„Das Trockene und Das Feuchte“ – Sophia Hirsch & Johannes Mundinger mit neuer Wallart in der Kunsthalle Wilhelmshaven

Die Künstler Sophia Hirsch und Johannes Mundinger (Features) sind seit etwa vier Jahren als Duo unterwegs. Beide leben in Berlin, beide haben ein akademisches Kunststudium hinter sich, Sophia in der Kunsthochschule Weißensee in Berlin, ihrer Geburtsstadt, Johannes (ein gebürtiger Offenburger) in Münster und Brüssel. Zusammen und einzeln sind sie seitdem in zahlreichen Ausstellungen gezeigt worden, in ganz Europa (Moskau, Paris, Istanbul) haben sie teils gemeinsam Wandbilder geschaffen und an Sessions teilgenommen. Museen und Galerien, in denen zeitgenössische Kunst präsentiert wird, haben sie längst entdeckt. Erst im Juni haben wir Euch an dieser Stelle das Projekt „Between Stopovers“ vorgestellt, welches das Künstlerpaar auf eine Reise nach Belgrad, Kehl, Krakau, Wien schickte. Orte, denen sich Mundinger und Hirsch für kurze Zeit annäherten und deren Umgebungen später in ihre Wandmalereien einflossen.

In der Kunsthalle von Wilhelmshaven hatten Hirsch und Mundinger kürzlich eine prominente Wand zur Verfügung, auf der eine sieben Meter breite Collage als Wheatpaste entstanden ist. Zunächst sind lange Bahnen von dünnem Zeitungsdruckpapier ausgelegt worden, die sie mit Acryl- und Dispersionsfarben bemalt, dann zugeschnitten, zerrissen und auf das Mauerwerk gekleistert haben. Das Bild, das sich durch die Collage an der Wand zusammenfügt, zeigt nicht nur den virtuosen Umgang mit Farbe, Wortfetzen und Zeichen, sondern auch einige Motive, die mit Wilhelmshavens Gegenwart und Geschichte als Marinestützpunkt, mit dem Rhythmus des Lebens in der Stadt und ferner mit anderen Werken in der Ausstellung selbst in Zusammenhang gebracht werden können. Der Titel dieser Collage „Das Trockene und Das Feuchte“ bezieht sich auf einen Text des französisch-amerikanischen Schriftstellers Jonathan Littell, in dem es um Männlichkeitsbilder im Zweiten Weltkrieg geht. „Auch in unserem Bild geht es um Männlichkeitsbilder und Normen, speziell in der Graffitiszene. Diese Szene ist sehr männerdominiert, was auch am Habitus liegt, der dort gern gelebt wird. Aggressives Auftreten, Ausdruck von Machtansprüchen und die ‚Eroberung‘ neuer Wände und Yards.Das rief bei uns Assoziationen von Krieg und Militär hervor“ so Künstlerin Sophia Hirsch. Direkt hier unten haben wir einige Impressionen des Werks aus der Kunsthalle Wilhelmshaven für Euch. Enjoy:

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