben links, Anm. d. Red.).
Wie Sie wissen und wie ich bereits in meinem ersten Schreiben erklärte, hebt eine einmündende Strasse einschränkende Höchstgeschwindigkeitsgebote (wie hier 30km/h) auf. Das Negativmaterial zeigt eindeutig, dass Ihr Geschwindigkeitsmessgerät in der Bergstrasse hinter der Einmündung „Muhliusstrasse“ aufgestellt ist und hier somit 50km/h erlaubt sind. Ich bitte erneut nachdrücklich um Einstellung des Verfahrens. Außerdem bitte ich um Gutschrift der von mir bereits geleisteten Zahlungen, zu denen ich nach dem Blitzen an diesem Standort widerrechtlich gezwungen wurde. Die entsprechende Höhe entnehmen Sie bitte aus Ihren Unterlagen, ich setze Ihre Ehrlichkeit hier voraus.
MfG (…)“
Ich liebe es. Und halte Euch auf dem laufenden…

Kommentare

6 Antworten zu “So nicht, meine Herren!”

  1. Sam sagt:

    SAUEREI! Da haben die mich auch schon ´n paar mal geblizzzzzed! Aber stimmt ja, das dürfen die hinter der Muhliusstrasse ohne neues Schild gar nicht…

  2. GL sagt:

    Das macht Dich zu einem wahren Helden des Alltags! Fight for your Right! Eher wahrscheinlich, dass in Bälde ein neues 30’er Schild direkt hinter der Muhliusstr. auftaucht. Danke dafür ;-)

  3. Illo sagt:

    MC der Outlaw ;-)! Fight for ya right!

  4. Petra sagt:

    Viel spannender als die Blitzerei (nach vier Punkten in F-Burg darf ich das sagen) finde ich den Versaute-Groupiescharen-Link. Griechenland ist klasse fotografiert. Spanien hat einen großartig albernen Schmollmund. Und England schockt in der Mitte durch totale Abwesenheit von Geschmack. War es so nicht immer? Hm…

  5. lupenrein sagt:

    Richtig gesehen und gut geschaltet, mein Herr. Ich hoffe dieses Schreiben wird sich zu ihren Gunsten auftun und dem Recht des einzelnen Bürgers wiederspiegelnenennnenennn….

  6. Malcolm sagt:

    Mach sie fertig!

    Inzwischen bekommt meine Kleine offensichtlich Mengenrabatt, bei der Stadt Braunschweig.. Zwei Strafzettel innerhalb von zwei Wochen. Beide an exakt der selben Stelle eingefangen. Der Erste war mit 25,- dotiert, der Zweite mit 15,-. Wir freuen uns auf den Übernächsten, wenn WIR Geld kriegen!

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