Akhtar II – Hansens Vatertag-Unglück
Kennt Ihr diese Art der Erschöpfung, die immer dann einsetzt, wenn man länger als 30 Minuten am Stück gereizt oder gar zornig ist? Grantig, weil man trotz seines wahnsinnigen Charmes und der originellen Eloquenz eines jungen Frank Elstners ohnmächtig zu sein scheint, einen sicher gegeglaubten Elfmeter zu verwandeln harmonischen Abend herstellen zu können? Da kann kommen, was will – aber ich sicher nicht mehr! „Na dann“, sagte ich nach wortloser Fahrt vor Akhtars Tür zum Abschied. „Möchtest Du vielleicht“, „… ich meld‘ mich bei dir!“, unterbrach ich sie. Und obwohl sie mich mit ihrem Schweigen an nur einem Abend mehr quälte als Barclay James Harvest aus dem elterlichern Wohnzimmer ein halbes Jahrzehnt, gab ich ihr einen Wangenkuss. Ich kann meine selbstlose Warmherzigkeit manchmal selbst nicht fassen; gib‘ her das Ding, Obamski!
Aber so schnell gebe ich mich nicht geschlagen. Gemäß Testament wird auf meinem Grabstein „MC Winkel – den hättet Ihr mal lebend sehen sollen!“ stehen. Wenn das hier jemand rausbekommt, wird der Bestattungs-Steinmeissler diesen Satz durch „MC Winkel – Nonscorer 1999 wegen Fall-Latte nach maulfaulem Date“ ersetzen – und dann haben wir den Salat! So nicht. Und wenn ich Hansen zum nächsten Treffen mitnehme: Die. Geht. Noch. Frisch!
„Hör‘ zu, ich fand’s wirklich nett gestern!“, log ich Akhtar inhumaner als Magaths Trainingsmethoden an. „Lass uns am Wochenende doch gemeinsam feiern gehen. Ich bring‘ ein paar Freunde mit – wie wär’s, wenn Du auch…“. „Klar, kann ich machen. Özlem hat vorhin erst gefragt, wo wir hingehen.“. „Toll. Wollen wir am Abend noch ‚was essen gehen?“. „Ja, aber nicht wieder diese scharfe Erdnussbutter.“. „Ähm, ich glaube bei Mickey D. sind Mexiko-Wochen?!“. „Hm. Sonst kommt bei mir vorbei, wir kochen.“. „Alles klar, acht Uhr. Und bitte keinen Rosenkohl!“. „Keinen was?“. *klick*
Hansen war informiert und wie immer bestens vorbereitet. „Hier, Lil‘ MC, guck mal: neue Diesel-Lederjacke! Und Joop-Nightflight drauf! Kann nichts schiefgehen!“. „Vielleicht doch. Hast Du noch’n Bobbel?“. „Du willst vorher noch kiffen?“. „Ich nicht, Mann. Aber wir brauchen einen Konversationsstarter. Die, … ähm, reden nicht so viel.“. „Ach so.“. Sicherheitshalber rollten wir noch ein paar Sticks vor. „Und nimm noch die Kekse vom Wochenende mit!“. Man wusste ja nie.
Um kurz nach acht standen wir bei Akhtar vor der Tür. Zu meiner großen Verwunderung schienen Özlem und Hansen sich bereits zu kennen. „Scheiße.“. „Was ist?“. Özlem dreht sich um, ebenfalls „Scheiße!“. „Ihr, ihr kennt Euch?“. „Oh Mann, Llil‘ MC, gibt es denn nur eine Özlem in Kiel“, wollte Hansen wissen. Akhtar schaut ihre Freundin an. „Wer…“, „Das ist der Typ aus dem Biergarten. Er und fünf andere Asis, am Vatertag…“. Ich konnte nicht ganz folgen. „Ich dachte ihr ward bowlen?“. „Ja, vormittags! Ich glaube, ich geh dann mal. Schüss!“, sagte Hansen und verschwand reuevoll wie noch nie. Im Laufe des Abends liess ich mich aufklären. Irgendwas mit Wetteinsätzen, Hosenelefanten, handfester Belästigung und einem späteren Hausverbot. Aber immerhin schien Akhtar ihre Stimme wiedergefunden zu haben.
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[Fortsetzung folgt!]



Au man, da soll einer Sagen die Welt ist gross …
So ein Ärger, Kiel ist einfach zu klein!
Aber nun hattest du immerhin zwei Mädels, die sogar sprechen konnten.
Auf meinem Grabstein wird zwar nicht stehen „Sie kannte MC Winkel“, eher „eingeschlafen während des Lesens“. Natürlich zu unrecht und gespannt auf das Ende der Geschichte.
Siehste! Deshalb bin ich schon zweimal aus Kiel geflüchtet!;-) Mit der Zeit einfach zu klein! Aber Hamburg irgendwie auch! Was kommt als nächstes?
Klein, aber Oho.
Winkel Winkel, das klingt aber sowas von souveräner Zieleinfahrt. ^^
Die Frage, die sich mir stellt: Was hast Du an diesem epischen Vatertag gemacht? Warum warst Du nicht mit Hansen unterwegs?
… was hast Du nur immer mit „joop-nightflight“ – war das damals sowas wie euer crew-parfuuuum? :)
Was, werter Herr Winkelsen,
haben Sie nur gegen Rosenkohl?
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Dabei gibt es so gute Rosenkohlgerichte.
Auf meinem Grabstein steht: Thomas sprach was wahr war, trank was klar war und vögelte was da war. Leider ist der schon vordatiert.
Ah, ein Dreiteiler. ^^
Was ich mich nur gerade noch frage: was haben sie den Vatertag 1999 denn gemacht, Herr Winkel?
Sehr schön, vom Testament fürs Leben motivieren lassen — oder doch zumindest fürs Blog ;-)
Was mich am meisten wundert.. dass du dich so genau daran erinnern kannst. Wenn mich jemand nach meinem ersten Date fragen würde – ich wüsste nicht, was ich antworten sollte
ich finde es bewundernswert, dass es nach dem ersten ungelungenen treffen noch ein zweites gab.sie muss wirklich wunderschön ausgesehen haben und astreine innere versteckte werte gehabt haben…oder so…
meine letzte ungelungene abendunterhaltung blieb einmalig ungelungen, aber ich bin noch depressiv (scheiß 34. graues haar!) daher schreibe ich lieber nicht darüber.wehe es gibt kein happyend, dann wein ich.
Immer diese Cliffhanger, die hasse ich doch – eigentlich. Dieser hier ist aber gut gesetzt, prospekt MC. ;)
Höre im Hintergrund die BAS Classics – macht richtig Laune.
[…] das hier ist der dritte und letzte Teil der Akhtar-Trilogie. Man muss die ersten beiden Teile nicht zwingend gelesen haben, ich fasse kurz zusammen: […]