WHUDAT testet die 200 Gigabyte große SanDisk Ultra microSD-Karte – Teil 2

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Seit mehreren Wochen darf WHUDAT die neue microSD-Speicherkarte von SanDisk mit unglaublichen 200 GB Speicherplatz testen. Auch wenn uns die Videos, Fotos und sonstige Daten aller Art nie auszugehen scheinen, so ist es mir doch extrem schwer gefallen, die Karte im Alltag randlos zu befüllen.

In meinem ersten Testbericht zur 200 Gigabyte großen SanDisk Ultra microSDXC UHS-I Card habe ich euch die Speicherkarte im Detail vorgestellt und meine Begeisterung über den Größenwahn von 200 GB auf dem nur wenige Millimeter großen Chip geteilt. Heute möchte ich die Kapazität dieser Karte und vor allem auch die Handhabung der Daten im echten Leben erläutern und euch zeigen, was sich für Möglichkeiten bieten.

Beginnen wir mit Videoaufnahmen in Full-HD (1080p). Hierbei stehen mir zwei geliebte Kameras zur Verfügung, die schon diversen Content für WHUDAT-Beiträge produziert haben. Eine GoPro Hero 4 und eine Systemkamera der Marke Olympus, die O-MD E-M1, die sich aufgrund des hervorragenden Bildstabilisators perfekt für Videos eignet.

Seien es Roadtrip-Movies oder Musikvideos, bei den meisten Shootings bin ich fern der Heimat oder eines Studios, ohne Stromversorgung und – viel schlimmer – ohne Zeit für Backups. Ein ganztägiger Shoot musste bisher daher auf mehrere Speicherkarten verteilt werden, um auch ja jede Szene aufnehmen zu können. Am Abend waren alle Karten voll und mussten für den nächsten Tag natürlich erneut geleert zur Verfügung stehen. Die Backup-Orgie begann. Mir ist es zwar nur ein einziges Mal passiert, dass eine einzelne Speicherkarte unauffindbar war, aber es reichte aus, um mich seitdem in permanente Paranoia zu versetzen. „Wo ist die letzte Karte? Ach hier in der Tasche, wo sie hingehört.“ 20 Minuten und ein paar Gigabyte später das gleiche Spiel. Sehr, sehr nervig dieses Unbehagen ob der lütten Dinger.

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Besonders schnell füllt sich die GoPro-Kamera, da ich diese sehr gern für Zeitrafferaufnahmen verwende oder außen an einem Auto montiert für minutenlange Aufnahmen von Fahrten nutze. Durch Full-HD-Aufnahmen (1080p) mit dieser Kamera bei 60 Bildern pro Sekunde und unter Aktivierung des grandiosen Protune-Features, welches Bitraten von bis zu 60 Mbit/s erlaubt, ist eine handelsübliche 32 GB große microSD-Karte bereits nach gut 60 bis 90 Minuten voll. Nicht selten beende ich einen Shooting-Tag mit drei oder mehr bespielten Karten, wobei keine Karte randvoll ist. Ich nehme selten mehr als 25 GB auf und wechsle vorzeitig, da ich auf jeden Fall vermeiden möchte, dass die folgende Aufnahme ohne mein Zutun abgebrochen wird.

Mit den 200 GB der SanDisk Ultra microSDXC UHS-I sieht die Welt ein wenig anders aus. Nicht nur, dass nach der Aufnahme von beispielsweise 75 GB (~3 Stunden) Videomaterial noch mehr als doppelt so viel Platz übrig ist, ich muss die Karte den ganzen Tag nicht wechseln und somit aus der Hand legen. Rein psychologisch schon eine tolle Sache, denn in der Kamera ist die Speicherkarte nach wie vor am sichersten aufgehoben und ich habe sie zudem meist im Sichtfeld oder sogar in der Hand. Eine beiseite gelegte microSD ist schneller verschwunden als der Sommer aus Norddeutschland.

Bei Fotoshootings gestaltet sich der Umgang mit der 200 GB großen SanDisk hingegen ein wenig anders. Meine O-MD würde im Modus RAW+JPEG (fine) ganze 7500 Aufnahmen auf dieser Karte ablegen können, sofern ich den SD-Kartenadapter verwenden würde. Auch wenn es natürlich durchaus möglich ist, an einem ganz normalen Tag diese Menge von Fotos zu produzieren, so realitätsfern gestaltet es sich jedoch für mich, wenn ich z.B. auf einer 18-stündigen Hochzeitsfeier inklusive Trauung im Schnitt kaum über 2000 Fotos hinaus komme. Und dabei handelt es sich um ein Worst-Case-Szenario. Hier fahre ich mit meinen zwei 64 GB SD-Karten nach wie vor sehr gut. Auch deshalb, weil ich insbesondere bei Hochzeiten die unersetzbaren Fotos der Trauung und des anschließenden kleinen Portrait-Shootings von den eher gewöhnlichen Aufnahmen der abendlichen Party trenne. Der emotionale Wert der festlichen Bilder ist hier nicht zu unterschätzen und somit wandert die erste Speicherkarte vor Beginn der Feier an einen sicheren Ort.

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MicroSD-Karten eignen sich natürlich auch besonders für Smartphones, die über einen entsprechenden Erweiterungsslot verfügen. Das von mir kürzlich getestete LG G4 besitzt schon jetzt eine Kompatibilität für Speicherkarten bis zu 1 Terabyte! Bis wir in diese Regionen vorstoßen werden, vergehen bestimmt noch drei bis vier Jahre, wenn überhaupt. Trotzdem ist dieses Handy prädestiniert für den Einsatz der SanDisk Ultra microSDXC UHS-I. Eine einfach Rechnung zeigt hier auf, wie gut das Preis-Leistungsverhältnis von 200 GB bei einem UVP von 279,- € ist: Je nach Smartphone-Hersteller liegen die Preisunterschiede zwischen Modellen mit 32 GB und 64 GB durschnittlich bei ca. 100,- €. Für zusätzliche 32 GB wohlgemerkt. Es macht also Sinn das Geld lieber in eine Speicherkarte zu investieren.

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Zu guter Letzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass trotz der hervorragenden Datenrate von bis zu 90MB/s und unter Verwendung von USB 3.0 das komplette Kopieren dieser randvollen 200 GB großen Speicherkarte im Idealfall über 40 Minuten dauert. Eine lange Produktionspause, falls während des Drehs ein Backup notwendig werden sollte. Und genau das könnte so manchem Filmer oder Fotografen ein gutes Stück zu langsam sein. Auch wenn es technisch hochkompliziert ist, vermisse ich bei der positiven Entwicklung hin zu mehr und mehr Speicherkapazität auch einen Anstieg in Sachen Transferrate. USB 3.0 hat da noch deutliche Reserven!

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Vielen Dank an SanDisk für die Bereitstellung der microSD-Karte

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