Eine Alde namens Yoko
Gemäß eines ungeschriebenen Gesetzes trifft jeder Mann in seinem Leben mindestens einmal auf eine Yoko. Die Yoko im Freundeskreis, die den besten Freund an der kurzen Leine hält. Die Dame, die aus jeder ausschweifenden Party eine Finanzamts-Weihnachtsfeier macht. Die fleischgewordene Prohibition, eine Botschafterin schlechter Laune und die besten Freundin des Freiherren von Knigge. Kurz: Die Yoko Ono Eurer ganz privaten Hard Days Night.
Dass es sich um eine Yoko handelt, ist auf den ersten Blick gar nicht unbedingt zu erkennen. Durch intensive Gespräche an Herrenabenden stellt sich jedoch schnell geraus, ob mit einer Yoko-Gefahr zu rechnen ist. Die Kriterien sollten allgemein bekannt sein, ich erläutere das aber gerne nochmal: wenn einer der folgenden neun Punkte zutrifft, wird’s eng:
– sie telefoniert täglich mit Ihrer Mutter?
– sie häkelt Halbgardinen?
– sie weiß nicht, wer Afrika Bambaataa ist?
– sie kann fehlerfrei rückwärts-/seitwärts einparken?
– sie hasst Oralverkehr?
– Licht aus?
– sie bahauptet, auch ohne Alkohol fröhlich sein zu können?
– Tom ist immer noch ihr Freund by Myspace?
– sie duzt den Floristen?
Dreimal genickt? Beware! Bei der Yoko, von der ich heute jedoch erzählen möchte, gab es ganze acht Übereinstimmungen – und das auch nur, weil es Myspace 1996 noch nicht gab. Die vollendete Sicherheit, aktuell mit einer yokoösen Schicht stimmungstötender Verbittertheit überzogen zu werden, erlangten wir an einem frühlingsfrischen Samstagabend im Mai. Nach einer gelungenen Vorabend-Fireye beschlossen wir, auf dem Weg zu unserem Stammclub an der nahegelegenen Tankstelle zwischenzustoppen. Ich war aufgrund allgemeiner Heiterkeit bezüglich der Aussichten auf diese grandiose Nacht so gut gelaunt, dass ich den gesamten Weg moonwalkte. Alle 50m sprang ich mit einer Drehung hoch und landete mit rechtwinkeligem, linken Bein, durch welches ich das Rechte steckte, auf dem Boden. Dann sprang ich erneut auf und cripwalkete die weiteren 50m bis zum nächsten Sprung und nein, dass kann ich heute leider nicht mehr. Meniskus. Die Jungs stiegen mit ein, ein paar von ihnen airtwisteten, einige handglideten und wenn ich mich recht erinnere, hat Hansen bei den Mattenabstaubgittern sogar geheadspin’d, ich kann mich aber auch irren.
Die Emotionen drohten zu zerbersten, Martin verliess als Erster die Tankstelle. Er riss seinen mit einer eiskalten Flasche Küstennebel bestückten, linken Arm gen Himmel und tat ein lautstarkes „Ficken Zwo-Mille!“ kund, als … es hupte. „Tatjana? Hansen, da vorne ist Tatjana! Ich dachte, die wäre schon längst gefahren!“. „Wohl doch noch nicht. Was will die jetzt wieder?“, rief Hansen dem blitzerstarrten Martin zu, der zwanghaft versuchte, die soeben erstandene Flasche mit nach innen gedrehten Handfläschen hinter seinem Unterarm zu verstecken. Was nicht klappte. Martin war für seine Extremitäten, die in Form und Farbe einem südkoreanischen Röhrenglocken-Windspiel glichen, bekannt. „Tatjana?“, sprach er in Stimmlage eines eineiigen Chipmunks, nur leiser. Tatjana hingegen sprach gar nicht mehr, sie machte Handzeichen (geballte, mit Außenhand Richtung Boden zeigende Faust, deren Zeigefinger sich bewegt, als würde man eine Kuh auf den Melkvorgang vorbereiten wollen).
Ihr habt es erraten. Natürlich war es das mit Martin für den Abend. Und wie sich noch herausstellen sollte, war es das für den Sommer. Für das Jahr, die Dekade. Und nach Hochzeit und Reihenendhaus sieht es so aus, als sei es das vielleicht sogar für immer. Also: passt auf Euch auf. Und verlasst besser das Land, wenn sie den Floristen duzt!



wie ich solche frauen hasse. solche pärchen. die haben doch auch ihr wohnzimmer im afrika-style eingerichtet und in schwammtechnik getupfte terracotta-farbene wände. heutzutage. fürchterlich.
Ey! Auf mich treffen drei Kriterien zu. Ich bin doch keine Yoko! Und was bitte ist yokohaft an einer Frau, die Auto fahren kann??
Ich schmeiß mich weg! Ernsthaft. Ich schmeiß mich weg. Das darf doch alles nicht wahr sein! OMG …
Fragt sich hier Herr W., ob ich der Mann bin, denn ich koennte ein paar maennliche Yokos beisteuern.
Schade ist er schon verheiratet. Angeblich besitze ich gute Fähigkeiten damit John Lennon wenigstens in Freiheit sterben könnte. Aber diese Fähigkeit ist auch ein Fluch, denn diese Männer haben sich ja freiwillig dafür entschieden die Kontrolle abzugeben und gedenken diese nach meiner Hilfestellung in die Freiheit nahtlos an mich weiterzugeben. Funktioniert nicht. So oft kann keiner Party machen und am nächsten Morgen vor dem Fitnesscenter auch noch seinen Pflichten nachkommen. Dann doch lieber einen jungen Wilden.
Großartig…endlich wird die seit jeher fortschreitende Yokoisierung unserer Gesellschaft thematisiert…seid gewarnt Jungs, Sie könnte JEDEN treffen! ;)
Wir hatten eine, die meinte sie müsse uns Abseits erklären und wie man anständig den Rasen mäht. Wundert mich, dass sie nicht noch Onanietipps parat hatte. Sie war aber auch erst 14 als sie mit einem Kumpel zusammen kam. Bei jedem ihrer Anfälle summte ich „Married with Children“ von Oasis. Mit bestandenem Führerschein war dann für sie Schluss und der Kumpel ist in die Fängen der nächsten Amazone geraten. Moralisch völlig daneben der Kerl.
Rick James halte ich für ein besseres Indiz als Afrika Bambaataa.
Sehr schön! Muss aber trotzdem einigen meiner Vorkommentatoren Recht geben … gibt’s auch beim anderen Geschlecht …also bei den Kerlen. Die Yokos können sogar ganze Parties zum Platzen bringen.
zulu natioooon! hahahahahahhahaha, als mir mal eine yoko (kurzzeitfreundin vom besten freund) den philiblunt wegnehmen wollte, erzählte ich ihr von einem cuba-urlaub mit besagtem freund. und von diversen präferenzen. und auch so noch ein paat andere sachen. noch nie habe ich jemanden schneller laufen gesehen. mein homeboy war erst sauer, hat dann aber schnell eingesehen. wir feiern heute noch zusammen und genau so muss das auch sein.
Herr Winkel, bei der Ein/Ausparkerei spricht doch der Neid, oder?!
Ich muss aber einigen Vorkommentatoren recht geben: das männliche Pendant gibt’s auch…da muss man doch die Beine in die Hand nehmen und laufen. Oder mal gescheit einparken und dabei ’ne Gardine häkeln..
So eine haben wir auch im Freundeskreis! Der bedauernswerte Tropf nennen wir ihn mal Cicero antwortet noch nicht einmal mehr selbst auf Fragen: „Cicero, willst du auch nen Kurzen?“ „Cicero trinkt NICHTS!“
Ein Traum für jede Party….
Ich hatte meine Yoko schon! Definitiv!
– sie telefoniert täglich mit Ihrer Mutter? eher 1-2x im Monat
– sie häkelt Halbgardinen? nein
– sie weiß nicht, wer Afrika Bambaataa ist? doch!
– sie kann fehlerfrei rückwärts-/seitwärts einparken? nein! (Das erste Mal, dass ich mich darüber freue! ^^)
– sie hasst Oralverkehr? aktiv oder passiv? Egal. beides okay. :P
– Licht aus? nein!
– sie bahauptet, auch ohne Alkohol fröhlich sein zu können? tendenziell her: nein.
– Tom ist immer noch ihr Freund by Myspace? nein!
– sie duzt den Floristen? ich weiß noch nicht einmal, wo der nächste Blumenladen ist!
Also: bestanden?
Wie bekommt man denn raus, ob sie den Floristen dutzt? Und wo leben überhaupt diese … diese Floristen?
@AnnaGrassi: Aber doch nicht in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern, oder?
@Mocca: Liebe Frau Mocca, bitte sein Sie nicht böse – ich neige dazu, in meinen Texten bisweilen grob zu pauschalisieren und so. Einer muss es ja tun! :)
@TorstenLuttmann: Wie? Sie kennen Tatjana, Herr Luttmann?!
@Lenny_und_Karl: Gut, mag sein. Nur dass ICH zu männlichen Yokos grundsätzlich keinen Kontakt hege. Warum sollte ich auch. Solchen Leute wollen in der Regel mit mir/uns aber auch nichts zu tun haben. :)
@ChliiTierChnübler: Sollte ich von euner Scheidung hören, lass ich es Sie wissen, Frau Chnübler! :)
@Sahjah: Auuufpassen! :)
@Thomas: „Cocaine is a hell of a drug, bitch!“. :)
@Tanja: Das versuchte ich mit meinem Finanzamts-Vergleich dort oben zu sagen! :)
@denzel: Sie Glücklicher! Das gelingt nicht Jedem!
@Scholli: Zur ersten Frage: nein! :) @feronia: Weil er nicht darf? Oder weil er nicht möchte?
@Herr Schmidt: Vor oder nach der Grundschule, Smithers?
@Donna: Ich dag mal: ja! Und sollten Sie mal in der Stadt sein: holler @ Martin! :)
@der.grob: Die meisten in Holland. Wieso fragen Sie, Herr grob?
Toll Winkel, Du forderst Kommentare und ich renne jetzt den ganzen Tag mit dem “Married with Children” Ohrwurm rum.
Schade, dass die Schwarzer kein Blog hat. Trackback?
Jaaa, ein bisschen Yoko Ono steckt in jeder Frau. Und muss auch, so lange sie es kontrollieren kann ;-D Ich mein, Yin und Yang und so. Merke: Deine Bandkollegen waren noch nie so fokussiert wie in den letzten Jahren…
Seltsam, dass das noch nirgendwo sonst thematisiert wurde. Der Winkelsen hat Recht, verdammt nochmal!
„Bros before hoes!“
Das ist doch hier Alles nur ein Viral für südkoreanische Röhrenglocken-Windspiele! ;o)
Moooment. Ich telefoniere auch oft mit meiner Mum. Die ist aber auch ne coole Sau, sonst hätte sie ja gar nicht so ne Tochter wie mich zustande gebracht.
Und was den Alkohol betrifft: ich kann vielleicht auch ohne fröhlich sein – ABER SICHER IST SICHER! ;-)
Natürlich kenne ich Tatjanna, werter Herr Winkelsen. Genau genommen sogar zwei Mal. Aber das muss wirklich unter uns bleiben, denn sonst bekomm ich auch noch Ärger mit Tatjannas Mutter, und das mein lieber Herr Winkelsen, wäre verhärend!
oh gott.. ich frage mich gerade: wie hoch ist mein eigener yoko-faktor?!
also es gibt aber auch yokoonen, hr. winks. das wort kette kennen die garnicht und lang ist ein fremdwort. *grmpf*
Joi, Herr Winkelsen, ich empfehl dann mal einen Bäcker. Irgendwas ist ja immer, ne … :)
Nach dem Text musste ich doch erstmal überlegen ob solch eine Yoko in meinem Bekanntenkreis vorhanden ist … bis ich dann den Kommentar von AnnaGrassi gelesen habe … da wusste ich es sofort .. ja es gibt sie!
jap in der Tat furchterbar ! Aber es gibt auch genug männliche Yokos, die ihrer freundin jeglichen spaß verbieten und wenn sie mal losdürfen dann gibts alle halbe Stunde Kontrollanruf oder eine „du liebst mich nicht mehr“ sms … ätzend !
Ich finde den Text schlichtweg genial.
Die Yokos lauern überall, wir kennen sie alle, ich hab sie genügend erlebt. Aber das alles derartig zu kondensieren und dann auch noch richtig lustig ist für mich große Kunst. Hört sich ziemlich schleimig an, ich weiß. Ist aber ehrlich gemeint.
Hut ab, MC.
@steffen: Die Schwarzer nicht. Aber guck mal beim Kai Diekmann-Blog, da gabs gestern ers eine herrliche Geschichte in dieser Sache! :)
@Stevie: :) … Du plauderst aus dem Nähkästchen!
@Julian: Sagen auch Turtle, E, Vince und Johnny Drama, aiiight?! :)
@Tarek: *lol*
@Pleitegeiger: Hihi… ich setze da auch immer auf Sicherheit!
@TorstenLuttmann: na gut. Ich halte meinen Mund!
@Roxy: Selbsteinsicht und so… das ist doch schonmal gut! Sagen Sie mal… so von maximal 10 Punkten?!
@Pssst!: Echt? Noch nie erlebt, sowas!
@Lichtmalerin: Ein … „Bäcker“?
@Ca$e: Mein Beileid! :)
@haeschen: WAS? Wo kommen solche Typen her?
@norrin: Oh, Dankeschön! Finde den Text selbst aber auch recht gut gelungen. *lol*
[…] eine Postkarte von Ihnen. Geht das? Ich klimper auch nett mit den Äuglein?!). Diese Sache mit dem Yoko-Faktor muss ich aber mal aufgreifen und folgende Frage beantworten, denn der MC möchte Folgendes wissen: […]
Weil der arme Junge vermutlich nicht darf, er ist sonst eher trinkfreudig. Da aber ja nur sie geantwortet und er nicht widersprochen hat, wird das wohl ewig im Dunkeln bleiben. Beim Kutscherspiel durfte er auch nicht mitmachen…
Diese von Dir beschriebene Situation kommt mir sehr bekannt vor, allerdings nicht mit Küstennebel sondern…
Auch das mit dem Meniskus…die guten alten Moonwalktimes…dafür läuft das mit dem headspin immer besser:)