Stones Throw Records: 30 Jahre Labelgeschichte – eine Studiotour mit Peanut Butter Wolf

Stones Throw Records

Madlib, MF Doom und J Dilla haben alle mit Peanut Butter Wolf im Studio von Stones Throw Records gearbeitet. Zum 30-jährigen Jubiläum des Labels hat L.A. TACO sich von ihm durch das Hauptquartier führen lassen. Dabei erzählt Wolf, wie alles begann, welche Maschinen dort stehen und welche Geschichten ihm von den Sessions geblieben sind. Allein in seiner privaten Sammlung warten 10.000 Platten im Keller.

500 Dollar und eine 12-Inch

Peanut Butter Wolf wollte immer ein eigenes Label haben, denn die Indie-Labels brachten für ihn den besten Hip-Hop heraus, während die Majors das Genre größtenteils nicht verstanden. Er sammelte damals viele Platten, hatte sich gerade Turntables besorgt und baute mit einer Casio-Drum-Machine Beats aus winzigen Samples. Zusammen mit dem Musikdirektor gründete er PMR Records. Von seinem Vater lieh er sich 500 Dollar, weitere Leute steuerten jeweils 500 Dollar bei, und so erschien eine 12-Inch. Wolf hoffte, dass einige Radioeinsätze genügen würden, doch die Platte verkaufte sich nicht. In San Jose zählte trotzdem, dass eine Platte mit seinem Namen existierte, denn bald wollte jeder Rapper der Stadt aufnehmen.

Charizma und der Weg zu Stones Throw Records

Daraus entstand die Idee einer Compilation mit allen Rappern der Szene. Einer von ihnen, Charizma, war damals 16 Jahre alt und wurde Wolfs Favorit. Gemeinsam bekamen sie einen Plattenvertrag bei Hollywood Records. Charizma starb mit 20 Jahren, und Wolf wusste danach nicht mehr weiter, weil er nicht einmal an Musik dachte. Schließlich gründete er Stones Throw, um Charizmas Aufnahmen zu veröffentlichen. Die Platte, die nach dessen Tod erschien, zeigt er während der Tour.

KRS-One und das Barometer für Erfolg

Auf die Frage nach Erfolg erzählt Wolf von der Hip-Hop-Radiokonferenz Gavin in New Orleans. Dort lud man ihn zu einem Videodreh von KRS-One für „Step into a World“ ein. Er hatte Testpressungen dabei und bat KRS-Ones DJ, die Platte nach dem Dreh aufzulegen. Der DJ lehnte zunächst ab, weil er Wolf nicht kannte, hörte dann aber über Kopfhörer rein und spielte sie schließlich. KRS-One drehte sich um und fragte, was das sei. Für Wolf war das ein wahr gewordener Traum, noch bevor er überhaupt eine Platte veröffentlicht hatte. Seitdem gilt für ihn als Maßstab, ob seine Helden ihm eine Chance geben.

Stones Throw Records 30 Jahre: Bomb Shelter, Dungeon und Doom

Im „Dungeon“ hängen Fotos aus Mount Washington, wo Wolf früher lebte. Der Hinterhof und sein Schlafzimmer gehörten zu diesem Haus, in dem viele Aufnahmen entstanden. Eine seiner liebsten No-Skip-Platten verkaufte sich kaum, doch das zweite Album des Künstlers ging für das Label in Gold. MF Doom wollte zunächst keine Videos drehen, weil er das Konzept ablehnte. Nach langem Überreden stimmte er zu, und am selben Tag entstanden zwei Videos, darunter „Rhinestone Cowboy“. Wolf blieb dem Dreh fern, denn er wollte das Team nicht mit zu vielen Leuten belasten.

Casio RZ1, eine 808 und ein Sohn namens Casio

Im Studio stellt Wolf Jake vor, der den Raum eingerichtet hat. Die Casio RZ1 von 1986 gehört zu seinen ersten Drum Machines, und sein zweieinhalbjähriger Sohn trägt den Namen Casio nach ihr. Damals wollte Wolf eigentlich eine 808, konnte sie sich aber nicht leisten, während heute ein Original im Studio steht. Dazu kommt eine frühe Drum Machine aus den 1950ern, bei der ein kleines Rad an der Seite den Kontakt herstellt. Früher nahmen die Leute nachts auf, sagt Wolf, doch die heutige Generation trinke weniger, feiere weniger und komme direkt zur Sache.

Scratch Perry, Tequila und eine Stunde Gesang

Scratch Perry nahm in seinen Achtzigern bei Stones Throw auf. Wolf fragte sich, ob er die Treppe schaffen würde, doch Perry stand sofort oben. Geplant war ein einziger Song, aber Wolf kopierte die Aufnahme nach jedem Ende weiter, bis eine Stunde Gesang zusammenkam. Danach zeigte er ihm seine Bar im Keller, die Gold Line. Perrys Manager hatte gewarnt, er dürfe nichts trinken, weil abends ein Auftritt anstehe. Kaum angekommen, verlangte Perry Tequila und stellte klar, dass kein erwachsener Mann einem anderen etwas vorschreibt. Wolf servierte zwei Tequila und trank selbst einen mit.

J Dilla und der Bootleg für Japan

Im Gespräch zeigt sich, dass viele nicht wissen, dass J Dilla auf Stones Throw Records veröffentlichte. Schon vor der Labelgründung hatte Wolf „Peanut Butter Breaks“ mit eigenen Beats herausgebracht und leitete die Hip-Hop-Abteilung eines Plattenvertriebs in der Bay Area. Dort kaufte House Shoes seine Platte und schwärmte ständig von JD. Eines Tages berichtete er, Q-Tip sei nun JDs Manager, und kurz darauf arbeitete J Dilla mit D’Angelo und Busta Rhymes. Später bot House Shoes ein ganzes Album unveröffentlichter Remixes an. Sie pressten 1.000 Kopien als illegalen Bootleg, nur auf Vinyl und nur für Japan, um 1996.

Drei Tage Jubiläum in Highland Park

Zum 30. Geburtstag feiert das Label an drei Tagen, von Freitag bis Sonntag, in der Lodge Room in Highland Park und auf den Straßen davor. Das Straßenfest endet jeden Abend um 22 Uhr, und danach sind Afterpartys in der Lodge Room im Gespräch. Wolf freut sich auf die Shows und verabschiedet sich mit den Worten: „See you there.“

Stones Throw Records: 30 Jahre Labelgeschichte – eine Studiotour mit Peanut Butter Wolf

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