Tank & The Bangas krönen ihre Trilogie mit dem Album „The Last Balloon“

Tank & The Bangas liefern mit der Veröffentlichung von The Last Balloon den Abschluss ihrer Trilogie ab. Die Formation aus New Orleans zeigt sich auf dieser Platte so reif wie noch nie zuvor in ihrer gesamten Karriere. Deshalb stellt Frontfrau Tarriona „Tank“ Ball ihre Qualitäten als sensible Songwriterin komplett in den Mittelpunkt des Geschehens. Sie kreiert damit ein tiefgründiges Werk voller musikalischer Höhepunkte für ihre treue Fangemeinde.
Rückkehr zu den spirituellen Wurzeln der Band
Das Album beginnt überraschend traditionell mit dem epischen Opener „Rest“. Ein tiefgründiger Chor baut hier eine klassische Hymne im wunderschönen Stil einer kleinen Baptistengemeinde auf. Tank antwortet daraufhin sehr dezent über einem sanften E-Piano, welches Norman Spence großartig eingespielt hat. Diese spirituelle Einleitung erinnert stark an das selbstveröffentlichte Debütalbum aus dem Jahr 2013. Die Musiker setzen damit ein klares Statement für ihre Herkunft. Zudem kommt zuerst die Kirche, danach folgt der gewohnte Funk.
Die Evolution des markanten Balloon-Sounds
Im direkten Vergleich zu früheren Veröffentlichungen agiert die Gruppe heute deutlich gelassener. Auf dem Album Green Balloon aus dem Jahr 2019 schrie Tank oft extrem laut gegen die Instrumente an. Damals brachte ihr dieser wilde Stil zwar eine Nominierung als beste neue Künstlerin ein. Doch der Nachfolger Red Balloon reduzierte das Tempo im Jahr 2022 erfreulicherweise wieder. Auf der neuen Single „Don’t Count Yourself Out“ überlässt sie Dawn Richard elegant den Refrain. Tank & The Bangas agieren hier spürbar entspannter aus dem Hintergrund. Auch Ledisi bekommt auf „Whole World“ viel Raum für ihren Auftritt. Danach glänzt Tank mit Zeilen gegen das anstrengende People-Pleasing, weil sie niemandem mehr etwas beweisen muss.
Intime Momente und pure stimmliche Stärke
Besonders die minimalistischen Stücke auf der Platte überzeugen auf ganzer Linie. Der Song „Is It Over?“ wird nur von einem Klavier und einer reduzierten Kick-Drum getragen. Hier glänzt Tanks Stimme in ihrer reinsten Form, da sie komplett auf künstliche Effekte verzichtet. Ihre Phrasierung wechselt sanft vom Flüstern zu extrem hohen Tönen. Sie singt die Zeilen absolut ungerührt und fest entschlossen, folglich ist es die beste Gesangsleistung ihrer gesamten Karriere. Im Kontrast dazu steht das klassische Soul-Stück „Move“ mit Lucky Daye. Der Song besticht durch eine wunderbare Basslinie und extrem helle Hörner. Die Mischung aus leisen Tönen und treibendem Funk gelingt der Band perfekt.
Ein facettenreiches Finale einer großen Trilogie
Die Produktion von „No Invite“ bringt eine willkommene Härte in das Album. Ein stotternder Bass trifft hier auf aggressive Snares und laute Saxophone. Tank ruft ihre Zeilen fast wie bei einem Aufstand heraus. Kurz darauf sorgt „Jealous“ für eine echte Überraschung für die Fans. Die treue Wegbegleiterin Anjelika „Jelly“ Joseph kehrt nämlich als Gast zurück. Sie verließ die Band eigentlich im Jahr 2022 für die Gruppe Galactic. Nun singt sie einen funkigen Part über einem harten Rhythmus. Das Stück wirkt wie eine musikalische Versöhnung nach einer langen Trennung. Das Album schließt mit der melancholischen Ballade „Nighttime“. Tank beschreibt darin eine einsame Fahrt im nassen Viertel von New Orleans. Ein Jahrzehnt nach ihrem Debüt liefert die Band eine starke Platte ab. Deshalb bleibt dieses Werk im Gedächtnis.
„The Last Balloon“ – Fazit:
Tank & The Bangas beenden ihre Balloon-Trilogie mit einem Album, das die Songwriter-Qualitäten von Tarriona Ball radikal in den Fokus rückt. Zwischen Gospel-Anleihen, minimalistischem Piano und gewohntem New Orleans Funk zeigt die Band eine neue Gelassenheit, die ohne lautstarkes Gehabe auskommt und Platz für hochkarätige Gäste wie Ledisi und Luycky Daye lässt.


