„Die Orangene Pest“ – Künstler Jens Galschiøt enthüllt Statue des nackten Trump im EU-Parlament

Donald Trump und seine Anhänger feiern es seit Jahren, dass der US-Präsident politische Gegner gnadenlos aufs Korn nimmt und sich um Benimmregeln nicht schert. Doch sobald jemand zurückschlägt, ändert sich der Ton plötzlich. Im Europäischen Parlament steht jetzt eine Statue „The Orange Plague“ (also „Die Orangene Pest)“, die einen nackten, dicken Trump zeigt, und die rechte Medienwelt reagiert empört. Geschaffen hat sie der dänische Künstler Jens Galschiøt, eingeladen wurde er vom dänischen Linken-Abgeordneten Per Clausen. Der Fall zeigt, wie wirksam Symbole sein können, weil Trump selbst seit Jahren auf genau diese Art der Politik setzt und nun erlebt, wie sich das Spiel gegen ihn wendet.
Trumps Rechenspiel mit der EU
Trump spricht wieder häufiger über die Europäische Union und behauptet, die USA könnten Geld sparen, wenn sie aufhörten, mit anderen Ländern Handel zu treiben. Allein an der EU verlören die Vereinigten Staaten 200 Milliarden US-Dollar. Das ist ungefähr so, als würde jemand sagen, er verliere Geld, wenn er in den Supermarkt geht, obwohl er dafür Waren bekommt, die er braucht. Das Defizit entsteht, weil die EU mehr in die USA verkauft, als sie dort einkauft. Außerdem will Europa wegen Trumps Zollpolitik inzwischen deutlich weniger amerikanische Produkte kaufen. Gleichzeitig behauptet er, Europa werde lebendig gefressen und die USA würden ausgenutzt. Beides lässt sich nur im Kopf eines geistig stark eingeschränkten Mannes vereinen, dem die Logik egal ist.
Kanada rückt an Europa heran, Trump verstummt // Die Orangene Pest
Nun kündigt Trump an, den Handel mit der EU komplett einzustellen. In den Chefetagen großer US-Konzerne dürften sämtliche Alarmanlagen leuchten, denn dort will das garantiert niemand. Zugleich verkündete Kanadas Premierminister Mark Carney, dass sein Land als enger Verbündeter an die EU heranrückt, was Trump sichtlich verzweifeln lässt. Er nennt Kanada einen schlechten Handelspartner und droht mit neuen Zöllen, obwohl er genau das schon früher getan hat, ohne etwas zu erreichen. Meist läuft es darauf hinaus, dass er Dinge umbenennt, damit seine Fans im Netz jubeln. So taufte er Flüsse und Seen um, nur um es Kanada zu zeigen. Kanada drehte den Spieß um und benannte eine öffentliche Toilette nach Trump, und plötzlich wurde er ganz leise.
Putin, Musk und der Traum vom zerfallenden Europa
Trump will die EU auseinandernehmen, weil sich die Staaten Europas zusammenschließen und dadurch gemeinsam stärker sind. Wladimir Putin teilt diese Hoffnung: Auf die Frage eines Moderators, ob es nicht Zeit wäre, die EU aufzulösen, damit man es wieder mit Einzelstaaten zu tun hat, antwortete er, sie werde ohnehin zerfallen. Dabei ist die russische Wirtschaft nur halb so groß wie die deutsche, und im Land muss das Benzin rationiert werden, weil die Ukraine Raffinerien und andere strategisch wichtige Ziele bombardiert. Auch Elon Musk, der in Deutschland die Blödelpartei AfD unterstützt, nennt die EU ungerecht, denn einzelne Staaten lassen sich leichter erpressen als ein Block. Dass Europa nicht zerbrach, sondern sogar wuchs, dürfte Putin und Trump gleichermaßen ärgern.
Hohe Preise, schwache Jobzahlen, schweigender Präsident
In den USA steigen die Supermarktpreise, besonders bei Fleisch, wegen der Zollpolitik und neu ausgebrochener Rinderkrankheiten. Aus der Not kaufte Trump Fleisch aus Brasilien und Argentinien, was die heimischen Farmer wenig begeistert. In Nebraska erklärte er, er sei der beste Präsident, den Landwirte je hatten, doch die Preise seien inakzeptabel gestiegen, und man müsse schließlich die Wahl gewinnen. Der neue Jobreport nennt nur 29.000 neue Stellen, so wenig wie lange nicht. Das liegt an den Zöllen und am Krieg gegen den Iran, der den Ölpreis hochhält und über den Trump seit Wochen schweigt. In Deutschland stieg dagegen der Absatz von Elektroautos um 95 Prozent, weshalb eine bessere Förderung sowie mehr Bus und Bahn nötig sind.
Die Statue „The Orange Plague“ – Die Orangene Pest
Im EU-Parlament wurde eine Skulptur namens „The Orange Plague“ enthüllt, übersetzt die orangene Pest. Sie zeigt einen nackten, recht dicken Trump auf den Schultern eines einfachen Mannes, vielleicht eines Arbeiters. In der Hand hält er die Waage der Justiz, ein Symbol dafür, dass er die Justiz lenken will. Das Werk stammt von Jens Galschiøt, eingeladen hat ihn der Linken-Abgeordnete Per Clausen. Der erklärt, wer so dünnhäutig sei, dass er die Skulptur nicht ertrage, habe auf der Weltbühne nichts zu suchen. Auf Visitenkarten neben dem Werk sitzt der König der Ungerechtigkeit auf dem Rücken eines Mannes, der unter der Last sinkt, und verspricht, alles für ihn zu tun, außer abzusteigen. Galschiøt nennt Trump eines der größten Hindernisse bei der Lösung der Klimakrise.
Wenn Trump-Fans plötzlich Benehmen fordern
Die Fotos der Statue verbreiteten sich rasend schnell und Beiträge auf Twitter und anderen Plattformen erreichten viele Menschen. Die Trump-Fans fanden das gar nicht lustig. Sonst lieben sie es, wenn ihr Held austeilt, doch nun, da es gegen ihn geht, verlangen sie plötzlich ein besseres und zivilisierteres Benehmen. Statuen gegen Trump sind dabei ein länger anhaltender Trend: Vor dem Weißen Haus und dem Kapitol zeigt eine Skulptur ihn Hand in Hand mit Jeffrey Epstein. Im Epstein-Komplex hat ein Richter angeordnet, dass das Justizministerium Dokumente zur Befragung eines Opfers herausgeben muss, doch das Ministerium weigert sich bis heute. Trump wäre gerne König ist aber keiner, und er wurde von Menschen gewählt, die auf einen Scharlatan hereingefallen sind.
Symbolpolitik, der 7. Oktober und ein Auftrag an die Demokraten
Galschiøt schuf früher das Werk „Kinder Abrahams“, das für Judentum, Christentum und Islam steht und daran erinnert, dass sie Kinder derselben Eltern sind. Am 7. Oktober gedachte man den Hamas-Terroranschlags, bei dem vor drei Jahren über 1000 Menschen in Israel ermordet wurden. Seitdem führt die israelische Regierung Krieg in Gaza, der inzwischen über 100.000 Menschen das Leben gekostet hat. Viele der zwei Millionen Bewohner haben kein Zuhause mehr. Nach israelischen Medienberichten wusste Benjamin Netanjahu vorab von den Plänen der Hamas und nutzt den Krieg, damit sein Korruptionsverfahren nicht greift. Trump und Netanjahu kamen durch Spektakel an die Macht, nicht durch Argumente, und Demokraten brauchen deshalb neben Fakten und guten Ideen auch Kreativität, um im Wettkampf der Symbole zu bestehen.


