Wie geht man mit völlig übertriebener Werbung um?

Klare Sache, der Konkurrenzkampf ist groß, gerade im Internet. Das ist aber noch lange kein Grund, Kunden völlig unrealistische Ergebnisse zu versprechen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob es sich um einen Casino 400 Prozent Bonus handelt, oder um ein Schutzgel für Handy-Displays, dass suggeriert, damit würden Handys Hammerschläge überstehen.

Es wurde mal gesagt, dass in der Werbung alles erlaubt ist. Diese Aussage stimmt, gerade in Deutschland absolut nicht und es gibt einige Praktiken, mit denen Werber ganz schön in die Klemme geraten können.
Wir wollen uns einige allzu vollmundige Versprechen anschauen und erklären, warum der Gesetzgeber dort einschreitet – oder eben auch nicht.

Irreführende Werbung

Das ist wohl eines der häufigsten Vergehen von Werbetreibenden. Dass in Anzeigen, Werbespots oder gar in Infomercials jede Menge Versprechungen gemacht werden, die im Alltag eher nicht erfüllt werden, dürfte für kaum jemanden eine Überraschung sein.
Nehmen wir einmal das Beispiel mit dem Schutzgel für Handybildschirme. Das Produkt ist der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ entsprungen und bietet prinzipiell eine gute Alternative für normale Schutzhüllen.

Da die Hüllen aber mit einem Bild vertrieben wurden, dass suggeriert, das Display wäre damit auch vor Hammerschlägen sicher und dann auch noch so vollmundige Versprechen wie „100% bruch- und kratzsicher“ auf die Verpackung druckt, wurde das Produkt abgemahnt und zehntausende Produkte mussten zurückgerufen werden.

Hier haben die Macher einen ziemlich typischen Fehler von jungen unternehmen gemacht. Absolute Versprechungen sind immer eine Gefahr. Fast nichts in dieser Welt ist zu 100 % sicher vor irgendetwas. Damit haben sich die Unternehmer angreifbar gemacht und nun hoffentlich eine wertvolle Lektion gelernt. Dass ihr Höhle der Löwen Investor mit seiner Erfahrung da nicht zu einem früheren Zeitpunkt eingeschritten ist, scheint beinahe unglaublich.

Überzogene Versprechungen

Auch dieser Bereich fällt wohl in die Kategorie der irreführenden Werbung, auch wenn die Versprechungen technisch gesehen erfüllt werden. Nehmen wir einmal das andere eingangs erwähnte Werbeversprechen, den Casino 400 Prozent Bonus. Derlei Versprechungen sind in der Glücksspielbranche im Internet nicht unüblich.

Ein Casino Bonus extrem kann sogar bis zu einer Höhe von 500 % gehen. Wenn Spieler dann aber glauben, dass so ein 400% Casino Bonus ihnen jetzt plötzlich jede Menge Guthaben extra aufs Konto spült, ist die Enttäuschung oft groß.

Denn solche großen Prozentbeträge gehen sehr häufig zu Lasten der Maximalbeträge. Spieler werden selten einen Casino 400 Prozent Bonus finden, der ihnen mehr als 50 € extra einbringt. Und während man sich im Falle von Verdopplungsangeboten oder einem 200% Casino Bonus oft mehrere hundert Euro extra auf dem Spielerkonto sichern kann, ist das bei solch verlockenden Versprechen, wie einem Casino 400 Prozent Bonus eher selten der Fall.

Hier sieht es dann also eher so aus, dass man zwar bekommt, was einem versprochen wurde, aber andere Angebote, die auf den ersten Blick schlechter erscheinen, im Nachgang doch deutlich attraktiver sind.

Vergleichende Werbung

Lange Zeit war vergleichende Werbung in Deutschland grundsätzlich verboten. Das führte dann zu so langweiligen Blüten, wie der berühmten Fairy-Spülmittelwerbung, in der in Villabajo ein anonymes und scheinbar absolut unzureichendes Spülmittel benutzt, während den Bewohnern von Villarriba die Spülaktion der riesigen Paellapfannen dank Fairy ganz leicht von der Hand geht.
Firmen durften ihre Produkte nicht offen mit anderen vergleichen, weshalb dafür immer ein anonymes „die Anderen“-Produkt herhalten musste. Deutsche Werbemacher schauten neidisch auf die USA, wo vergleichende Werbung kreativ und witzig umgesetzt wurde.
Seit 2000 ist vergleichende Werbung nun auch in Deutschland erlaubt, allerdings nur wenn es dabei sachbezogen zugeht und wirklich objektiv messbare Vergleiche gemacht werden. Leider bedeutet das in den meisten Fällen immer noch, dass nichts in der deutschen Werbeszene an die Kreativität der Amerikanischen rankommt.

Außer vielleicht der Kleinkrieg zwischen den beiden großen deutschen Autoherstellern BMW und Mercedes. Der war ziemlich witzig. Wer erinnert sich nicht gern an die Werbetafel, die einen Mercedeslaster vollgepackt mit BMW PKWs zeigt und mit dem Slogan „Auch ein Mercedes kann Fahrfreude bringen“ bedruckt ist.

Zwangslagen ausnutzen

Das ist vielleicht ein extremes Beispiel und kommt sicher nicht häufig im Alltag vor. Aber als Beispiel wird hier gerne die Situation genannt, dass ein Abschleppunternehmen auf einen gestrandeten Autofahrer zugeht und diesem das Abschleppen nur bei Abschluss eines Vertrags anbietet.

Das ist natürlich eine schamlose Ausnutzung einer Zwangslage. Aber auch in Online Casinos, um noch einmal auf dieses Thema zurückzukommen, müssen die Macher im Hintergrund sehr vorsichtig sein. Denn Glücksspielsucht ist ein großes Problem und Casinos, die das bei Ihren Spielern ausnutzen, können (zum Glück) ganz schnell ihre Lizenz verlieren.

Man stelle sich nur mal vor, ein Spieler, der süchtig ist und sich eigentlich schon im Online Casino gesperrt hat, wird weiter wöchentlich mit Angeboten für einen Casino 400 Prozent Bonus bombardiert, wenn er sich wieder anmeldet.

Wenn das erlaubt wäre, wo kämen wir denn da hin?

Schutz der Kunden

Dass es Gesetzgebung und Maßnahmen zum Schutz der Kunden gibt, ist eine wichtige und unverzichtbare Tatsache. Wenn in der Werbung wirklich alles erlaubt wäre, könnte das vor allem für verletzliche und leicht beeinflussbare Zielgruppen schnell zum Verhängnis werden.

Das gilt natürlich vor allem für Kinder und Jugendliche, die vollmundigen und unwahren Behauptungen schneller Glauben schenken, als besser informierte Erwachsene.

Oder aber auch suchtgefährdete Menschen, wie einige Spieler im Online Casino, weshalb es dort wichtig ist, dass Schutzmaßnahmen, wie Limits für Einzahlungen eingesetzt werden können. Und dass einem Spieler, der nachweislich ein Glücksspielproblem hat dann eben auch kein Casino 400 Prozent Bonus mehr angeboten wird.

Natürlich wollen wir, dass unsere Werbung ansprechend und kreativ ist und ein wenig Aggressivität ist sicher auch angemessen, um sich von der Masse abzuheben. Aber all das muss auch seine Grenzen haben und da steht dann eben der Gesetzgeber und die verschiedenen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden in der Pflicht.

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