„King Lear II – König Lutschmann bittet zum Tanz“ // Teil 1

(locker basierend auf dem Erfolgsroman der Tragödie „King Lear“ von William Shakespeare (1605), nur besser geschrieben)

Gestatten, König Lutschmann mein Name. Eigentlich heisse ich Mathias, wurde in den 70er Jahren in Niebüll im traumhaften Kreis Nordfriesland geboren und bin in Kiel aufgewachsen. An sich war ich bis zum meinem 35. Lebensjahr nie wirklich ein großer Deal: Fachhochschulreife, abgeschlossene Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei einem Werkzeug- und Bauhändler, Zivildienst als Beikoch im Studentenwerk Schleswig-Holstein, ein paar Jahre als kaufmännischer Angestellter für verschiedene Unternehmen und richtig glücklich, einen Golf IV als Firmenwagen fahren zu dürfen.

Mit Mitte 20 habe ich zusammen mit ein paar Freunden eine Rap-Crew namens WNOL („Weiße Ninjas Ohne Locken“) gegründet, ich selbst habe mir den Künstlernamen MC Winkel gegeben. Ach und ich habe einen leichten S-Fehler (Sigmatismus, leichtes Lispeln), weil meine Zunge so groß ist. Also wirklich riesig, fleischig, sehr breit und sehr lang. Rausgeschnitten sähe sie aus wie ein sattes Stück Angus Steak, echtes Premium Beef aus Kiel-Mettenhof. Jedenfalls stand das „C“ in meinem Vornamen niemals für „Ceremonies“ sondern für Cunnilingus und das eben auch aus gutem Grund. Bis heute gibt es in Norddeutschland keinen Mann, der imstande wäre, Gleiches mit seiner Zunge zu bewerkstelligen wie ich. Ich habe Langnese in den 90er Jahren erfolgreich abmahnen können, sie mussten „Ed von Schleck“ in „Ed schleckt mittel“ umbenennen und am Rolling Stones-Logo verdiene ich seit 1994 auch kräftig mit (Props an meinen Anwalt Dr. Bergpfotse). Ich bekomme 2€ von jedem verkauften T-Shirt, spende das aber alles an den Mowlmuff e.V., die setzen sich massiv gegen Zungenpilz, Feigwarzen und Tonsillensteine ein. Jetzt nicht medizinisch, aber immerhin so vom Ding her und ich denke, da ist mein Geld gut aufgehoben.

Die Fam

Ich habe drei Töchter, die ich ausdrücklich nicht mit meiner Zunge gezeugt habe, obwohl ich es könnte. Sarah ist mit 24 Jahren meine Älteste, sie verkauft Dildos und Versicherungen auf Provisionsbasis, darüber hinaus verdient sie sich als Influencerin auf Instagram ein paar Euros dazu. Als König finde ich das zwar nicht ganz so majestätisch, aber – und da muss ich ehrlich sein – sie kann ja auch sonst nicht so viel. Ist leider sehr früh schon dem Zucker verfallen und entsprechend dick, glücklicherweise hat sie durch die Genetik ihrer Frau Mama wenigstens melonengroße Brüste bekommen. Na klar handelt es sich dabei um lupenreine Saggy Breasts mit Warzen, die stärker nach unten gucken als Dachterrassen-Bewohner. Ich hab‘ ihr den Tipp gegeben, sich jeweils ein Katjes Katzenpfötchen vorne in den BH zu stecken, für Instagram sollte das ja wohl reichen.

Facial ist unsere mittlere Tochter, für den Namen ist natürlich ebenfalls die Frau Mama verantwortlich. Fragt nicht. Ursprünglich sollte sie sogar Bukkake heissen, was ich aber aufgrund der drei K’s und der damit einhergehenden Nähe zum Ku-Klux-Klan nicht zulassen konnte. Faicee ist jetzt 23 Jahre und hat jüngst einen Puerto-Ricaner kennen und lieben gelernt. Der Mann scheint trotz SUV recht sympathisch zu sein, war Kellner und macht sich gerade als Möbelhändler selbstständig. Die beiden wohnen in einem freistehenden Haus in Neumünster und ich bin heilfroh, mich rechtzeitig nach Andalusien verpisst haben zu können – keine Sau bekommt mich in diesem Leben auch nur ein einziges Mal noch nach Neumünster.

Und dann unser Nesthäkchen, die Cordelia; im Februar ist sie 21 geworden. Sie hat gerade ihre erste Scheidung hinter sich, der schwer reiche aber auch schwer alte Hotelier Franck aus Zürich ist wohl zu seiner Ex-Frau zurückgekehrt und jetzt läuft da ein rechtliches Verfahren. Es könnte hier um eine Menge Schmerzensgeld gehen, es könnte aber auch gut sein, dass Cordelia leerer ausgeht als meine Ex-Frau, die jetzt mit einem Lehrer ausgeht. Ansonsten ist Cordelia sehr unkompliziert, spontan, neugierig und hat einen Extrastein in Papas Brett, seitdem sie am Abend ihrer Konfirmation die gesamte Konfipatte in Kiels Rotlicht-Milieu versoffen & verhurt hat und am nächsten Tag direkt aus der Kirche ausgetreten ist. Mit 15, echt beeindruckend.
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[Fortsetzung folgt noch in dieser Woche!]

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