Inspectah Deck – Dragon’s Breath: Der Wu-Tang-Veteran feiert ein beeindruckendes Comeback

Inspectah Deck meldet sich mit seinem fünften Soloalbum zurück. Auf „Dragon’s Breath“ zeigt das Wu-Tang-Mitglied eindrucksvoll seine lyrische Schärfe. Produzent P.A. Dre liefert dafür das passende musikalische Fundament. Gemeinsam schaffen sie ein Werk, das die klassische Shaolin-Tradition perfekt mit modernen Boom-Bap-Einflüssen verbindet.
Ein starker Auftakt mit hochkarätigen Gästen
Nach dem kurzen Intro startet das Album direkt voll durch. Auf „Never Fold“ schart Deck hochkarätige Gäste um sich: Raekwon, Sauce Money und Skyzoo teilen sich das Mikrofon. Über einen harten Beat verdeutlicht das Quartett seine kompromisslose Haltung. Auch der Track „H.E.C.T.O.R.“ überzeugt auf ganzer Linie, hier geht es um den täglichen Überlebenskampf auf den Straßen – Niemandem zu vertrauen ist die oberste Regel.
Auf „Lighter Fluid“ geht die wilde Fahrt nahtlos weiter, Eto, Mickey Factz und RJ Payne spucken giftige Zeilen. Der Track erzeugt eine düstere Atmosphäre und fordert die volle Aufmerksamkeit. Mit „Shaolin Rebel 2“ liefert Inspectah Deck im Anschluss die ersehnte Fortsetzung, der soulful Beat knüpft direkt an den Vorgänger von „Chamber #9“ an.
Bewusstsein und ruhige Töne im Mittelteil
In „Between the Lines“ dreht sich alles um göttliche Zeichen. Ankhlejohn und Brizz Rawsteen unterstützen den Hauptdarsteller dabei hervorragend, besonders Ankhlejohn glänzt hier mit einem denkwürdigen Gastauftritt. Direkt danach schlägt Deck auf „The System“ reflektierte Töne an. Er analysiert gesellschaftliche Mißstände mit gewohnter Präzision.
Das Album zeigt aber auch überraschend gefühlvolle Momente, auf „Up At Night“ präsentiert sich der Rapper zusammen mit Peedi Crakk von einer sinnlicheren Seite. Diese Abwechslung tut dem Gesamtwerk spürbar gut. Mit „Day in the Life“ folgt kurz darauf eine Dankeshymne. Deck beschreibt jeden neuen Tag als ein echtes Geschenk.
Vielseitige Beats und starke Features
Die zweite Hälfte des Albums bietet weiterhin viel Abwechslung. Auf „1 of 1“ vereinen sich G4 Jag, KXNG CROOKED und M.A.V. für einen unheimlichen Track. Jeder MC demonstriert hier seine einzigartigen Fähigkeiten. Dagegen setzt „Burgundy“ auf markante E-Gitarren, Deck kämpft auf diesem Song energisch gegen seine inneren Dämonen.
Mit „Cold Case“ taucht der Hörer in eine düstere Detektiv-Geschichte ein. Gripz und Ransom liefern dazu einprägsame Geschichten ab, musikalisch überzeugt der Track durch ein staubiges Jazz-Fundament. Frauenpower gibt es auf „Divine Protection“, Che Noir und Sa-Roc verteidigen ihr Revier mit scharfen Zeilen und auf „Anointed“ fordern Bahamadia und 7xvethegenius den Respekt ein, der ihnen gebührt.
Ein fulminantes Finale mit CZARFACE
Gegen Ende nimmt das Album noch einmal richtig Fahrt auf. „Funny Style“ nimmt komische Gestalten in Decks Umfeld aufs Korn. Danach folgt der Auftritt von CZARFACE auf „Czariana Grande“, zusammen mit 7L übernimmt Deck spielend jedes Sound-System.
Der schlussendliche Abgang gelingt mit „Explicit Material“ absolut perfekt. Esoteric schließt sich Deck für ein echtes Battle-Rap-Feuerwerk an, die drei Minuten verfliegen im Flug und machen Lust auf mehr. Inspectah Deck beweist auf „Dragon’s Breath“ eindrucksvoll seine Ausnahmestellung im Hip-Hop.


