Fette Beats und Satte Töne – Aber wie?

Glück ist, wenn der Bass einsetzt. Das wissen wir alle und wer kennt diese Situation nicht: Alle Freunde sind zur House-Party eingeladen, ein echter Banger wird aufgelegt und die Antizipation steigt – „Wann droppt er den nun, der Bass? Wie, der ist schon gedroppt? Das haben wir bei so lahmen Subwoofern gar nicht mitbekommen!“ Und schon gehen sie alle wieder, denn schwache Beats will keiner.

Na ja, das war vielleicht ein bisschen übertrieben, vielleicht ist der Woofer ja auch aus Rücksicht vor den Nachbarn so leise. Trotzdem, man will natürlich beeindrucken und vor Allem auch der Musik durch anständige Soundqualität Genüge tun. Heute wollen wir uns mal anschauen, was gute Tontechnik eigentlich ist und was auch ihr von den Profis noch lernen könnt!

Ausgeglichener Sound

Zunächst mal die Basics: Töne sind Schallwellen, die je nach Frequenz hoch oder tief klingen. Die Frequenz, gemessen in Hertz (Hz), gibt dabei die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde an. Menschen können den Bereich von etwa 20 bis 20.000 Hz wahrnehmen. Die Lautstärke, auch Amplitude, misst sich in Dezibel (db). Dabei hören wir Töne über 0 db und ab circa 140 db bluten die Ohren. Okay, vielleicht nicht sofort.

Die Begriffe Bass und Treble kennt ihr alle von eurem eigenen Soundsystem. Bass sind Töne mit niedriger Frequenz, Treble die mit hoher Frequenz. Dazwischen liegen die „Mids“, also Mitten, wo wir menschliche Sprache, somit auch meistens die Lyrics von Songs finden. Wer an Bass und Treble herumschraubt, der betreibt ein einfaches Equalizing, denn man justiert hier die Lautstärke bestimmter Frequenzbereiche. Das machen die Profis auch, nur dass sie dies in viel kleineren Abständen tun und auch die Mids berücksichtigen. Equalizing heißt so, weil für einen optimalen, ausgeglichenen Raumton alle hörbaren Frequenzen etwa gleich laut schallen sollen. Tontechniker nutzen hier teures Equipment, das unter Anderen mit einem Real-Time-Analyzer-Mikro ausgestattet ist, welches die Lautstärke einzelner Frequenzen präzise erkennen kann.

Raumakustik verbessern

Durch die richtige Einstellung eurer Geräte könnt ihr schon viel erreichen, jedoch hängt die Raumakustik, wie der Name schön verrät, auch von der Beschaffenheit des Raums ab. Große Räume erzeugen Echo, denn Schall prallt von den blanken Wänden ab und „fliegt“ zurück. Für optimalen Sound ohne Echo solltet ihr darauf achten, „weiche“ Gegenstände aufzustellen. Möbel mit Stoffüberzug, ein Teppich und auch Vorhänge für die Fenster schlucken enorm viel Echo. So bleibt der Sound aus euren Boxen sauber und ohne Widerhall.

In großen Konzerthallen oder auch älteren Radio-Studios werden hier meistens hölzerne Akustikplatten als Wand- und Deckenverkleidung für Audio-Diffusion genutzt. Diese Platten sind geschlitzt, gelocht oder filigran verformt. Hinter den Platten ist dann in etwas Abstand die Wand mit Stoff, z.B. mit Teppich bedeckt. So verläuft sich der Schall in diesem Zwischenraum. Moderne Sound-Studios bauen auf günstigen Akustik-Schaumstoff, der direkt an die Wand geklebt werden kann.

Also, der Tipp für zuhause ist ganz klar – Große, leere Räume mit weichen Möbeln füllen, Teppich auslegen und im Bestfall den Raum durch größere Elemente (Regale) unterteilen. So gibt es kaum Widerhall und nur der pure Sound bleibt.

Auch auf die Technik achten

Guter Sound ist natürlich auch nur so gut, wie Eure Lautsprecher es erlauben. Das fängt schon beim Setup an – Wie viele Lautsprecher sollen es sein? Stereo hört man natürlich nur, wenn mehrere Lautsprecher sinnvoll aufgestellt sind. Je größer der Abstand zwischen einzelnen Boxen, desto „weicher“ klingt der Ton insgesamt. Systeme mit vier oder mehr Lautsprechern sind außerdem häufig so gestaltet, dass einzelne Geräte eher hohe Töne (Treble) und andere eher die Mids spielen. Am besten platziert man diese dann noch auf Ohrenhöhe. Für guten Bass führt natürlich kein Weg an einem Subwoofer oder Woofer vorbei. Dabei geht es nicht darum, dass alles wackeln soll. Gewöhnliche Lautsprecher können tiefe Bässe einfach nicht erzeugen, also fehlt was!

Und was tun bei lästigem Brummen? Das entsteht normalerweise durch unsaubere Kabelverbindungen. Viele Lautsprecher sind per Blankverbindung angeschlossen, das heißt, dass ein Kabel direkt in das Gerät geht und nicht abnehmbar ist. Diese neigen dazu, mit der Zeit auszufransen und sich zu verdrehen. Das sorgt dafür, dass neben dem Audiosignal außerdem Strom „einfließt“ und der Lautsprecher versucht, dies als Ton wiederzugeben. Auch hier können wir von den Profis lernen, denn die haben separate Kabelverbindungen für jeden Lautsprecher. Theoretisch kann man das auch selber bauen, wenn man etwas Elektro-Know-How mitbringt. Kabel entfernen, abisolieren, guten Leiter als Stecker aufsetzen (z.B. Bananenstecker) und eine passende Buchse mit der Geräteelektronik verbinden. Durch den legierten Stecker kann eine stabilere Verbindung erreicht werden und das Brummen wird minimiert – Oder verschwindet ganz!

Mach ‘mal Mucke!

Viele Tricks helfen, auch zuhause eine saubere Klangqualität zu bekommen. Ob Akustik-Diffusion vom Profi oder halt ein flauschiges Sofa – Wenn wir wissen, wie Klang durch die Umgebung beeinflusst wird, können wir und helfen. Genießt den Sound!

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