Kann Musik unsere Konzentrationsfähigkeit erhöhen?

Die Rolle von Musik in Computerspielen hat sich gewandelt. Soundtracks prägen das Spielerlebnis heute fast genauso stark wie die Optik des Spiels. Erst die Musik, egal ob orchestral oder elektronisch, erschafft eine wirklichkeitsnahe, situationsgerechte Atmosphäre.

Heutzutage wird in allen Genres sorgfältig auf die verwendete Musik geachtet. Videospiele, Browserbasierte Spiele, Kinder-Spiele, Lern-Spiele und sogar Casino Spiele beinhalten hochwertige Musik. Einige Casino Spiele haben inzwischen sogar Musik passend zum Thema der verschiedenen Slots, um ein unterhaltsames Casino Ambiente zu gewährleisten.

Die Musik in Onlinespielen erfüllt diverse Funktionen. Sie stellt die Atmosphäre her und motiviert Spieler ihr Bestes zu leisten. Sie verstärkt die Wahrnehmung von Gefahren. Aber erreicht Musik vielleicht sogar noch mehr? Kreiert Musik möglicherweise nicht nur das Ambiente im Spiel, sondern bestimmt auch wie gut wir uns während des Spiels konzentrieren können?

Inwieweit kann Musik uns helfen, unsere Konzentrationsfähigkeiten während des Spiels zu erhöhen? Gibt es bestimmte Arten von Musik, die verwendet werden können, um unseren Fokus zu verstärken?

Hilft Musik wirklich, sich zu konzentrieren?

Teenager hören Musik während sie eigentlich für die Prüfung lernen sollten, die meisten von uns hören Musik beim Autofahren und immer mehr Arbeitsplätze, wie zum Beispiel Callcenters, spielen Hintergrundmusik während der Arbeitszeit. Jeder von uns kennt bestimmt jemanden, der behauptet das Hintergrundmusik nicht ablenkt, sondern beim Konzentrieren hilft.

„Ich kann mich nicht konzentrieren, wenn du das abschaltest“, Gejammer vieler Teenager beim Pauken. Ist es möglich, dass sie Recht haben?

Warum eigentlich? Weshalb ist man, wenn man sich auf zwei Dinge konzentriert, mehr fokussiert und nicht weniger? Einige Leute behaupten sogar, dass es ablenkender ist, keine Musik zu haben. Also, was passiert da?

Aufgepasst – zwei Aufmerksamkeitssysteme helfen uns

Unser Gehirn wird jede Sekunde des Tages mit Milliarden von Eindrücken bombardiert. Einige Wissenschaftler schätzen, dass unseren Sinnen zu jedem Zeitpunkt eine Million Datenbits zur Verfügung stehen, aber niemand würde vorschlagen, dass wir uns all dieser sensorischen Datenbits ständig bewusst sind. Deshalb haben wir zwei Aufmerksamkeitssysteme. Das unbewusste Aufmerksamkeitssystem hilft uns dabei, den Fokus auf Dinge zu richten, auf die wir uns konzentrieren wollen. Das intuitivere bewusste Aufmerksamkeitssystem erlaubt uns anderseits die Hintergrundgeräusche oder andere periphere Sinneseindrücke wie Gerüche oder Bewegungen im Augenwinkel wahrzunehmen. Für die menschliche Evolution ist dieses zweite System unheimlich wichtig, da es uns oft vor Gewahren warnt, lange bevor wir sie „bewusst“ wahrnehmen.

Um unsere Sicherheit zu gewährleisten, wird dieses zweite, unbewusste System niemals abgeschaltet und läuft immer im Hintergrund mit. Musik ist in diesem Zusammenhang nützlich, weil es Ablenkungen (wie zum Beispiel Gespräche im Hintergrund, klappernde Türen oder Smartphone Notifikationen) effektiv neutralisiert, sodass wir unsere bewusste Aufmerksamkeit voll auf eine bestimmte Aufgabe fokussieren können.

Nicht die Art von Musik, sondern das Tempo ist auschlaggebend

Das Hören von Musik kann einem also wirklich dabei helfen, sich zu konzentrieren. Und dies gilt besonders für Musik in Video und Online-Spielen. Diese Musik ist meistens ohne Texte oder menschliche Stimmen konzipiert und hat ein Tempo, das den Spieler in Bewegung hält. Viele Videospiele erfordern das Lösen von Rätseln und den Umgang mit intensiven Situationen – simulierte stressige Herausforderungen. Hersteller haben eine Menge Ressourcen investiert, um die perfekte Balance zwischen on-screen Navigation, intellektueller Stimulation und häufigem Kämpfen zu finden – die Musik soll denn Spieler neugierig auf mehr machen. Die ursprünglich simple Spielemusik (zum Beispiel für die ersten Varianten von Tetris oder Super Mario) hat dementsprechend schon lange Platz machen müssen für raffiniertere, mehr wirkungsvolle Soundtracks. Produzenten von Online-Spielen verwenden heutzutage alles, von großen Orchesterstücken über Hip-Hop, bis hin zu individuell abgestimmten Soundtracks.

Die nächste Frage wäre dann also: ist es wichtig welche Art von Musik wir hören – hat HipHop den selben Effekt wie klassische Musik? Jahrelang war der sogenannte Mozart Effekt hier die maßgebende Theorie: räumliches Vorstellungsvermögen verbessert durch das Hören klassischer Musik, insbesondere Mozart. Inzwischen haben allerdings neuere Studien bewiesen, dass es nicht die Art von Musik ist, die uns anregt und kreativ macht, sondern das Tempo der Musik. Unsere Konzentration und Produktivität werden anscheinend am besten gefördert, wenn wir uns Musik mit einem Tempo von 50 bis 80 Schlägen pro Minute anhören. Normalerweise ist unsere Gehirnwellenaktivität im Wachzustand zwischen 14 und 30 Herz. Musik im Bereich von 50 bis 80 Schlägen hingegen versetzt unser Gehirn in den sogenannten Alpha-Zustand. Dabei verlangsamt sich unsere Gehirnwellenaktivität auf 7-14 Herz, was bedeutet, dass wir uns entspannter fühlen. Dank niedrigerem Stresslevel fällt es uns dann leichter komplexe Lerninhalte zu assimilieren oder komplizierte Probleme zu lösen.

Fazit: Musik hebt also nicht nur die Laune und somit auch Motivation, sondern verbessert tatsächlich unsere Konzentrationsfähigkeit. Die Herausforderung für Komponisten und Produzenten wird von nun an darin bestehen, das empfindliche Gleichgewicht zwischen Stimulation und Konzentration im Online Gaming aufrechtzuerhalten.

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