Jill Scott meldet sich zurück: „Don’t Play“ bei COLORS und ein Album als klares Statement
Wenn Jill Scott bei COLORS auftaucht, dann garantiert nicht beiläufig. Ihr Auftritt mit „Don’t Play“ wirkt ruhig, bestimmt und bewusst gesetzt, als wüsste sie genau, warum dieser Moment jetzt wichtig ist. Der Song dient nicht nur als intime Performance, sondern auch als inhaltliche Setzung für ein neues Kapitel, das lange auf sich warten ließ und nun mit Klarheit beginnt.
Jill Scott x COLORS – Zwischen Haltung und Hingabe
„Don’t Play“ ist weniger klassische Liebeserklärung als eine ehrliche Positionsbestimmung. Jill Scott beschreibt den Song selbst als Orientierungshilfe für Menschen, die sich im Gefühlsleben verloren haben. Es geht um die Energie, die es braucht, um wirklich für jemanden da zu sein, und um die Verantwortung, die mit Nähe einhergeht. In der reduzierten COLORS-Ästhetik tritt genau das hervor, denn Stimme, Präsenz und Text stehen im Zentrum.
Ein Auftritt als bewusster Teaser
Der COLORS-Auftritt funktioniert klar als Teaser für mehr. Ohne große Gesten deutet Jill Scott an, dass hier kein nostalgischer Rückblick folgt, sondern eine reflektierte Rückkehr. „Don’t Play“ wirkt wie ein Türöffner, der Haltung zeigt, ohne alles preiszugeben. Die Performance lässt Raum, aber sie setzt auch Grenzen, was gut zu einer Künstlerin passt, die nie von Überproduktion lebte.
Zehn Jahre Stille, kein Stillstand
Seit ihrem letzten Studioalbum „Woman“ aus dem Jahr 2015 war Jill Scott keineswegs verschwunden. In den 2020er-Jahren tauchte sie regelmäßig auf Tracks anderer Künstlerinnen und Künstler auf und war live präsent, besonders im Kontext des 20-jährigen Jubiläums ihres Debüts. Diese Phase wirkte weniger wie Rückzug, sondern wie Sammlung, Beobachtung und geduldiges Warten auf den richtigen Moment.
Jill Scott x COLORS – Der lange Weg zurück ins Studio
Ende 2025 sprach Jill Scott offen über ihren kreativen Prozess und über das Warten auf Inspiration. Worte, die Zeit brauchen, bis sie „aus dem Mund tropfen“, wie sie es selbst formulierte. Diese Haltung erklärt, warum ein neues Album ein Jahrzehnt benötigte und warum es jetzt nicht überstürzt wirkt. Der erste veröffentlichte Song „Beautiful People“ (s.u.) setzte diesen Ton bereits.
To Whom This May Concern
Am 13. Februar 2026 erscheint mit „To Whom This May Concern“ ihr erstes Studioalbum seit zehn Jahren. Es umfasst 19 Tracks und vereint Kollaborationen mit Ab-Soul, J.I.D., Tierra Whack und Too $hort. Produzentenseitig treffen langjährige Wegbegleiter wie Andre Harris auf Namen wie DJ Premier, Om’Mas Keith oder Trombone Shorty. Inhaltlich verspricht das Album eine Mischung aus Soul, R&B und Jazz mit emotionaler Tiefe.
Eine Rückkehr ohne Nostalgiefalle
Was sich jetzt abzeichnet, ist keine bloße Rückkehr einer Grammy-Gewinnerin, sondern ein selbstbewusst gesetztes Lebenszeichen. Jill Scott nutzt ihre Stimme weiterhin als Werkzeug für Ehrlichkeit, Reife und emotionale Präzision. „Don’t Play“ zeigt, dass sie nichts erklären muss, sondern einfach spricht, klar und auf Augenhöhe. Jill Scotts COLORS-Auftritt markiert den Auftakt zu ihrem neuen Album „To Whom This May Concern“. Zehn Jahre nach ihrem letzten Studioalbum meldet sie sich reflektiert, präsent und inhaltlich fokussiert zurück.


