Geschirr und Besteck: Die Trends für 2022

Bei Oma war die Sache noch sonnenklar: Für den Alltagsgebrauch kam irgendetwas auf den Tisch, aus dem man Speisen und Getränke zu sich nehmen konnte. An Festtagen hatte diese Tiefstapelei aber schlagartig ein Ende. Jetzt kam endlich einmal wieder das elegante Porzellan aus dem Schrank. Aufgrund des seltenen Gebrauchs musste es meistens sogar erst einmal vom Staub befreit werden. Klar, dass schon eure Eltern ihr eigenes Zeichen dagegen setzen. Auf einmal wurde es im Geschirrschrank der Studenten-WG richtig kunterbunt. Und es gab keinen erkennbaren Grund, bei einem feierlichen Anlass auf einmal ein verstaubtes Porzellanservice aus dem Keller in die Wohnung zu holen. Ihr quittiert das mit einem verständnislosen Kopfschütteln? Dann habt ihr einiges mit Oma und Opa gemeinsam. Trotzdem ist all dies kein Grund, mit den Eltern zu brechen und die Großeltern zu kopieren. Viel besser: Sucht euch von beiden vorangehenden Generationen das Beste heraus und macht euer eigenes Ding. Das geht in Küche und Esszimmer mindestens so gut wie im Kleiderschrank.

Was ist euer eigener Mix?

Das Stichwort „Mix & Match“ kennt ihr bereits von der Kleidung: Nicht alles muss vom selben Label stammen, sollte durch cleveres Kombinieren aber zusammenpassen. Beim Geschirr könnt ihr ebenso verfahren. Sucht euch einfach das heraus, was am besten zu euch und eurem ganz persönlichen Stil passt, ohne dabei ein zu großes Augenmerk auf bestimmte Brands zu legen. Auffällig ist dabei, dass auch der gedeckte Tisch in immer stärkerem Maße aktuellen Modetrends folgt. Ganz unterschiedliche Hersteller bringen dann Geschirr in den Handel, das fast wie aus einem Guss wirkt. Dunkelblau gesprenkeltes Steingut mit unregelmäßiger Glasur etwa findet sich wohl auch 2022 in zahlreichen Fachgeschäften und natürlich im Online-Handel. Das klassische Weiß darf weiterhin nicht fehlen, spielt aber meistens nur noch als Basic eine Rolle. Selbst in der Sternegastronomie findet man mittlerweile den Mut, sich vom klassischen Schema aus weißem Porzellan und dem akkurat dazu passenden Besteck zu einer nicht minder eleganten, aber modernen Eindeckung zu bewegen. Auch hier findet man inzwischen asymmetrische Teller neben den dazu passenden Dipschalen. Ein moderner Trend, der vor Jahren noch weitgehend auf die asiatische Gastronomie beschränkt blieb, dient dabei auch in anderen Lokalen und bei euch zu Hause als tolle Ergänzung: Schieferplatten passen prinzipiell zu jedem Geschirr und bieten euch die Möglichkeit, auch kleine unscheinbare Häppchen in Perfektion zu drapieren.

Ihr habt beim Geschirr alle Freiheiten, eurem eigenen Geschmack gerecht zu werden. Das bedeutet analog zu den Klamotten: Nicht jeder Trend ist es wert, ihn auch selbst zu verfolgen. Wenn ihr aber erst einmal eure eigene Linie gefunden habt, macht es Spaß, diese immer weiter zu ergänzen und zu vervollständigen. Dafür genügt es, die Augen offen zu halten und den eigenen Bedarf zu kennen. Nach und nach kommt dann ein vollständiges Geschirr zusammen das alle Teile besitzt, auf denen ihr am Tisch nicht verzichten wollt. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr, ihr verschenkt also keinen wertvollen Platz für überflüssiges Geschirr.

Ergänzen und ersetzen leicht gemacht

Um wieder den Vergleich zur Kleidung zu bemühen: Wenn du versuchst, dir das Lieblingsshirt aus dem vorvergangenen Sommer noch ein zweites Mal zu kaufen, wirst du daran wahrscheinlich scheitern. Denn längst hängen andere Klamotten in den Läden und auf einen Anachronismus kann keine Rücksicht genommen werden. Beim Geschirr ist das ähnlich, auch wenn sich die Trends nicht ganz so schnell ändern, wie ihr es von den Textilien kennt. Allerdings könnt ihr der Zukunft auch dann ganz gelassen entgegenblicken, wenn ihr im aktuellen Trend euren Stil gefunden habt. Selbst wenn euer Geschirr irgendwann nicht mehr im Einzelhandel zu entdecken ist, könnt ihr euch selber treu bleiben und bei Bedarf mit ergänzenden Teilen eindecken. Denn nach wie vor gibt es in Deutschland hunderte Töpfereien, die schöne Gebrauchskeramik herstellen. Vielleicht ist zuvor eine gewisse Detektivarbeit erforderlich, aber irgendwann werdet ihr einen Betrieb finden, der das für euch passende Geschirr anbietet oder herstellen kann. Das ist nicht immer ganz billig, dafür solide Wertarbeit und genau so, wie ihr es haben wollt: Ein Inbegriff von Mix & Match.

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