WHUDAT

  • Was wäre, wenn wir uns beim Thema Loslassen jahrelang selbst in die Tasche gelogen hätten? Detachment („Losgelöstheit“) gilt vielen als Abkühlung des Lebens, als Rückzug aus Emotion, Nähe und Risiko. Das Bild des unberührbaren Mönchs, weit weg von allem, wirkt beruhigend, aber es ist falsch. Die alten Mystiker beschrieben keinen Zustand aus Eis, sondern einen Prozess aus Feuer. In diesem… Weiterlesen

  • Mit „e.t.d.s. A Mixtape by .idk.“ legt IDK ein Projekt vor, das weniger Album als Aktenordner ist. Fünfzehn Tracks, die wie Beweisstücke funktionieren, eröffnet von einem Gefängnis-Collect-Call aus Maryland, inklusive der automatisierten Ansage, dass alles mitgehört wird, schon dieser Einstieg setzt den Ton. Alles steht unter Vorbehalt, alles kann gegen dich verwendet werden. Der Titel, Even the Devil Smiles, beschreibt… Weiterlesen

  • An seinem Geburtstag richtet sich der Blick auf Mooji und eine seiner klarsten Darlegungen dessen, worum es ihm im Kern immer geht. „The Key to Freedom“, gesprochen in Monte Sahaja, ist kein Vortrag im klassischen Sinn, sondern ein präzises, geduldiges Hinweisen. Mooji lädt nicht dazu ein, etwas Neues zu lernen, sondern etwas Falsches zu durchschauen. Im Zentrum steht die stille… Weiterlesen

  • Mit 656 meldet sich Roc Marciano zurück an den Ort, den er nie wirklich verlassen hat. Hinter dem Mic, hinter den Boards und mit jener Gelassenheit, die nur Künstler ausstrahlen, die niemandem mehr etwas beweisen müssen. Während viele Rap-Veteranen ihre Fanbases mit risikofreien Releases bedienen, zieht Roc Marciano weiterhin den Kopf unter Wasser. 656 ist schlank, kontrolliert und voller Zeilen,… Weiterlesen

  • Kurz vor dem erwarteten Album The Fall Off überrascht J. Cole mit einem Mixtape, das weniger Promo als Standortbestimmung ist. Birthday Blizzard ’26 erscheint ohne großes Vorabmarketing, wirkt aber keineswegs beiläufig. Es ist ein bewusst gesetztes Zeichen, das zeigt, wo J. Cole künstlerisch steht und wohin die Reise gehen soll. Dass dieses Tape exklusiv in voller Länge auf WHUDAT zu… Weiterlesen

  • Dieses DJ-Set funktioniert nicht über Lautstärke oder Effekte, sondern über Vertrauen in Musik. Das „Smokin’ with Friends 2/2“-Set von Aperkat ist eine sorgfältig gebaute Vinyl-Auswahl, die Jazz-Rap, Underground Hip-Hop, Trip-Hop und Nu-Jazz miteinander verbindet, ohne je aufdringlich zu werden. Es ist genau die Art von Set, die auf WHUDAT zu Hause ist, weil sie Haltung zeigt, ohne sich erklären zu… Weiterlesen

  • Was sich derzeit in den USA abspielt, ist kein Ausrutscher und kein Einzelfall. Es ist der offene Beweis dafür, wie schnell ein demokratisches System kippen kann, wenn autoritäre Fantasien reale Macht bekommen. Unter Donald Trump agieren die sogenannten ICE-Einheiten nicht mehr als reguläre Behörde, sondern wie ein enthemmter Repressionsapparat. Die Tötung von Alex Pretti ist dabei nicht nur ein schockierender… Weiterlesen

  • Auf It Could Be Worse bittet Samm Henshaw die Liebe gleichzeitig zu bleiben und ihm nicht weh zu tun. Dieser innere Widerspruch ist kein stilistischer Kniff, sondern der ehrlichste Kern des Albums. Aufgewachsen im süd­londoner Gospel-Umfeld seines Vaters, hat Henshaw früh gelernt, Schmerz mit Ermutigung zu überziehen und selbst Brüche in etwas Verwertbares zu verwandeln. Genau diese Spannung durchzieht das… Weiterlesen

  • Selbstsabotage wirkt auf den ersten Blick irrational, fast absurd, und dennoch ist sie weit verbreitet. Viele Menschen kämpfen nicht nur mit äußeren Hindernissen, sondern errichten aktiv Barrieren gegen den eigenen Erfolg. Dieses Verhalten wird in der Psychologie als Self-Handicapping bezeichnet und beschreibt Strategien, mit denen Menschen ihre Leistungsfähigkeit gezielt untergraben, um ihr Selbstbild zu schützen. Statt sich den Anforderungen von… Weiterlesen

  • Als DJ Harrison unerwartet im Krankenhaus landete, veränderte sich sein Verhältnis zur Zeit grundlegend. Eine starke Medikamentenreaktion verlängerte den Aufenthalt und aus einem kurzen Einschnitt wurde eine Phase des Wartens. In dieser Zeit entstand keine Angststarre, sondern ein intensives Verlangen nach Ausdruck. Die Vorstellung kommender Musik wurde zum mentalen Anker, weil Kreativität plötzlich nicht mehr selbstverständlich war. Aus genau diesem… Weiterlesen