Blue-Club-Party im Maritim


Das „Maritim„-Hotel in Kiel ist eines der begehrtesten Anlaufpunkte für die Prominenz zu Besuch in Kiel. Hier hausten bereits Leute wie Prince, Robbie Williams, Mick Jagger und die Stones, Paul McCartney, Aerosmith, Phil Collins – soweit ich weiss brach sich sogar Dieter Bohlen hier einmal seinen Pimmel. Das Hotel liegt direkt an der Kieler Förde (s.o., links), man hat hier eine fantastische Aussicht. Einen Pool hat das Haus auch, den haben wir vor Jahren nach einem kunterbunten Abend an der Küste mit viel Wein, Weib + Gesang sogar einmal getestet. Wir hatten damals noch weniger Falten und konnten dem Nachtportier erfolgreich verkaufen, wir seien „Take That“ und würden vorm zu-Bett-gehen gerne noch einmal eine Runde schwimmen und in die Sauna. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich mich damals sogar als Robbie ausgegeben. Rückblickend ein riesiger Faux-pas, sehe ich doch wesentlich besser aus.

Und in diesem Hotel findet heute eine Blue-Club-Party statt. Erwartet werden hier immer knapp 1000 Leute. Nett hier, auch wenn das Hotel an sich mal eine Grundrestaurierung vertragen könnte. Vom Foyer bis in den Partyraum muss man eine längere Strecke über antiquarisch ausgestattete Gänge zurücklegen. Zu Fuß. Eigentlich frech, aber was kann man für 5€ Eintritt schon verlangen. In diesem Gang befindet sich sogar ein Internet tauglicher PC, mit edel in massivem Mahagoniholz gefasstem Monitor und Tastatur. Natürlich müsste man das hier auch extra bezahlen, verzichte daher und aus Durstgründen auf ein Weblog-Update. An der Garderobe bestätigt sich meine Vermutung dann: 85% Poser hier. Ein gelacktes Völkchen, stellvertretend für meine kleinbürgerliche Landeshauptstadt. Frei nach dem „Ui, eine Party im noblen Maritim, Dre-hess-code!“-Motto trifft man hier 850 DarstellerInnen, vormittags noch schnell dunkelblaues Beinkleid und ein hellblau gestreiftes Polo-Ralph-Lauren Hemdchen eingekauft, und nicht vergessen: Die blonden Strähnchen nachfärben! Pfuisen! Ich mag diese Wannabeupperclass Gerüstrohrimenddarm-Society nicht. Stehen alle da, Gläschen in der Hand, kleiner Finger abgespreizt und erzählen sich den ganzen Abend gegenseitig, wie erfolgreich, intelligent und wünderschön sie sind. Und gucken dann noch doof, wenn man mal mit entspannten Moves aus der Hüfte kommt. Ich weiss ja nicht. Naja, für seine Gäste kann man ja nichts. Sonst war ja alles spezial: Musik von DJ Oliver T war großartig (umso schlimmer dann der House´n´Techno-Kasper im Anschluss), die Bar war groß genug, entsprechend schnell kam man an neue Drinks, Garderobe klappte, Ambiente nett, Aussicht fein – gerne wieder im Maritim. Bis dahin werde ich dann mal für einen Ruck durch Kiel sorgen. Fange gleich heute mit den Revolutionsvorbereitungen an. Projekt Lockerheit: Flüssigcanabinol ins Trinkwasser in Düsternbrook. Muss jetzt los.

Kommentare

5 Antworten zu “Blue-Club-Party im Maritim”

  1. GL sagt:

    Das wird nich helfen… Die kriegen vielleicht alle Durchfall, aber der Laternenpfahl im Arsch wird bestimmt nicht rausgespült… Ich weiß das, ich wohne auch hier! :-)

  2. Gürtel sagt:

    wie sprichst du mir aus der seele. ich kann diese fratzen auch echt nicht mehr ertragen. sind wir die einzigen in kiel, die noch wissen, wie man feste feiert und auf der tanzfläche auch mal seine gute kinderstube vergißt?! wie man fünfe gerade sein läßt, die arbeit mal arbeit sein läßt, die beine von sich streckt und einfach mal des kleinen mannes glück genießen? ich hab mir das aber schon gedacht, dass da alle poser aus kiel zusammenkommen. ich hing zum glück noch vom vortag sowas von durch, weil wir da mal eine ehrliche feier veranstaltet haben ohne sektchen und bratzen, einfach mit ehrlichen menschen – und war deshalb nicht im maritim. um die location tat es mir leid, um die leute keineswegs…in diesem sinne

  3. Oli sagt:

    Wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist, sind die übrigen Gäste doch egal, oder? Ich fand es ganz gut am Samstag.

  4. KleinesF sagt:

    MC, hattest Du nicht längst versprochen, auf solche Partys nicht mehr zu gehen, Dir die Puschen überzustülpen und Kinder in die Welt zu setzen? Den Begriff mit Gerüst und Society fand ich zwar etwas überanstrengt, aber sehr passend.

  5. Denzel sagt:

    „Projekt Lockerheit“ :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.