Rakim bleibt der God MC – „The Re-Up“ EP im Review

Rakim The Re-Up

Rakim zählt seit den 80er-Jahren zu den unumstrittenen Grundpfeilern des Hip-Hop, hier kommt „The Re-Up“. Gemeinsam mit Eric B. veröffentlichte er vier Alben, die bis heute als Blaupausen des Genres gelten. „Paid in Full“ und „Follow the Leader“ legten nicht nur den Sound, sondern auch den lyrischen Standard für Generationen. Nach der Trennung etablierte Rakim sich als Solo-Künstler, zunächst mit „The 18th Letter“, später mit „The Master“. Während „The 7th Seal“ gemischte Reaktionen hervorrief, blieb sein Status als lyrisches Ausnahmetalent unbestritten. Mit „The Re-Up“ meldet er sich nun erneut zurück – kurz, präzise und mit der gewohnten Autorität.

Rakim The Re-Up: Ein neuer Track, sieben Remixe

Die EP umfasst lediglich acht Tracks, davon eine frische Aufnahme und sieben Remixe. Verantwortlich für den Großteil der Produktion ist Big Ghost Ltd., der seit einigen Jahren für seine düsteren, detailverliebten Boom-Bap-Sounds gefeiert wird. Schon die Ankündigung, dass er Rakim produzieren würde, sorgte in der Szene für hohe Erwartungen. Und tatsächlich: auch wenn die EP knapp ausfällt, beweist sie, warum Rakim auch vier Jahrzehnte nach seinen ersten Erfolgen noch immer als „God MC“ bezeichnet wird.

„Now is the Time“ – Rückblick und Weckruf

Die Nummer „Now is the Time“ kommt wieder mit Hus Kingpin. Hier thematisieren die beiden MCs die veränderte Realität nach der Pandemie, in der das Spiel härter und komplexer geworden ist. Der Track steht exemplarisch für Rakims Fähigkeit, gesellschaftliche Veränderungen aufzugreifen, ohne dabei den klassischen Flow zu verlieren. Hus Kingpin bringt frischen Wind, Rakim liefert die Struktur – gemeinsam entsteht ein Song, der modern wirkt, ohne die Tradition zu verraten.

„Not to Be Defined“ – ein Perspektivwechsel

Das neue Stück „Not to Be Defined“ sticht gleich doppelt heraus. Zum einen, weil hier Lazarus als Feature-Gast glänzt, zum anderen, weil die Produktion nicht von Big Ghost, sondern von Dem Jointz stammt. Der Track vermittelt eine andere Energie: mehr Swing, mehr Rhythmus, fast soulartige Untertöne. Thematisch geht es um die Unmöglichkeit, Rakim in eine Schublade zu stecken – ein Statement, das sein gesamtes Werk zusammenfasst.

Die Kraft der Remixe

So stark der neue Tune auch ist, die sieben Remixe sind keineswegs Füllmaterial. Im Gegenteil: Big Ghost schafft es, die Stücke aus „G.O.Ds Network (REB7RTH)“ neu zu interpretieren und teilweise sogar zu übertreffen. Für viele Fans könnten die Remixe sogar der heimliche Kern der EP sein, da sie bekannten Material neues Leben einhauchen.

Fazit: Rakim bleibt unvergleichlich

„The Re-Up“ ist kurz, aber eindrucksvoll. Ein neuer Songs und sieben Remixe reichen aus, um Rakims Status zu unterstreichen. Er ist nicht nur ein Veteran, er ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Substanz und Beständigkeit im Hip-Hop über Jahrzehnte bestehen können. Sollte das angekündigte „G.O.Ds Network 2“ tatsächlich weniger Gäste und mehr Rakim selbst bieten, könnte es sich in die Reihe seiner Klassiker einreihen. Bis dahin liefert „The Re-Up“ genau das, was man erwartet: einen weiteren Beweis, dass Rakim für immer der God MC bleibt.

Rakim – „The Re-Up“ EP // Spotify:

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