Butcher Brown & Nicholas Payton: „A Supreme Blue“ – Die Visionären Jazz-Meisterwerke Neu Erfunden

Butcher Brown Nicholas Payton

Im Jahr 2026 feiern wir die hundertsten Geburtstage zweier absoluter Ikonen der Musikgeschichte: Miles Davis und John Coltrane. Zu diesem besonderen Anlass haben sich der Grammy-Gewinner Nicholas Payton und das zukunftsgewandte Kollektiv Butcher Brown aus Virginia zusammengetan. Gemeinsam interpretieren sie die zeitlosen Album-Klassiker „Kind of Blue“ von 1959 und „A Love Supreme“ von 1965 faszinierend neu. Das gemeinsame Werk trägt den Titel „A Supreme Blue“ und ist heute erschienen, gefolgt von einer weltweiten Vinyl-Auflage im August. Diese Veröffentlichung zeigt eindrucksvoll, dass echter Jazz ein lebendiger Organismus bleibt. Die Musiker verzichten bewusst auf bloße Nostalgie und bringen stattdessen den Puls der Gegenwart in die historischen Stücke ein.

Die spontane Geburt einer besonderen Idee

Die Idee für diese außergewöhnliche Zusammenarbeit entstand völlig spontan während eines Konzerts von Butcher Brown. Nicholas Payton betrat unangekündigt die Bühne und spielte zur mitreißenden House-Groove der Band die weltbekannte Eröffnungsmelodie von Coltranes „Acknowledgement“. Der Funke sprang augenblicklich über und begeisterte das anwesende Publikum nachhaltig. Noch am selben Abend verschickte Payton eine Textnachricht an den Schlagzeuger Corey Fonville mit den prägnanten Worten: „Yo man, we gotta do a record.“ Unter dem treffenden Hashtag #AHouseSupreme verbreitete sich ein Videoclip des Abends rasend schnell im Netz. Aus dieser intuitiven Energie entwickelte sich schließlich das gesamte musikalische Konzept für dieses Projekt.


Spontaneität und Magie im Richmond Studio

Die anschließenden Aufnahmesessions in den renommierten Spacebomb Studios in Richmond folgten einer klaren Philosophie. Die Band verzichtete komplett auf lange Vorbereitungen oder ausführliche Proben. Alle Stücke entstanden extrem organisch direkt im Raum. Ein perfektes Beispiel für diese kompromisslose Arbeitsweise liefert die Single „Pursuance“. Bassist Andrew Randazzo entwickelte spontan eine dynamische Bassline, woraufhin die gesamte Gruppe sofort mit voller Energie einstieg. Payton übernahm das Arrangement direkt im Moment und ließ die Bänder sofort laufen. Durch das Fehlen von Keyboards entwickelte der Track eine unerwartete, düstere Tiefe, die alle Musiker im Raum positiv überraschte.

Dub-Effekte und afrikanische Rhythmen im Fokus

Ein zentrales Element des neuartigen Sounds entwickelte der Aufnahme- und Mix-Ingenieur Alex de Jong. Er fügte während der Aufnahmen in Echtzeit live von Dub inspirierte Effekte hinzu. Diese direkte klangliche Bearbeitung beeinflusste das Spiel der Musiker auf unmittelbare Weise. Schlagzeuger Corey Fonville bemerkte beim ersten Anhören treffend, dass selbst die legendäre Dub-Ikone King Tubby stolz auf diese Mischung gewesen wäre. Payton verknüpft die modalen Ansätze und afrikanischen Rhythmen der Originale nahtlos mit modernen Club-Grooves. Dadurch bleibt die spirituelle Seele der Werke spürbar, während sie gleichzeitig in ein frisches Soundgewand gehüllt wird.


Ein zukunftsgewandter Blick auf die Tradition

Corey Fonville betont zurecht, dass Miles Davis und John Coltrane diese moderne Interpretation wahrscheinlich sehr geschätzt hätten. Schließlich wollten diese visionären Meister nie, dass ihre Musik im Jahr 2026 immer noch genau wie 1959 oder 1963 klingt. Mit Begleittexten des renommierten Musikhistorikers und Autors Ashley Kahn unterstreicht das Album seinen tiefen Respekt vor der Tradition. Das Werk präsentiert sich keineswegs als gewöhnliche Tribut-Platte, sondern als mutiges künstlerisches Statement. „A Supreme Blue“ von Butcher Brown (Youtube) und Nicholas Payton beweist eindrucksvoll, wie wandlungsfähig, modern und lebendig großartige Musik über Generationen hinweg bleibt.

Butcher Brown & Nicholas Payton: „A Supreme Blue“ // Spotify:

Butcher Brown & Nicholas Payton: „A Supreme Blue“ // Bandcamp:




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