Umweltfreundliche Mode rückt zunehmend ins Rampenlicht

Die Themen Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz waren in der Modewelt bisher eher Fremdwörter. Auch Konsumenten denken bei diesen Schlagworten eher an die Automobilindustrie, an Energiesparen im Haushalt oder Abfall-Recycling. Dass aber unsere Kleidung einen CO2-Abdruck hinterlässt, der momentan kaum bestimmbar ist, rückt jetzt erst ins Bewusstsein. Bisher wurde die Mode-Branche eher in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit in den dritte Welt Ländern kritisch beäugt. Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Modewelt kommen nun hinzu und werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Arbeitsbedingungen und der Herstellungsprozess sollten schließlich Hand in Hand gehen und für Mensch und Umwelt gerecht und verträglich sein. So sollte man jedenfalls meinen.

Tatsache ist aber wohl, dass viele Modehersteller kaum in der Lage sind die Kette bis zum Anfang, also zum Rohmaterial zurück zu verfolgen. Zwischen den Jahren 2000 bis 2014 hat sich die Produktion verdoppelt. Es werden mehr Kleidungsstücke gekauft, aber auch schneller weggeworfen, als je zuvor. Schätzungsweise trägt die Modeindustrie zu etwa 20 Prozent der globalen Abfallmenge bei sowie zu rund 10 Prozent des gesamten CO2-Ausstosses. Die Vereinten Nationen haben die Initiative ergriffen, der Mode-Branche im Hinblick auf Nachhaltigkeit auf die Sprünge zu helfen.

Wie so oft in der Modewelt, sollten die Luxusmarken die Vorreiterrolle übernehmen und neue Maßstäbe setzen, erst dann werden weitere folgen. Stella McCartney hat sich das zu Herzen genommen und bereits Maßnahmen in die Wege geleitet. Unter anderem arbeiten sie mit Google zusammen, die bei der Auswertung komplexer Daten in Bezug auf die Haupt-Rohmaterialien Baumwolle und Viskose helfen. In McCartneys neusten Kollektionen kommen Materialien aus Recycling, wie beispielsweise Polyester zum Einsatz.

Wie sieht das Thema nun aus Verbrauchersicht aus? Umfragen haben ergeben, dass sich Verbraucher mehr Offenlegungspflichten wünschen. Interessant ist auch, dass Konsumenten den Luxusmarken hinsichtlich Umweltschutzes und Menschenrechten genauso wenig vertrauen, wie Billiganbietern. Die Skepsis für die eigene Gesundheit bleibt ebenfalls groß, zum Beispiel ob gefährliche Chemikalien bei der Herstellung verwendet wurden, die nicht nur für die Arbeiter, sondern auch für die Träger der Kleidung schädlich sind.

Während also die ersten Schritte seitens der UN eingeleitet worden sind, bleibt die Frage bestehen, was jeder einzelne von uns tun kann. Umweltschutz ist immer eine gemeinschaftliche Aktion. Vielleicht müssen wir unsere „Wegwerfgesellschaft“ neu überdenken und manche Kleidungsstücke in unserem Schrank neu erfinden. So manches ältere Stück erhält neuen Glanz, beispielsweise mit einem neuen Accessoire. Und natürlich kann man sich über Hersteller nachhaltiger Mode im Internet informieren. Dass die Modeindustrie gutes Geld verdient ist nichts neues und man darf sicher Druck machen, dass davon zumindest ein Teil in Umwelt- und Arbeitsschutz investiert werden. Gleichzeitig sollten auch Verbraucher bereit sein zum Umdenken und etwas mehr für ein Kleidungsstück zu bezahlen. Denn billiger wird eine nachhaltige Produktion nicht.
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[Fotos: Pixabay]

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