Burn, MC Winkel, Burn!

Ich war tatsächlich ein bisschen aufgeregt, als die Limousine am Nordstrand anlegte. Ein letzter Rundblick versicherte mir, dass meine Loggia sich unglaublich schick für den MC gemacht hatte. Ich schloss bedächtig die Tür hinter mir und als ich auf die Straße trat, lehnte er bereits lässig im weißen Fabelzwirn an der Tür der schwarzen Limousine.

„Ey Digga, viel Spaß in meiner Hood.“ Er lächelte souverän und bot mir seinen unvergleichlichen Handschlag an. Ich schlug ein, drückte ihn kurz, reichte ihm den Schlüssel zum Nordstrand und verblieb mit einem „Burn, Motherfucker, Burn.“ bevor ich in die schwarze Limousine stieg.

MCs Fahrer war ein hektisch wirkender Zeitgenosse, der aber auch zu jedem Thema etwas beizustussen hatte. Mir war nicht sonderlich nach Plaudern. Manchen seiner Ausführungen setzte ich am Ende lediglich ein verächtliches „Bullshit“ auf und bat ihn irgendwann, sich seine unqualifizierten Kommentare einfach zu sparen.

In Kiel angekommen begleitete mich der Fahrer hoch hinauf in das MCsche Penthouse und führte mich durch die Räumlichkeiten. Es war unglaublich. Der MC hatte an alles gedacht. Das Koks lag auf dem Silbertablett, auf der LC4 Chaiselongue von Le Corbusier räkelten sich zwei Unterwäschemodelle namens Cindy und Bird und ein Designerkühlschrank bis oben hin voll mit Holsten stand in dem Zimmer, in dem MC sein Gästelabtop für mich aufbewahrte.

Ich wusste gar nicht wo ich anfangen sollte. Ehrfürchtig betrachte ich MCs niegelnagelneue Golfausrüstung, während Cindy mir einen Wink gab. Nein, dieser Mann war alles andere als ein Spießer, dachte ich, als ich die Ehrenbürgerurkunde der Stadt Kiel an der Wand hängen sah. „Für Zivilcourage und sozialen Aktionismus. Faul & Spät Bewegung 2005“ stand da geschrieben. Eigentlich hätte ich längst mit meinem ersten Artikel beginnen sollen, aber ich war eh zu spät dran und Lust hatte ich eigentlich auch keine.

Nach einem Weintraubendinner mit Cindy – Bird war mir irgendwie zu burschikos – setzte ich mich endlich zur Ruhe vor MCs Gästelabtop. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, was eventuell auch an dem zwölften Holsten lag, das ich mir getrost hätte sparen können, wenn es nicht so süffig gewesen wäre. Ich griff zum goldenen Luxustelefon des Hausherrn und wählte die Nummer meines alten Freundes Fons Tensfelder.

„Was soll ich schreiben, Fons? Was wollen die Leser? Wie kann ich den MC würdig vertreten?“
Fons wusste eine Antwort: „Scheiß dich nicht an, erzähl einfach was Derbes.“ Und so spitzte ich die Finger und senkte sie langsam gen Gästelabtop…

And he's ready to fuck you up!

Kommentare

11 Antworten zu “Burn, MC Winkel, Burn!”

  1. TS sagt:

    Herzlich willkommen…ja so isses im Nooordän… immer nett.
    Mach es uns gut…wir sind verwöhnt.

    ;-)

  2. GL sagt:

    Dem habe ich nichts hinzuzufügen… Außer vielleicht… Geh mal auf MCs Marmorterasse! Is der Himmel heute morgen nicht gigantisch anzuschauen? ;-) Den Anblick haste dir verdient!

  3. guten morgen burnie, frischer wind in kiel? wenns da langweilig wird, kannste ja mal in hh vorbeikommen.

    gästelabtop: keine ahnung wie oft ich dieses wort falsch betont habe, bis ich endlich verstand. stupid me.

  4. Malcolm sagt:

    Dass mir der Kühlschrank und das Silbertablett frisch gefüllt sind, wenn ich morgen komme. Selbiges gilt aber nicht für Cindy und Bird, mein Lieber!

  5. KleinesF sagt:

    Denke, die Besucherzahlen werden sich höchstens halbieren! Du machst das schon! ;-P

  6. Mundgeblasen sagt:

    MC House is on fire!

  7. sowas nennt man doch spam(ming for attention), oder?

  8. L9 sagt:

    Das Blogswapdingens macht mich völlig wuschig im Moment. Erst will ich Burnster besuchen, da sitzt plötzlich der Winkel. Der Hafen ist ebenfalls gekapert, ganz zu schweigen von all den anderen, und jetzt macht es sich der verschollene Burnster plötzlich HIER gemütlich. Ich glaub ich mach mal zwei Tage Pause, da wird man ja sonst verrückt.

  9. blogistin sagt:

    herr burnster, mich würde eines brennend interessieren: steht da bei herrn winkel irgendwo im bücherregal exuperys kleiner prinz?

  10. burnster sagt:

    tagchen, tagchen. ich machs jetze mal wie der chef:

    @TS: hier kann man’s aushalten!
    @GL: tatsächlich, umwerfend.
    @bitts: vielleicht schau ich so gegen vier aufn kaffee vorbei
    @malcolm: cindy is okay. bird hat haare auf den zehen.
    @kleinesF: und meine drüben verdoppeln.
    @L9: bin auch völlig durchn wind. bekomm auch ständig anrufe, wo ich denn nun sei und wer der geile typ auf meinem balkon ist.
    @blogistin: ich glaub, den hat er mit nach berlin genommen. dafür seh ich hier im regal grade: die kleine raupe nimmersatt neben der strindberg gesamtausgabe.

  11. :-] sagt:

    Burn MC gibt es in der Tat.
    mysapce.com/burnemc

    etwas ironisch, mag sein, ist dabei, dass dieser Mensch wohl etwas weniger luxuriös zu hausen scheint. ;-]

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