Mitfahrgelegenheit.de und die Erdbeermarmelade


Wie Ihr wisst, war ich am Wochende in Köln. Natürlich nicht allein, jedoch allein im Auto. Der Rest zog es vor, mit der Deutschen Bundesbahn zu fahren. Ich weiss immer noch nicht, ob ich es als Akt des Misstrauens bezüglich meines Fahrstiles, als übertriebene Vorsichtsmaßnahme aufgrund der Wetterlage oder wirklich als simplen, höheren Chillfaktor einstufen soll. Mir war auf jeden Fall von der ersten Minute an klar: Ich fahr´ mit dem PKW. Und wenn die anderen nicht wollen – umso besser, dann nutz´ ich mal die grandiose, für Bieter und Suchende kostenlose Mitfahrgelegenheit.de!

3 Tage vor der Abreise riefen Sie an, all´ die Bahnhasser, die Sparfüchse, die Eiligen, die Mutigen, die Individualisten und die Studenten. Herrlich, wen man bei solchen Angelegenheiten so alles kennenlernt. Auf der Hinreise waren es Patrick und Robinson. Ihr hört richtig, „Robinson“ ist der Vorname. Und nun ratet, wie der Gute mit Nachnamen heißt? Kleiner Tipp: Robinson ist Hamburger, der letzte Buchstabe ist ein „e“ und kein „o“. Patrick lebt in HH, spielt singt in einer 60´s-Garage-Punk-Band, vergleichbar mit den „Sonics“, bzw. „The Hives“, wie er mich wissen ließ. Als erstes fiel mir seine Fahne auf, bombastischer als die im Partykeller des durchschnittlich patriotischen US-Amerikaners mit Bush-Affinität. Und zum Frühstück war er wohl auch beim Griechen. Aber Latte, ich mag solche Menschen. Einer, der mal locker Fünfe gerade sein lässt. Entspannt, nicht doof und kreativ. Kaugummis hat er sich nach meiner Fahnenbemerkung dann auch noch geholt.

Ebenso cool war Robinson (Nachnamen inzwischen erraten?). Etwas größer, etwas schlacksiger, VWL-Student mit gefestigter, politisch korrekter Meinung. Außerdem mit Hang zur Eloquenz. Aber nett. Was vorerst negativ auffiel: Rob kam 10 Minuten zu spät und bat mich dann noch, am Treffpunkt (HH Bahrenfeld, S-Bahnhof) auf seine Oma zu warten. Die würde Ihm nämlich gerne noch 2 Gläser Marmelade mit auf den Weg geben wollen. Nachdem ich Rob von meiner Ungeduld berichtete, schlug er der Omma vor, doch direkt an der Autobahnausfahrt zu warten. Was sie und Ihr Mann dann auch taten – direkt auf dem rechten Fahrtstreifen. Natürlich ohne Warnblinklicht. MC hält kurz neben dem Wagen, der Oppa reicht Robinson die Tüte mit den Worten „Hier mein Lieber, sind auch noch Stullen drin! Eigentlich hätte ich das ja lieber gegessen!“ zu. Robinson bejat meine Frage, ob es sich denn wenigstens um Erdbeermarmelade handele. Ich bevorzuge eigentlich Nutella.

Die Fahrt lief insgesamt sehr glatt. Kam zügig durch (4 1/2 Stunden), habe die beiden an der nächsten S-Bahnstation meines Hotels rausgelassen und mir nebenbei 40 Euro Taschengeld verdient. Außerdem 2 nette Menschen kennengelernt und jetzt noch ausreichend Zeit, mich im Hotelzimmer akustisch auf Snoop vorzubereiten.
(Morgen geht´s mit der Rückfahrt (featuring Bäcker, Sozpäd-Tante und Historiker) weiter!)

Kommentare

9 Antworten zu “Mitfahrgelegenheit.de und die Erdbeermarmelade”

  1. Illo sagt:

    Ich bin gespannt was du bei der Rückfahrt aufgegabelt hast :-0
    Ach übrigens hab ich meinen Weblog aktualisiert … so watch out!

  2. MC Winkel sagt:

    @ GL: Strike! ;-) Geil, oder?

  3. Nicole sagt:

    ’nen Kruse kenne’kante ich auch (mal) einen, doch ohne den passenden Vornamen.
    Was die Erdbeermarmelade angeht: Die hatte ich nach 4 Monaten Deutschlandentzug endlich wieder und Nutella nun seid sage und schrei (!)(be) fast 10 Monaten…..
    Ansonsten, viel Spass auf der Rueckfahrt ;)
    Ich mag solche Aktionen :)

  4. diesmal warte ich auch auf die Fortsetzung ;-) die Eltern ham dem Knaben echt was gutes angetan, den nächsten wollten sie bestimmt Freitag nennen, zur Not kann man ja auch ein Mädchen so nennen – wie ging das mit Freitag eigentlich aus, hat er den mit nach England genommen und domestiziert, so lange her schon, dass ich das gelesen habe

  5. KleinesF sagt:

    Sie hätten ihn ja auch „TOM“ nennen können. Würde auch zu der eloquenten Volkswirt-Atitüde passen.

  6. Malcolm sagt:

    Ich hab ja immer Schiss gehabt mir Leute mitzunehmen! Die meisten Menschen quatschen zuviel, während der Fahrt! Zumindest erwarten sie, dass ich mit ihnen rede…

  7. MC Winkel sagt:

    … hatte auch schon Angst. Sollen die sich doch miteinander unterhalten! :-) Die Brüder waren aber okay!

  8. Lu sagt:

    das nächste mal bitte mit mc banner oder piratenflagge erkennbar machen, dann klappts auch mit der lu auf der gegenfahrbahn, die winkend aus dem fenster hängt. ;-)

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