Serge Gnabry – der Star mit dem sozialen Herz

Es gibt Fußballprofis, die aus der Masse herausstechen. Serge Gnabry ist so einer. Zum einen ist sein Karriereweg sehr ungewöhnlich. Der offensive Mittelfeldspieler musste mehrere Umwege nehmen, um beim großen FC Bayern zu landen. Zum anderen engagiert sich Serge Gnabry für einige soziale Projekte und gibt der Gesellschaft etwas zurück.

Dass ein talentierter deutscher Nachwuchsspieler mit 15 Jahren nach England wechselt, ist wohl eher selten. Der FC Arsenal eiste jedoch 2011 Serge Gnabry vom VfB Stuttgart los. Bei den Londonern unterzeichnete der heutige Nationalspieler auch seinen ersten Profivertrag. Doch so richtig bei den Gunners konnte er sich nicht durchsetzen. So gab es eine Leihe zu West Bromwich Albion. Dessen damaliger Trainer Toni Pulis bescheinigte Serge Gnabry jedoch, dass er nicht gut genug für West Brom wäre. Was danach folgte, hätten wohl die besten Buchmacher kaum vorhersagen können. Denn Serge Gnabry spielte ein überragendes Turnier bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Bundesligaclubs wurden auf den damals 21-Jährigen aufmerksam. Werder Bremen griff schließlich zu. Aber auch die Bayern mischten im Vertragspoker mit und so landete der Rechtsaußen 2017 an der Isar. Nach einer Leihe zur TSG Hoffenheim ist Serge Gnabry seit 2018 fester Bestandteil des Star-Ensembles der Münchner.

Hilfsprojekte in der Elfenbeinküste

Der Bayernprofi ist in Stuttgart als Sohn eines Ivorers und einer Schwäbin geboren. Aufgewachsen ist er schließlich im baden-württembergischen Weissach. Doch da sich Serge Gnabry seiner Wurzeln bewusst ist, besuchte er schon oft die Heimat seines Vaters. Auch Slums, die es dort gibt. Erschüttert von der Armut, die dort herrscht, beschloss Serge Gnabry zu helfen. „Zwei Kinder haben mir ihren Haushalt gezeigt. Es war eine enorme Erfahrung zu sehen, in welcher Armut die Kids leben. Jeder andere, der das vor Ort sehen würde, würde danach noch mehr tun wollen“, so der Fußballprofi. Also unterstützt Serge Gnabry seit einiger Zeit Fußballprojekte in der Elfenbeinküste, die Sport mit Bildung kombinieren. „Mir ist eine Trainingsform in Erinnerung geblieben: Bei einer Torschussübung wurde der Ball als Virus verstanden, den die Torhüterin abwehren muss, damit er den Körper nicht befällt. Solche Methoden bleiben bei den Kids sicherlich hängen – so transportiert man reale Themen spielerisch und kombiniert Bildung und Sport. Die Kinder öffnen sich und sitzen nicht nur stupide im Klassensaal und hören zu“, ist der 26-Jährige begeistert. Und so möchte er weiter vor Ort helfen.

Common Goal

Diese Initiative begründete der spanische Profi Juan Mata, der bei Manchester United unter Vertrag steht. Im August 2017. Bereits drei Monate später trat Serge Gnabry Common Goal bei. Als sechster Fußballprofi. Damit spendet der Bayernspieler 1 Prozent seines Jahresgehaltes für weltweite soziale Projekte, die einen Bezug zum Fußball haben. Inzwischen sind viele weitere Akteure des Weltfußballs dieser Initiative beigetreten. Darunter UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, Jürgen Klopp oder Europameister Giorgio Chiellini. „Meine Eltern haben mir beigebracht, immer zu teilen und anderen zu helfen“, erklärt Serge Gnabry sein Engagement. Und er ist überzeugt, dass es für viele Menschen in der westlichen Welt kein Problem sei, auf 1 Prozent ihres Jahresgehaltes zu verzichten.

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