Kanye West live in Amsterdam


„Ja leck´ mich doch am Büddel, war der MC am Wochenende in Amsterdam?“, höre ich Euch entsetzt schreien. Contenance: Ich habe Kanye nicht live gesehen. Schon live, aber nicht in Amsterdam. Und auch nicht live im Sinne von „vor Ort“, aber immerhin auf DVD. Bis jetzt habe ich nicht herausgefunden, ob meine Dauererektion vom Blick in den Spiegel oder von diesem Konzert herrührte. Kanye war letztes Jahr, inklusive seines Louis Vuitton-Rucksacks, in Deutschland und ich habe es nicht geschafft! Shame on me; Kanye live ist wie ein Strandtag in Rio (32°) mit Holsten (4°) und Abends Skifahren. Was der Typ für Songs geschrieben, produziert und gefeatured hat ist beinahe blasphemisch. Begleitet wurde er auf der Tour von John Legend, in dessem neuen Video er gerade als Debut Regie geführt hat. Er spielte alles an, worin er seine Finger hatte, von Alicia Keys über Jay Z zu Dilated Peoples. Der Mann hat vollkommen recht, wenn er als Erster der Branche zahlreiche US-Printmedien zwingen will, Ihn für ein Titelbild zu bezahlen. „Die Zeitungen verkaufen eine viel größere Auflage wenn ich vom Titel grinse – Fuck you, pay me!“, Zitat Herr West. Absolut sehenswert, auch wenn es diesen Auftritt noch nicht offiziell zu kaufen gibt (Großes „Dankeschön“ nochmal an Illo, der´s möglich machte!).

Soviel zu meinem Vorabendprogramm. Anschließend lud der wahnsinnige Lutz erneut zu einer dieser sagenumwobenen Blue-Club-Halligallis. Heute mal im „Schöne Aussichten„, einer spießigen lauschigen Lokation, direkt am Ufer. Meerblick guaranteed, interessiert nur Niemanden. Voll und eng wie Jenny Elvers (sagen Farin und Thommy) ist´s hier, ist ja auch ein eher kleiner Laden. Leider gibt´s hier nur dieses ekelhafte Warsteiner inkl. der milden „Warsteiner gold“-Version (die nicht hilft, schmeckt nämlich auch scheiße und födert den Kopfschmerz am nächsten Tag). Tja, was soll ich sagen. Könnte Euch jetzt erzählen, wie ich mich amüsiert habe; das ist aber business as usual. Genau wie die Wannabe-Fatzkes mit Schrumpfglied fehlendem Ego, die immer gleich in 10er-Trupps auftauchen und den ganzen Abend mit Bier in der Hand am Rand stehen. Immer doppelt schlimm, wenn man die auch noch kennt und begrüßen muss. Schaue mich vor der affektierten Handschlag-Smalltalk-Kombi immer um, ob mich auch keiner zusammen mit diesen Koksern Herrschaften sieht. Es ist halt oft nicht leicht, ein Typ zu sein, den die Frauen wollen und den andere Typen kopieren. Aber da muss man durch wie beim X-Ray-Scanner am Flughafen. Und außerdem frühlingt´s endlich.

Kommentare

9 Antworten zu “Kanye West live in Amsterdam”

  1. Illo sagt:

    Ganz großes Kino! Da fällt einem doch Format C nur noch halb so schwer ;-)

  2. Gürtel sagt:

    so ist das. samstag as usual (auf deutsch: die samstags-ärsche wie immer). warum tun wir uns das immer wieder an. jeden sonntag sage ich mir, was sind das für idioten in kiel, aber egal, wir hatten unsern spaß odeR?und die best of udo flank ich dir noch rüber, da musst du durch ;)

  3. GL sagt:

    Wann merken eigentlich die Möchtegern-Kieler-Upperclass-Typen, dass sie nicht im geringsten Upperclass sind??? Bildungsfern und Upperclass schließt sich aus, ganz einfach! Häuptling hat gesprochen… :-)

  4. Denzel sagt:

    man merkt es dir am schreiben an, dass der frühling kommt!

  5. burger sagt:

    Apropos koksen: Bei Kayne West rieselt doch auch ab und an der Schnee. Hab echt Respekt vor dem Mann, aber wer soviel musiziert (tolles Album), remixt (Jay-Z), Regie führt, produziert, schreibt… – bei dem läuft doch auch net alles Drogenfrei.
    So, ich muß weg, zu meinem Dealer beim Eros Center!

  6. […] Schöne Location. Nicht zu groß, gute Akkustik. Leider gibt es hier wieder einmal nur ekelhafte Plörre zu trinken: Berliner Pils und Heineken. Herr Wowereit: Mehr Holsten, bitte! Von dieser Holland-Suppe habe ich heute, einen Tag später, höllische Kopfschmerzen. Dabei waren es doch nur 8 3 Heineken. Auf die Vorgruppe (“She-Ra”, Berliner HipHop-Kinder) gehe ich nicht weiter ein, auch wenn es partiell gar nicht so schlecht klang. Irgendwann gegen 21.30h kam, er dann: Mr. Selfconscious Kanye West. Eine Hölle von Rampensau. Fast so schlimm wie ich. Was soll ich sagen, ich finde klassische Reviews langweilig. Bringt doch nicht viel, nur zu lesen, was man verpasst hat. Kanye hat sich nicht lumpen lassen. Mit kompletten Streicherensamble, Background-SängerInnen und einem fabulösen DJ spielte er all seine großartigen Nummern. Zwischendurch – und auch das ahnte man, wenn man die Live in Amsterdam-DVD kennt – spielte er seine größten Erfolg als Produzent für u.a. Jay-Z, Ludacris, Talib Kweli etc. und rappte dazu. Die Halle bebte, der Mann kennt sich einfach aus. Ähnlich wie beim Snoop-Konzert ging ich auch an diesem Abend bei dem eigentlichen Highlight-Track schiffen und verpasst somit “All Falls Down”. Was will man machen? Aber immerhin habe ich anschließend meinen guten Platz in der allerersten Reihe wieder bekommen. Obiges Bild und diese hier sind (c) by mir, Daddy-O! […]

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